12. Februar 2018

'Die Saat des weißen Drachen' von Uwe Eckardt

Hast du dich schon mal gefragt, woher die Märchen und Legenden über Drachen, Trolle und all die anderen sagenhaften Geschöpfe eigentlich kommen? Was wäre, wenn sie nicht nur der Fantasie der Geschichtenerzähler vergangener Zeiten entsprungen sind? Was, wenn uns nur ein dünner Schleier von einer magischen Welt voller wundersamer Wesen trennt?

Hättest du den Mut, ihn zu zerreißen?

Um sein Leben zu retten, bleibt Finn keine Wahl. Er muss den Sprung durch den Schleier wagen und stolpert sogleich in ein turbulentes Abenteuer, von dessen Ausgang nicht weniger als die Zukunft einer ganzen Welt abhängt. Und als ob das nicht schon genug wäre, muss er sich auch noch mit den magischen Kräften auseinandersetzen, die überraschend in seinem Inneren erwachen. Ganz zu schweigen von dem weißen Drachen, der für seine Hilfe eine sonderbare Gegenleistung erwartet ...

Gesamtausgabe der beliebten Fantasy-Reihe 'Die Savanten'.

Gleich lesen: Die Saat des weißen Drachen: Fantasy-Epos (Gesamtausgabe: Die Savanten)

Leseprobe:
Finn schlang seine Arme um Schey, sah ihr tief in ihre smaragdgrünen Augen und wollten sie gerade küssen, als ein markerschütterndes Brüllen aus Richtung des nahegelegenen Luftschiffs die Ruhe zerriss.
Erschrocken wirbelten sie herum. Ein Teil der Backbordseite der Drachenhaut verwandelte sich mit einem knirschenden Krachen in einen Schauer aus splitternden Holztrümmern, die wie Geschosse auf die umliegenden Schiffe prasselten. Finn und Schey hechteten in letzter Sekunde hinter einen Stapel Kisten in Deckung.
In der klaffenden Öffnung erschien das Haupt des weißen Drachen. Die eiserne Maske war verschwunden und zwischen den gewaltigen Kiefern hing eine schlaffe Gestalt.
»Ken!«, brüllte Finn verzweifelt und machte Anstalten, auf den Drachen zuzustürmen, aber Schey hielt ihn mit Mühe zurück.
Die Bestie ließ die leblose Hülle achtlos fallen und spie ein derart markerschütterndes Brüllen in die Nacht, dass die beiden ihre Hände auf die Ohren pressen mussten. Dann bahnte sich das furchteinflößende Wesen mit den klauenbewehrten Flügeln einen Weg durch die zertrümmerte Schiffswand. Dabei legte es die Schwingen eng an den schlanken Körper, um durch das klaffende Loch zu passen. Mit einer letzten Anstrengung schob der Drache seinen weißen Leib ins Freie.
Er streckte die gewaltigen Schwingen aus und bewegte sie zögerlich, aber er flog nicht davon. Offenbar war er nach Jahren der Gefangenschaft nicht mehr in der Lage dazu. Einen Moment schaute er sich suchend um, den langen Hals in alle Richtungen reckend. Schließlich stieß er sich vom Luftschiff ab und tauchte wie ein riesiger Eisvogel ins dunkle Wasser, wo er in der Tiefe verschwand. Gewaltige Wellen schlugen auf die Anlegestelle und durchnässten Finn und Schey bis auf die Knochen.
Den Wachposten auf der Mauer war die spektakuläre Flucht des Drachen natürlich nicht entgangen. Die hektischen Alarmschläge des großen Gongs hallten durch die nächtliche Stadt, kaum dass die Wogen sich geglättet hatten.
Finn sprang auf die Füße und rannte die Kaimauer entlang, auf der das Luftschiff ruhte. Ken konnte, nein, er durfte nicht tot sein! Schlitternd kam er vor den Trümmern der Schiffswand zum Stehen. Auf dem schmalen Streifen unter dem klaffenden Loch lag eine leblose, teilweise zerfetzte Gestalt in einem See aus Blut.
Es war Lomar, der Drachenmeister.

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