14. Mai 2018

'Rebellen (Die Traumwandlerin-Saga 1)' von Ainoah Jace

Kindle (unlimited) | EyeDoo Publishing | Taschenbuch
Vier Länder, die einander fürchten, leben unter der grausamen Herrschaft des Eiskönigs Shahatego und seiner Eiswölfe.

Die junge, verängstigte Nell neigt zu Alpträumen, in welchen sie auf der Suche nach etwas Ungewissem schlafzuwandeln beginnt. Sie flieht vor ihrem missmutigen und untreuen Verlobten Shane aus der Sandstadt Maroc und fällt dem unheimlichen Trupp der »Schwarzen Reiter« in die Hände. Kann sie sich Wolf, dem zurückhaltenden Anführer der Rebellen, anvertrauen?

In seiner Gegenwart beschleunigt sich ihr Herzschlag, aber auch bei einem Treffen mit ihrem Verlobten Shane knistert es zwischen den beiden, die sich eigentlich nicht einmal leiden können.

Leseprobe:
Sie warteten ruhig ab, keiner sprach, kein Pferd bewegte einen Muskel. Da flackerte der Schein einer Fackel im Wald auf der anderen Seite auf.
Wolf gab den leisen Befehl:
»Steigt auf, es ist so weit! Wir reiten in schnellem Schritt, kein Trab, kein Galopp; das hören die Wölfe sofort. Aber ich sage euch ehrlich: Ich glaube nicht, dass sie dreizehn Pferde im Schritt überhören werden. Wenn ich es sage, müsst ihr sofort in voller Geschwindigkeit bis in den Wald hineinreiten. Bei der Fackel beginnt ein Weg, auf welchem ihr runterbremsen könnt, dort passen zwei Pferde nebeneinander. Bereit?«
Einer nach dem anderen erhob die Hand, und Wolf schwang sich hinter Nell in den Sattel und übernahm die Zügel.
»Lockerbleiben, Drake, lockerbleiben«, mahnte er leise.
Sie reihten sich, wie von Wolf befohlen, auf und ritten los.
Wolf und Nell waren ganz hinten.
Nell blickte ebenso wie Wolf immer wieder nach links zurück, hinüber zum Wald der Eiswölfe.
Sie sah nur Dunkelheit und sie hatten die Hälfte der Strecke bereits hinter sich gebracht. Dann erkannte sie kleine rote Lichter, die sich rasch näherten: Die Augen der Eiswölfe!
»Wolf, sie kommen!«, brachte sie mit Mühe heraus.
»Ja, ich sehe sie. Ganz ruhig und die Knie ans Pferd, Drake! Leute, reitet wie der Teufel, die Wölfe kommen!«
Er hatte seinen Schrei noch nicht beendet, da brachen die Wölfe aus dem Wald und Nell holte tief Luft.
Waren das riesige Biester! Die Augen glühten und sie näherten sich mit durchdringendem Geheul in hohem Tempo.
Sie zwang sich nach vorne zu sehen, als Wolf das Pferd zu einem rasenden Galopp antrieb. So schnell war Nell noch nie geritten, ihre Augen tränten vom Wind und die Muskeln des Pferdes bebten unter ihren Knien.
Wie eine große schwarze Wolke jagten sie dahin in Richtung des rettenden Waldes von Boscano.
Die Eiswölfe fielen zurück und bevor sie den Wald erreichten, drosselten die Schwarzen Reiter das Tempo, schossen aber dennoch in den Waldweg hinein.
Hier mussten sie die Tiere sehr schnell abbremsen und sahen sich nach ihrem Halt etwa zwanzig Bogenschützen mit gespannten Bögen gegenüber.
Wolf und Nell hatten noch fünfzig Meter vor sich, da blickte Nell zurück und sah, dass sich die Wölfe zurückzogen.
Wolf ließ das Pferd in einen ruhigen Trab fallen und sie hatten beinahe den Waldrand erreicht, als ihnen mit einem Satz ein Eiswolf in den Weg sprang. Wo war er plötzlich hergekommen?
Geduckt, mit fletschenden Zähnen stand er sprungbereit zwischen ihnen und dem sicheren Unterschlupf.
Wolf fluchte, sprang ab und zog sein Schwert. Er rief ihr zu: »Reite in den Wald, treib ihn an, los mach schon!«
Nell war unschlüssig. Sie sah, wie die anderen Wölfe kehrtmachten und zurück auf sie zuliefen.
Wolf versetzte dem Pferd einen Schlag, so dass es in Richtung Wald sprang und Nell konnte es gerade noch unter Kontrolle bekommen.
Da liefen ihr zwei Bogenschützen entgegen und riefen ebenso: »Reite weiter! Wir übernehmen das, wir helfen ihm!«
Nell ritt in den Weg hinein und wendete sofort das Pferd, um sehen zu können, was mit Wolf geschah.
Der Eiswolf sprang gerade ab, um sich auf Wolf zu stürzen, als dieser mit seinem gestreckten Schwert das riesige Tier in die Brust stieß. Das Raubtier fiel mit einem abgehackten Jaulen zu Boden, zuckte kurz und blieb leblos liegen.
Die beiden Bogenschützen hatten sich neben Wolf postiert und schossen ihre Pfeile treffsicher auf die herannahenden Eiswölfe ab. Einer nach dem anderen ging zu Boden, der letzte drehte ab und lief unverletzt Richtung Wald davon. Wolf fluchte. Die Bogenschützen lachten und der eine schlug Wolf auf die Schulter.
»Na komm, Freund, lass den einen sausen. Das war doch ein guter Schnitt.«
Wolf schüttelte den Kopf.
»Er wird zu Shahatego laufen und es melden.«
»Können die Viecher sprechen?«, fragte der zweite Bogenschütze spöttisch. Wolf seufzte.
»Hört sich verrückt an, aber ich weiß, dass sie ihm Mitteilungen bringen können. Ich muss eine Taube nach Maroc schicken. Vielleicht kann ihn mein Bruder abfangen, wenn er vorbeikommt.«
»Kann er diesen Wolf von anderen unterscheiden?«
»Ja, unsere Wölfe wagen sich aus gutem Grund nicht auf die Ebene. Und dort muss er vorbei, wenn er auf diesem Weg über die Furt zum Eiskönig will.«
Die beiden sahen ihn abschätzend an.
»Dann komm erst einmal weiter. Deine Taube kannst du in fünf Minuten auch noch schicken, sie ist weitaus schneller als der Wolf!«
Wolf nickte und folgte den beiden Bogenschützen auf dem Weg hinein in den Wald.
Nell stand ganz vorne auf dem Weg, das Pferd am Zügel und Wolf konnte sehen, wie die Hand, die den Zügel hielt, zitterte.
»Alles in Ordnung?«, fragte sie leise.
Er nickte und wandte sich den beiden Männern zu.
»Einen kleinen Moment, wir folgen euch gleich.«
Die beiden nickten und gingen auf die Schwarzen Reiter und ihre Freunde zu. Nell sah Wolf mit großen Augen an, als er sagte: »Es ist Zeit, die Tücher abzunehmen und mir ist lieber, die Boscaner sehen deine Reaktion an deinem Gesicht nicht, wenn ich es tue!«
Nell schluckte. Ihre Kehle war wie ausgedörrt.
Was meinte er damit? Sah er so furchterregend aus?

Im Kindle-Shop: Rebellen (Die Traumwandlerin-Saga 1).
Beim Verlag: EyeDoo Publishing
Mehr über und von Ainoah Jace auf ihrer Website.



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