28. Februar 2017

'Verbannt seist du' von Linea Harris

Elaos – eine Stadt, die der Wildnis trotzt. Umgeben von hohen Mauern ist Elaos die einzig verbliebene Stadt, die noch Schutz vor den Bestien des Waldes bietet. Wer die Mauern verlässt, ist dem Tod geweiht. Doch innerhalb der Mauern steht der Friede auf Messers Schneide.

Angeführt von den Priestern und den Magoi, die auf der Festung in Saus und Braus leben, muss das gemeine Volk gegen Hunger und Armut kämpfen. Die Lage scheint aussichtslos. Wer sich auflehnt, wird in die Wildnis verbannt und kehrt nie wieder zurück.

Leah ist einzigartig, obwohl sie aus dem gemeinen Volk stammt. Sie hat eine Gabe, die nicht einmal die Magoi in der gewaltigen Festung ihr eigen nennen können. Umso gefährlicher wird es für sie, als sie auf der Burg als Magd zu arbeiten beginnt und auf den Magierschüler Neo trifft. Er ist überzeugt, dass Leah zu den Seinen gehört. Wird Leah ihre Fähigkeiten vor den rachsüchtigen Herrschern der Stadt verbergen können? Andernfalls droht ihr die Verbannung, die einem Todesurteil gleicht.

„Im Wald gibt es auch Magie“, sprudelte es aus dem Mädchen heraus und die Alte erstarrte.
„Nein“, flüsterte sie. „Im Wald gibt es nur den Tod.“


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Leseprobe:
Sie erreichten die ersten Hütten und bogen in eine enge, schmutzige Gasse ein. Leah kannte den armen Teil der Stadt wie ihre Westentasche und nahm so viele Abkürzungen wie möglich, um dem schrecklichen Szenario zu entkommen.
Trotz allem konnte sie das Jubeln und die Pfiffe der Menge hören, und vor ihren Augen spielte sich eine Szene ab, in der sich das knarrende Tor öffnete und Sallya von den Wachen hinaus gestoßen wurde. Das Tor schloss sich mit einem dumpfen Schlag von Holz auf Stein. Sie hatten Sallya in die Wildnis geschickt. Es brachte nichts, Leah würde es nicht rechtzeitig schaffen, um dem Albtraum zu entgehen. Sie blieb atemlos stehen, lehnte sich an eine alte Steinmauer und schloss die Augen.
Bitte, bitte, lass sie überleben. Nach einer kurzen Zeit der Stille hörte sie jedoch das Geräusch, das jeden Stadtbewohner die Angst in Mark und Bein spüren ließ. Das bedrohliche Brüllen einer Kreatur, die ihre Beute gewittert hatte und mit der Jagd begann. Sallyas Schreie endeten abrupt und Leah lief ein Schauder über den Rücken. Sie zog scharf die Luft ein und drängte die Tränen zurück. Es dauerte, bis sie sich gesammelt hatte. Ihre Stimme klang schwach und rau.
„Wenigstens ging es schnell.“
Marik brummte zustimmend, bevor sie schweigend ihren Weg fortsetzten und ihren trübseligen Gedanken nachhingen.
„Lass uns an den See gehen“, sagte er, „solange die Wachen abgelenkt sind. So eine Chance bekommen wir so schnell nicht wieder.“
Sie wusste, dass er sich Sorgen um sie machte.
„Ja, ein bisschen Ablenkung wäre ganz gut“, stimmte sie zu, kam aber nicht umhin sich vorzustellen, wie es wäre, wenn sie eines Tages die Worte des Verwalters würde hören müssen. Verbannt seist du ... Marik würde sie für verrückt erklären, wenn sie ihm von diesen Ängsten erzählen würde. Wenn er doch nur wüsste, wie nahe sie am Abgrund wandelte.

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