13. November 2017

'Wintergefühle' von Sylvia Filz und Sigrid Konopatzki

Die erfolgreiche Antiquitätenhändlerin Marie lernt an einem schneereichen Abend, schon in Gedanken beim jährlichen Weihnachtsurlaub mit ihrem Lebensgefährten in der Schweiz, den neunjährigen Finn und seine Großmutter kennen. Die beiden wirbeln ihr Leben mächtig durcheinander. Für Verwirrung sorgt zudem Streifenpolizist Marvin.

Marie besinnt sich wieder auf die traditionellen Werte des Weihnachtsfestes, und so trifft sie eine folgenreiche Entscheidung ...

Ein Winterroman mit viel Herz.

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Leseprobe:
Kurz danach klingelte es und die Pizzen wurden gebracht. Marie deckte schnell Teller und Besteck.
„Essen wir die nicht mit der Hand?“ Finn sah unglücklich auf das Besteck. „Wenn wir mal Pizza haben, teilt Oma die immer in so Stücke.“ Er deutete Dreiecke an.
Marie stutzte. Aber warum eigentlich nicht.
„Dann machen wir das jetzt auch so.“
Und so futterten sie die Pizza aus der Hand. Marie relaxte immer mehr, während die Mini-Katzen mittlerweile neugierig jede Ecke ihres Wohnzimmers inspizierten. Leider hing eine der beiden dann in ihren Vorhängen. Vor Schreck ließ Marie ihr Pizzastück fallen und hechtete hinzu. Aber der Schaden war schon da. Kleine Löcher waren in dem zarten Stoff entstanden. Wie nun schnell dieses Tier da weg bekommen?
„Finn! Helf doch mal!“ Leicht panisch und unsicher, wie man so eine Katze anfasste, stand sie davor.
Finn lachte, kam völlig unaufgeregt hinzu, packte das Baby im Nacken, und das Miezchen ließ bereitwillig los.
„Kleiner Tipp“, meinte Finn neunmalklug, „immer im Nacken greifen! Das kennen sie normalerweise von ihrer Mama und dann sind sie ganz sanft. Weißt du, so trägt sie nämlich die Katzenmami durch die Gegend.“
„Aha.“
Marie hatte sich noch nie wirklich mit Katzen beschäftigt. Haustiere waren kein Thema für sie gewesen. Gut, beruhigte sie sich. Wenn man die Falten des Vorhanges geschickt drapierte, würde man die winzigen Löcher nicht sehen, und morgen war das Ganze vorbei.
Finn nahm die kleine Katze mit, die interessiert an der Pizza schnüffelte, sich aber dann doch dafür entschied, ihre Schwester anzugreifen, indem sie auf sie draufsprang. Und schon kullerten die beiden über den Boden. Huch!
„Was tun die denn jetzt? Oh nein!“ Marie starrte entsetzt auf das lebendige fauchende Knäuel.
„Guck nicht so“, Finn biss herzhaft in seine Pizza, „das machen Katzen immer. Die spielen.“
„Ah ja ...“ Mit Argusaugen betrachtete Marie die kleinen quirligen Katzenkinder, die – so schnell wie sie sich zofften – wieder ein Herz und eine Seele waren und sich nun intensiv gegenseitig die Köpfchen schleckten.
„Siehste, nichts passiert.“
Immer noch schockiert, nickte Marie.
„Du hast alles alte Sachen hier“, stellte Finn mit einem Rundumblick fest.
„Ich bin Antiquitätenhändlerin.“
„Ah, das kenne ich aus dem Fernsehen. Da gucke ich auch manchmal den Trödeltrupp.“

Im Kindle-Shop: Wintergefühle

Mehr über und von Sylvia Filz und Sigrid Konopatzki auf ihrer Website.



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