9. Oktober 2017

'Verloren in Ägypten und Dubai' von Melanie Schumacher

Melanie ist Hausfrau und Mutter dreier prächtiger Jungs. Eines Tages schenkt ihr Mann ihr ein Laptop und verändert damit ihr ganzes Leben. Sie entdeckt die große weite Welt und fängt an, mit Männern aus fernen Ländern zu chatten.

Es wird zur Sucht und die virtuelle Beziehung zu dem Ägypter Mohamed aus Dubai zum Verhängnis. Sie glaubt an seine Liebe, wird ihm hörig und entschließt sich, zu ihm zu ziehen. Völlig devot folgt sie allen seinen Anweisungen. Zwei Monate lebt sie mit ihm in Port Said und folgt ihm anschließend nach Dubai. Aber das Leben dort ist alles andere als schön. Mohamed hat nicht nur sie, sondern auch ihr Bankkonto im Griff. Als nichts mehr da ist, ist sie gezwungen, nach Belgien zurückzukehren. Doch Zuhause ist nichts mehr so, wie es einmal war und schon kurze Zeit später fällt sie erneut auf einen Araber herein, dem sie monatlich Geld zukommen lässt. Wieder in der Hoffnung eines Tages, ein gemeinsames schönes Leben mit ihm führen zu können. Doch auch das ist eine trügerische Illusion.

Schonungslos offen und mutig erzählt die Autorin ihre wahre Geschichte.

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Leseprobe:
Zum Zeitpunkt meiner Scheidung war ich 37 Jahre jung und 14 Jahre lang verheiratet. Unsere Ehe war in den letzten Jahren ein ständiges Auf und Ab. Die Liebe war uns abhandengekommen und wir hatten uns wohl ziemlich auseinandergelebt. Unseren Kindern zuliebe hielten wir aber zusammen.
Wir lebten in einem sehr ruhigen, beschaulichen Dorf mit nur einem kleinen Lebensmittelgeschäft. Ich hatte mit den Dorfbewohnern am Anfang nicht viel Kontakt, der ergab sich erst als meine Jungs in den Kindergarten gingen und Spielkameraden brauchten. Ich erinnere mich noch sehr gut daran, dass wenn im Dorf Feste wie Kirmes, Karneval oder Schulfeste gefeierte wurden, ich meistens ausgegrenzt wurde, obwohl ich die Gespräche zu den Leuten suchte. Selbst bei den Landfrauen im Dorf fand ich nicht den rechten Anschluss. Jeder lebte für sich, es wurde nicht viel nach einem gefragt.
Ich bin Mutter von drei Jungs. Damals zur Trennungszeit waren sie 6, 13 und 15 Jahre alt. Bis zum letzten Ehejahr konnte ich mich als gute, fürsorgliche, liebevolle und aufopfernde Mutter beschreiben. Meine Kinder waren mein Ein und Alles. In meinem Leben drehte sich alles nur um sie. Sie waren das Wichtigste für mich und die meiste Zeit verbrachte ich nur mit ihnen. Ich war immer für sie da und hatte sie nur selten allein gelassen. Alles was das Leben lebenswert machte, teilte ich mit ihnen. Ich gab ihnen alles was ich geben konnte. Das Wichtigste was ich ihnen immer gab, war meine Liebe. Daher konnte auch niemand verstehen, wie es so weit kommen konnte, dass ich sie dann später wegen eines fremden, arabischen Mannes verlassen würde. Ich selbst kann es im Nachhinein auch nicht mehr nachvollziehen. Ich erkläre es mir so, dass dieser Mann mich so manipuliert hatte, dass ich nicht mehr ich selbst war.
Vielleicht ist mein Verhalten auch auf meine Kindheit zurückzuführen, die bedingt durch die Krankheit meiner Mutter auch nicht immer einfach war.
Meine Mutter war zum Zeitpunkt meiner Scheidung 72 Jahre. Sie war immer eine gute, liebevolle und fürsorgliche Mutter. Jedoch hatte sie ihr ganzes Leben lang unter schlimmen Depressionen gelitten. Als wir Geschwister klein waren, musste sie oft ins Krankenhaus. In dieser Zeit musste mein Vater sich allein um uns Kinder kümmern, obwohl er ganztags als Maurer arbeiten ging. Wenn er arbeiten war, wurden wir getrennt bei Verwandten untergebracht. Später holte er sich eine Familienhelferin ins Haus, damit wir Kinder zusammen bleiben konnten, wenn er zur Arbeit ging.
Es vergingen einige Jahre bis meine Mutter nicht mehr stationär behandelt werden musste und sich wieder um uns kümmern konnte. Sie hatte mich und meinen Bruder nie ganz losgelassen und behandelte uns noch im Erwachsenenalter wie kleine Kinder. Sie bestimmte und kontrollierte unser Leben. Meine Schwester hingegen wurde von meiner Mutter anders erzogen. Sie konnte als Erwachsene selbständig ihr Leben führen, ohne dass Mama sich in ihr Leben einmischte. Nach meiner Scheidung ist das Verhältnis zu ihr noch schlechter geworden. Wir haben kaum Kontakt zu einander, aber sie hatte immer einen guten Draht zu meinen Söhnen und sorgte sich um sie, was ich ihr hoch anrechne.
Wegen meiner lieben Schwester hatte ich oft Auseinandersetzungen mit meiner Mutter und kein gutes Mutter-Tochter-Verhältnis. Erst Jahre später nach meiner Scheidung bemerkte sie, dass ich nicht mehr von ihr bestimmt und kontrolliert werden wollte.
Mit meinen Bruder Christoph konnte ich nie ein inniges Verhältnis aufbauen, auch wenn ich es mir sehr gewünscht hätte. Er hat zwei Seiten. Zum einem ist er ein hilfsbereiter und freundlicher Mensch, zum anderen kann er aber auch aggressiv und zornig werden. Ich denke, dass dies mit seiner Zuckerkrankheit zu tun hat, unter der er schon seit seinem 17. Lebensjahr leidet.
Meinen Vater sah ich immer als einen guten und liebevollen Menschen. Er war zu der Zeit 66 Jahre alt. Er war und ist auch heute noch eine starke Persönlichkeit. Egal was ihm auch im Leben widerfuhr, er wurde mit jeder Situation fertig und meisterte sein Leben immer sehr gut. Er ertrug sehr vieles mit Humor, war immer sehr fleißig und hatte sein ganzes Leben lang hart gearbeitet. Mein Vater und auch meine Mutter hatten nach meinen „arabischen“ Fehltritten alles für mich getan, damit ich in meinem Leben wieder Fuß fassen konnte.
Während meiner Ehe war ich immer ein sehr verständnisvoller, freundlicher und umgänglicher Mensch. Leider war ich sehr unselbstständig, unsicher und ängstlich. Ich getraute mich nicht einmal Auto zu fahren, weshalb mein Mann mich überall hinfahren musste. Die meiste Verantwortung schob ich meinen Mann zu, tat auch gerne was er sagte und kümmerte mich hauptsächlich nur um die Kinder.
Wir hatten viele schöne gemeinsame Jahre. Aber wie es so oft in Ehen vorkommt, lebten wir uns irgendwann auseinander, hatten uns nicht mehr viel zu sagen. An seiner Liebe zu den Jungs zweifelte ich nie. Er war immer ein sehr fürsorglicher und guter Vater.
Um die Geburtszeit meines zweiten Sohnes fing auch mein Leidensweg mit den Depressionen an, welche mich mal mehr, mal weniger auf meinem weiteren Lebensweg begleiteten. All die Jahre bis zum heutigen Zeitpunkt hielt ich mich mit Antidepressiva im Gleichgewicht – das hatte meine Mutter mir vererbt.
2007 als unsere Ehe auf der Kippe stand, schenkte mein Ehemann mir ein Laptop und meinte ich könne meine Zeit ja damit verbringen, wenn ich nicht ausgelastet sei. Nun wusste ich wieder etwas mit mir anzufangen, wenn die Kinder in der Schule waren. Ich entdeckte so viel Neues, surfte was das Zeug hielt und war dankbar über all die wunderbaren Informationen, die mein Leben von nun an bereicherten.
Irgendwann entdeckte ich die Partnerbörsen und Live-Chats. Ich war eigentlich nicht auf Suche nach einer Internetbekanntschaft, aber es ist dann doch passiert.
Niemand hatte mich darüber aufgeklärt, dass im Netz auch Gefahren lauern. Im Chat lernte ich einen gutaussehenden, sehr charmanten, arabischen Mann namens Mohamed kennen, der in Dubai lebte.
Die virtuelle Beziehung zu Mohamed, die von Tag zu Tag intensiver wurde, zog sich ein gutes Jahr hin. Ich war sehr schnell von ihm fasziniert und er zog mich wie ein Magnet magisch in seinem Bann. Ich war ihm irgendwie hörig und verhielt mich unterwürfig. Mit seinen schönen Worten und Verführungskünsten konnte er mich sehr beeinflussen und manipulieren. Das lag wohl daran, dass ich schon lange nicht mehr so umschwärmt wurde. Ich war so auf ihn fixiert, dass mein Ehemann, meine Kinder und meine Familie mich irgendwann nicht mehr erreichten. Nur für Mohamed war ich noch zugänglich, all die lieben Mitmenschen um mich herum waren einfach nicht mehr da, ich ließ es zu, dass dieser Ägypter in Dubai mein Leben und meine Familie zerstörte.
Aus weiter Ferne hatte dieser Mensch eine unheimlich große Macht über mich. Ich war süchtig nach ihm und habe täglich viele Stunden mit ihm im Chat verbrach. Ich musste noch lernen mich mit ihm auf Englisch zu unterhalten, denn ich konnte bis dahin kein Wort sprechen. Er hatte es mir dann auf sehr lustige und verständliche Art und Weise beigebracht. Es machte mir viel Freude die englische Sprache mit ihm gemeinsam zu lernen. Er brachte mir auch den Islam, die Kultur und die Traditionen seiner Heimat näher, damit ich eine Ahnung davon bekam, was mich später erwartete, wenn ich Mohamed im realen Leben treffen würde.
Ich war einfach nur überglücklich, Mohamed im Netz gefunden zu haben. Im Gegensatz zu meinem Mann nahm er sich viel Zeit für mich, redete mit mir, und zeigte sehr viel Verständnis für mich.
Natürlich blieb es meinem Ehemann nicht verborgen, dass ich eine Internetliebschaft pflegte. Einmal hatte er ein Telefongespräch zwischen mir und Mohamed abgehört. Das hat ihn so erschreckt, dass er wieder das Gespräch mit mir gesucht hat, um mich zurück zur Familie zu führen. Aber es war wohl zu spät, die Gespräche haben nicht gefruchtet. Daher suchten wir ein zweites Mal die Eheberatung auf. Es stellte dich allerdings schnell heraus, dass ich nicht mitarbeitete und so schlug auch dieser Versuch fehl.
Danach sollte ich eine Tagesklinik aufsuchen, welche ich nur einige Male besuchte und dann selber abgebrochen hatte. Egal was ich machte, ich war nur körperlich anwesend. Geistig war ich weit weg, weit in der Ferne bei Mohamed.

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