25. Mai 2017

'Verliebt in einen Zwerghirschsaurier' von Cornelia Harz

Wovon träumt man, wenn man seiner Mutter beibringen muss, dass der neue Freund Sexspielzeug entwickelt?

Wovon träumt man, wenn man mit seinem Neffen ein Referat über Dinosaurier geschrieben hat, aber während einer Dokumentation über Hirsche einschläft?

Wovon träumt man, wenn sich die Sorgen des Alltags mit den Verrücktheiten des Lebens vermischen?


Lassen Sie sich nach Dinognom entführen, in die Heimat der Zwerghirschsaurier. Seien Sie dabei, wenn Rebekka die Welt mit den Augen ihrer großen Liebe Hansi von Saurus sieht, lachen Sie über den sexuellen Erfindergeist eines Junggesellen und verfallen auch Sie dem Charme dieser herzlichen Riesen. Doch Vorsicht! Genau wie im wahren Leben läuft auch in einem Traum nicht alles perfekt. Der gemeine Bürgermeister Bestius hat vor vielen Jahren die Gemeinschaft der Zwerghirschsaurier zerstört und ihnen unverzeihliches Leid angetan. Hansi und seine Freunde kämpfen um Gerechtigkeit.

Humor, Fantasy und Liebe – ein Spaßbüchlein für zwischendurch, das polarisiert.

Schnell holen: Gratis zu haben bis 27. Mai.

Gleich lesen: Verliebt in einen Zwerghirschsaurier: Ein schräger Fantasy-Traum

Leseprobe:
Ich saß an einem kleinen Bistrotisch in meinem Lieblingscafé im Stadtpark und sah durch die große Fensterfront nach draußen. Die Sonne strahlte, die Blumen leuchteten in ihren hellsten Farben und die Vögel flatterten vergnüglich umher und jagten nach den letzten Brotkrumen auf dem Boden der Terrasse. Ich nippte an meinem Kaffee, lauschte den Liedern aus den Boxen über mir und die Schmetterlinge in meinem Bauch tanzten dazu im Takt. Er war schon wieder zu spät, aber das machte nichts. Seit fünf Wochen waren wir nun zusammen und ich hatte es diesmal nicht gefunden, das berühmte Haar in der Suppe. Er war einfach perfekt.
»Hallo Rebekka!« Plötzlich ertönte seine tiefe Stimme hinter mir.
Er riss mich kurz aus meinem Tagtraum, aber ich landete sanft in meinem echten Traum, meinem echten Leben, meiner Liebe.
»Hallo«, sagte ich und küsste seine weichen Lippen.
Hans roch wieder so gut. Ich inhalierte den Duft seines süßlichen Parfüms gemischt mit einer Prise frischem Männerschweiß. Er setzte sich neben mich und die Bedienung brachte ihm auch eine Tasse Kaffee.
»Ich würde dir gerne meine Mutter vorstellen«, platzte es aus mir heraus. Nein, so ein Mist! Rebekka, erst denken, dann reden.
»Na klar, wann denn?«, fragte er souverän.
»Das war nur so eine Idee. Ich hab auch noch gar nicht mit ihr gesprochen, wahrscheinlich ist es viel zu früh.«
Er drückte mir seinen Zeigefinger auf die Lippen. »Es kann nie zu früh sein, seine Schwiegermutter kennenzulernen«, sagte er zärtlich.
Ich schob seinen Finger zur Seite. »Seine Schwiegermutter?«, kreischte ich.
In dem Café war es auf einmal ganz still.
»Ja, warum nicht? Also ich finde, du hast deine Probezeit bestanden.«
Ich grinste und bekam dieses blöde Grinsen gar nicht mehr aus meinem Gesicht. Eigentlich hatte ich nie heiraten wollen, aber da waren sie wieder, diese Schmetterlinge und dieser Duft, diese klitzekleinen Pheromone, die sich durch meine Nase direkt in …
»Also, was meinst du?«, hakte er noch mal nach.
»A-ber«, stotterte ich, »aber ich weiß noch fast gar nichts von dir.«
»Gut, was möchtest du wissen?«, fragte er.
»Willst du Kinder?« Die Frage der Fragen, auf die ich nicht mal selbst eine Antwort wusste.
»Warum nicht? Du?«
»Keine Ahnung. Und angenommen, wir würden tatsächlich heiraten: Würdest du zu mir ziehen oder ich zu dir?«
»Ich finde, wir sollten uns eine neue Wohnung suchen. Dann fangen wir beide zusammen ganz von vorne an, ohne den Ballast unserer Vergangenheit.«
Seine Antwort gefiel mir. Ich hatte es immer gehasst: im Bett zu schlafen, in dem auch die Ex gelegen hatte. Auf dem Sofa zu kuscheln, auf dem auch die Ex gekuschelt hatte. Auf dem Klo zu sitzen, auf dem auch die Ex – lassen wir das. »Ich denke, da könnten wir uns einig werden. Wo arbeitest du überhaupt?« Es war verrückt, aber es hatte sich in den paar Wochen wirklich noch nicht ergeben, ihn das zu fragen.
»Hmmm, ja, also, du bist doch eine moderne Frau?«
Ich lächelte. »Was kommt jetzt? Betreibst du ein Bordell?«
Er lachte. »Nein, nicht direkt, aber …«
»Jetzt raus mit der Sprache!«
»Ich bin Produktentwickler für Sexspielzeug.« Er wurde etwas leiser. »Vibratoren, Latex-Vaginen und so.«
Ich kugelte mich und schlug ihm auf den Arm. »Komm, jetzt mal im Ernst.«
»Das ist mein Ernst«, sagte er.
Meine Gesichtszüge entgleisten, ich war in diesem Thema wirklich nicht gerade auf dem neuesten Stand. Vor einigen Jahren hatte ich es aufgegeben, diese Läden zu betreten, mein Kopf hatte schon vor der Schwelle stets stärker geleuchtet als alle Glühbirnen zusammen. Und seitdem ich festgestellt hatte, dass der diskrete Versand dieser Waren Werbung in absolut unauffälligen knallbunten Umschlägen nach sich zog, hatte ich es irgendwann ganz sein lassen.
»Du hast sicherlich kein Problem damit, oder?«, fragte er.
»Nein, gar nicht«, antwortete ich und verstummte.
Am Abend saß ich alleine bei mir auf dem Sofa. Es war ein seltsames Date gewesen. Dieser Heiratsantrag, waren wir jetzt verlobt oder nicht? Und sein Job! Ich konnte ihn meiner Mutter nicht vorstellen. Niemals.
Ich schaltete den Fernseher an und ging zum Barfach. In der Glotze lief so eine Doku über Hirsche. Ich hatte den Sender noch eingestellt, weil ich meinem Neffen bei seinem Referat über Dinosaurier geholfen hatte. Mit einer Flasche Whiskey und einem Glas in den Händen setzte ich mich an den Couchtisch und goss mir einen tüchtigen Schluck ein. Er entwickelt Sexspielzeug. Ich trank. Zum Geburtstag würde er meiner Tante Gitta sicherlich einen … Ich trank. Bestimmt müsste ich neue Erfindungen mit ihm ausprobieren. Ich trank. Meine Mutter, die flippt aus! Ich trank und glotzte auf die Hirsche. Was ging denn jetzt ab? Der riesige Hirsch mit seinem riesigen Geweih – schon war er drauf auf der Hirschkuh. Ich füllte mein Glas wieder auf.
Zwischen meinen Gedanken nahm ich immer einen Schluck Whiskey, starrte auf die Mattscheibe, nahm wieder einen Schluck Whiskey. Und irgendwann schlief ich ein und träumte …

»Und eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben, acht! Und eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben, acht!« Amsel Frieda saß in einer Baumkrone und feuerte pfiffig den Zwerghirschsaurier Max bei seiner Morgengymnastik an.
»Autsch, mein Rücken!« Knack, knack. »Das war gut!« Max kroch zufrieden aus seinem Laubhaufen.
»Du wirst doch nicht schon schlappmachen, alter Zwerghirschsaurier? Sieh mich an!« Frieda gab so sehr mit ihrem eigenen Fitnessprogramm an, dass sich die Äste bogen. Zuerst dehnte sie ausgiebig ihre Beine. Danach beugte sie ihre Flügel, als wäre sie ein Bodybuilder mit Hanteln, und anschließend berührte sie mindestens zwanzig Mal mit dem Kopf ihre Füße. »So geht das!«
»Ach, halt bloß den Schnabel, du blöde Kuh!«
»Ich bin keine Kuh! Ich bin ein Vogel!«
»Dann geh vögeln, aber lass mich in Ruhe!«

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24. Mai 2017

'Roter Ozean: Im Fahrwasser der Macht' von Ute Bareiss

Ein Feuerball erhellt das Tyrrhenische Meer. Aus den Trümmern der explodierten Motorjacht rettet der Meeresbiologe Alex einen Verletzten. Damit beginnt ein Kampf ums Überleben. Denn der Gerettete Sergio ist Journalist und besitzt brisantes Recherchematerial zu einem Mord in den höchsten Politkreisen Italiens. Alex gerät in einen Sumpf aus Macht und Intrigen – bis er selbst von Polizei und skrupellosen Verbrechern verfolgt wird. Es bleibt nur ein Ausweg:
Der Gejagte muss selbst zum Jäger werden.

»Ein extrem spannender Wettlauf um Leben und Tod.«
Kölner Rundschau.

»Fesselnd und spannend bis zum Schluss.«
Divemaster Magazin.

»Sehr lebendig und spannungsreich.«
Cannstatter Zeitung

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Leseprobe:
Prolog
Etwas stimmte nicht.
Die Köchin richtete sich in ihren Kissen auf. Der Geruch nach verbranntem Fleisch hing in der Luft. Madre Mia! Die Reste des Saltimbocca alla Romana vom Vorabend standen abgedeckt auf dem Herd. Hatte sie etwa vergessen, das Gas abzuschalten? So etwas passierte ihr in letzter Zeit öfter.
Sie schüttelte den Kopf, strich sich die grauen Haarsträhnen aus dem Gesicht und stand auf. Ein Stechen fuhr durch ihre Glieder – die vermaledeite Arthritis. Zum Anziehen blieb keine Zeit, eine Wollstola musste ausreichen.
Der Flur lag ausgestorben da, nur in den Nischen lauerten schwarze Schatten.
Im Haus herrschte Stille.
Sie eilte in Richtung Küche, nur das Klappern ihrer Pantoffeln auf den Terrakotta-Fliesen übertönte das heftige Klopfen ihres Herzens. Ein ungutes Gefühl beschlich sie und verursachte ein Prickeln, das sich zwischen ihren Schulterblättern bis in den Nacken ausbreitete. Sie hielt inne. Mochte vieles nicht mehr so funktionieren wie früher, ihr Geruchs- und Geschmackssinn arbeiteten noch einwandfrei. Es roch eindeutig verbrannt.
In der Küche war kein Glimmen unter dem gusseisernen Topf auf dem Gasherd zu sehen, der wie eine Insel in Küchenmitte thronte. Was für ein Glück, sie hatte nichts vergessen!
Doch durch die Gardine fiel ein Flackern, das die Konturen beinahe gespenstisch erhellte. Sie hastete zum Fenster und spähte hinaus. Auf die Entfernung konnte sie nur vage tanzendes Licht ausmachen. Hatte etwa einer der Olivenbäume Feuer gefangen? Der Sommer war bislang viel zu trocken gewesen. Kleine Schweißperlen traten auf ihre Oberlippe. Sollte sie Hilfe rufen?
Warum brachte Daniele ausgerechnet heute die Signora mit den beiden Bambini für die Sommerferien zu den Großeltern nach Terracina? Schließlich war er für die Bäume zuständig. Sollte sie den Signore wecken? Nein, sie würde selbst nachsehen, bevor sie falschen Alarm schlug.
Beim Öffnen der Hintertür schlug ihr der penetrante Geruch mit voller Wucht entgegen. Sie drückte sich ein Ende der Wollstola vor die Nase und zog sie enger um ihre Schultern. Trotz der lauen Nachtluft fröstelte sie. Sie musste sich zwingen, einen Fuß vor den anderen über die unebene Wiese in Richtung des Lichtscheins zu setzen. Eine Windböe blies ihr warme Luft zu. Warme, nach verbranntem Fleisch riechende Luft. Beißender Qualm trieb ihr Tränen in die Augen. Sie blinzelte. Blinzelte nochmals.
Dio mio!
Sie schrie, laut und gellend. Als ihre Kehle den Ton versagte, schrie sie stumm weiter. Der Anblick des Menschenkörpers, der an einem Holzkreuz hing, eingehüllt in einen Mantel aus Flammen, die ihm das Fleisch von den Knochen leckten, brannte sich in ihr Gedächtnis.

1
Ein Schweißtropfen bahnte sich seinen Weg von der Schläfe über die Wange und tropfte auf den Neoprenanzug. Alex schloss widerwillig den Reißverschluss. Es wurde Zeit, ins Wasser zu kommen. Selbst für Anfang August war es noch ungewöhnlich warm. Kein Windhauch bewegte die blank polierte See des Golfe de Porto Vecchio, die Lichter der Häuser am Ufer spiegelten sich darin.
Alex gab Jean-Luc das Zeichen zum Abtauchen. Langsam ließen sie sich in die Tiefe sinken. Die Konturen der Pecorella schälten sich aus der Schwärze des Meeres. Ein angenehmes Kribbeln lief Alex den Rücken hinauf, als das gesunkene Schiff immer größer wurde, fast bedrohlich auf ihn zukam. Gespenstisch huschte der Strahl ihrer Tauchlampen über das Wrack, das aufrecht auf dem Grund stand. Wie Rubine leuchteten die Augen zweier Langusten auf dem Kabinendach auf, bevor sie rückwärts flüchteten.
Das Äußere des Wracks war mit leuchtend gelben Krustenanemonen übersät, die ihre Knospen in der Nacht allesamt zu eindrucksvollen Blütenkelchen geöffnet hatten, und das Steuerhaus wie ein sonnenblumenfarbiger Teppich überzogen, nur unterbrochen von Tupfen orange- und lilafarbener Schwämme.
Ein Barrakuda schoss aus dem Dunkel, um die vom Lampenschein angezogenen kleinen Fische und Krebse zu jagen. Alex erschrak und musste grinsen. Hatte er dem Fisch ein Abendessen spendiert? Der pfeilförmige Körper des Tieres funkelte wie mit Silberglitter überzogen, dennoch konnte dies nicht von den messerscharfen Zähnen ablenken, die hervorstachen, als der Barrakuda nach einer Sardine schnappte.
Durch Handzeichen verständigte sich Alex mit Jean-Luc, ins Wrackinnere zu tauchen. Ihre Atemgeräusche wirkten zugleich beruhigend und unheimlich in der Düsternis des engen Wracks. Vor ihnen teilte sich ein Schwarm Sardinen wie ein Vorhang, als sie hindurchtauchten. Alex’ Lampenstrahl huschte über den Grund, kreuzte sich manchmal mit dem von Jean-Luc. In der Ecke funkelte etwas. Er ließ sich absinken, es war ein herzförmiger Strass-Anhänger, wie sie oftmals an Badekleidung angenäht waren. Achtlos steckte er ihn in die Tasche seines Tauchjackets und deutete fragend zum Ausgang.
Jean-Luc bestätigte.
Die Laderaumluke wurde fast vollständig von einem Meeraal blockiert, der sie neugierig anstarrte. Seine bei Tag dunkelgrau erscheinende Haut schimmerte bläulich irisierend, als er sich davonschlängelte und ihnen den Weg freimachte.
Plötzlich hallte ein lauter Knall durch die Tiefe. Alex zuckte zusammen. Was war das?
Die Schallwellen drückten gegen seinen Brustkorb und pressten sich schmerzhaft auf sein Trommelfell. In Jean- Lucs weit aufgerissenen Augen spiegelte sich sein eigener Schreck wider. Gleichzeitig zeigten ihre Daumen zur Wasseroberfläche. So schnell es möglich war, schossen sie nach oben. Ein mächtiger Feuerball erleuchtete unweit nördlich von ihnen in der Cala Rossa den Horizont, Funken stoben in die klare, schwarze Luft.
„Sieht aus, als wäre ein Boot explodiert!“ Alex hustete.
„Merde! Lass uns bloß hoffen, dass es unbewohnt war“, sagte Jean-Luc und traf damit genau Alex’ Gedanken.

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'KEMET: Der Fluch (Teil 2)' von Hanna Julian

David hat dem Bösen unwillentlich Tür und Tor geöffnet. Sein Leben gleicht inzwischen einem Albtraum. Er muss alles daran setzen, den tödlichen Fluch zu bekämpfen, der von ihm und seinem Freund Linus Besitz ergriffen hat.

Auch seine Mitstreiter geraten immer tiefer in die Machenschaften eines grauenhaften Dämons. David muss all seine Kraft aufwenden und einen möglichst kühlen Kopf bewahren, denn wenn Linus überleben soll, gilt es herauszufinden, warum der Dämon aus dem alten Ägypten es ausgerechnet auf schwule Liebespaare abgesehen hat.

Zweiter Teil der Gay-Mystery-Reihe "KEMET Der Fluch".

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Leseprobe:
David fuhr, als wäre der Teufel hinter ihm her. Und in der Tat hielt er das für gar nicht mal so unwahrscheinlich. Irgendetwas Seltsames, Fremdes – etwas Bedrohliches – war in sein und Linus' Leben getreten. Es war wirklich beängstigend!
David führte ein riskantes Überholmanöver aus und ignorierte das empörte Hupen des anderen Fahrers. Er ahnte, dass es nichts nutzen würde, viele Kilometer zwischen sie und den Ort der letzten Ereignisse zu bringen, und doch siegte der Fluchtinstinkt.
Linus war auffällig still, und David bemerkte, dass sich die Finger des Freundes tief in dessen eigenes Bein krallten. Ob Linus sich darüber überhaupt bewusst war? Als er eine Ampel bei Rot überfuhr, bekam David einen Schreck, der ihn endlich dazu brachte, den Fuß etwas vom Gas zu nehmen. Sie hatten Glück, dass die Gegenseite noch kein grünes Licht bekommen hatte. Glück – davon konnten sie jetzt offensichtlich eine ganze Menge brauchen!
»Wirst du mir jemals verzeihen können?«, fragte Linus plötzlich. David nahm den Blick nicht von der Straße, als er erwiderte: »Ich weiß es nicht. Aber darum geht es im Moment auch überhaupt nicht.«
»Nicht?«
»Nein, Linus. Es geht hier um weitaus mehr, wie ich fürchte. Denn wenn ich dir glauben soll, dass du praktisch von diesem … wie hieß der Typ nochmal? Dieser Kollege, der dich in der Pension regelrecht überfallen hat.«
»Veysel. Er heißt Veysel. Und ich verstehe wirklich nicht, wie er das alles geschafft hat.«
David lachte bitter. »Du verstehst nicht, wie er dich verführen konnte? Das kann ich dir ganz einfach erklären, Linus. Du bist ein notgeiler Bock! Deshalb!«
David nahm die Kurve etwas zu schwungvoll und musste stark gegenlenken, um nicht den Lastwagen zu touchieren, der auf der anderen Straßenseite fuhr.
»Ich habe dir doch gesagt, dass so etwas zuvor noch nie passiert ist.«
»Du hast auch gesagt, dass es nicht passiert wäre, wenn ich von Anfang an mitgekommen wäre. Hörst du eigentlich nicht selbst, wie lächerlich das klingt? Ich muss dir vertrauen können, Linus. Und das kann ich leider nicht mehr.«
Eigentlich erwartete David, dass sein Freund sofort dagegenhalten würde, aber Linus schwieg. Sie fuhren eine ganze Weile, ohne dass einer von ihnen ein Wort sagte. Erst nach einiger Zeit durchbrach Linus die Stille.
»Setz mich dann am Best Western ab. Ich nehme mir ein Zimmer, damit du deine Ruhe vor mir hast.«
Linus hatte es mit einer Entschiedenheit gesagt, die David überraschte.
»Du kommst mit nach Hause«, erwiderte er ebenso fest.
»Ne, lass mal. Ich kann verstehen, wenn du keine Lust hast, in meiner Nähe zu sein. Ich meine … um ehrlich zu sein, würde ich gerade selbst gerne nicht in meiner Nähe sein müssen. Aber mir bleibt da wohl keine große Wahl.« Er lachte unbeholfen.
»Du hast schon genug für die Pension bezahlt. Wir raufen uns halt irgendwie zusammen, bis wir die Dinge geklärt haben.«
»Was für Dinge möchtest du denn klären?«
David warf Linus einen Seitenblick zu, sah dann aber wieder auf die Straße, als er antwortete: »Wie es mit uns weitergeht. Ich denke, wir brauchen etwas Zeit, um das zu entscheiden.«
»Zeit – und eigentlich auch Abstand, oder siehst du das wirklich anders?«
»Nein, ich sehe das nicht anders. Es wäre gut, wenn wir jetzt Abstand halten könnten. Aber ich fürchte, es ist sicherer, wenn wir erst mal zusammenbleiben.«
»Sicherer? Glaubst du, Veysel könnte seine Drohungen wahrmachen und mich umbringen?«
David presste kurz die Lippen aufeinander, dann sagte er mit bemüht ruhiger Stimme: »Im Moment glaube ich, dass alles möglich ist. Und daher ist es wichtig, dass ich über einige Dinge Klarheit erlange. Doch dazu brauche ich Zeit, und bis dahin möchte ich dich möglichst im Auge behalten.«
Sie fuhren über eine Landstraße, die von Birken gesäumt war. In der Ferne drehten sich die Flügel von Windkraftanlagen und schienen den Himmel zerschneiden zu wollen. Zu den Seiten erstreckten sich Wälder, die zum Wandern einluden. David kam wieder in den Sinn, wie sehr er sich auf das Wochenende gefreut hatte. Wenn nicht alles so schrecklich verquer wäre, dann läge er jetzt sicher mit Linus nach einem ausgedehnten Spaziergang am Pool und würde sich auf ein leckeres Abendessen freuen. Inzwischen war ihm der Appetit allerdings gründlich vergangen.
»Wie kommst du darauf, dass alles Mögliche passieren könnte? Und wieso hattest du eigentlich plötzlich diesen Sinneswandel? Ich meine, es war ja gerade erst ein paar Minuten her, dass du mir gewünscht hast, ich möge verrecken. Und dann forderst du mich auf einmal auf, mit dir zu fliehen. Versteh mich nicht falsch, ich bin sehr froh, dass du das getan hast, denn es ist mir echt ein Rätsel, wie Veysel es geschafft hat, wieder ins Zimmer zu kommen, aber deine Reaktion kann ich ebenso wenig verstehen.«
David überlegte, was er ihm erzählen sollte. Er wusste nicht, ob es sinnvoll war, Linus noch mehr in Panik zu versetzen. Andererseits war es leichtsinnig, ihm zu verheimlichen, dass zuvor bereits seltsame Dinge vorgefallen waren.
»Du hast gesagt, du hast Veysel nicht gesehen als er wieder in dein Zimmer kam?«
»Ja, stimmt, ich habe nicht gesehen, dass er wieder ins Zimmer kam.«
»Aber du hast ihn zuvor gesehen, als ihr es miteinander getrie…«
»Klar, habe ich ihn da gesehen! Du stellst echt seltsame Fragen«, unterbrach Linus ihn. »Worauf willst du eigentlich hinaus?«
»Ich will wissen, ob er dir beim Sex wie ein Mensch vorkam.«
David konnte Linus' Blick spüren – er schien sich regelrecht in ihn zu bohren.
»Was ist hier eigentlich los, David? Kannst du mir vielleicht mal erklären, was diese dämliche Frage soll?«
»HAT ER SICH WIE EIN MENSCH ANGEFÜHLT?«, schrie David nun. Er wusste selbst nicht, woher diese seltsame Form von Aggression plötzlich kam. Sicher, Linus' Fremdgehen hatte ihn in Rage gebracht, aber seine Stimme hatte sich nicht nur zornig angehört, sondern die gleiche Panik beinhaltet, wie die von Linus zuvor am Telefon. Er versuchte, sich wieder zu beruhigen. Sein Herz pochte ihm bereits schmerzhaft gegen die Rippen, vor seinen Augen begann es zu flimmern. Er lenkte den Wagen an den Straßenrand, hielt an und tastete halb blind nach dem Schalter für das Warnblinklicht.
»Alles okay bei dir?« Linus legte ihm die Hand aufs Bein und David konnte spüren, dass er sich zu ihm beugte.
»Bleib weg von mir und antworte gefälligst!«, fauchte David. Sofort verschwand die Hand – sie hinterließ jedoch ein Gefühl wie nach einer Verbrennung. David atmete tief durch. Das war nur Einbildung – alles nur Einbildung ... dennoch strich er mit seiner eigenen Hand vorsichtig über die Stelle; nun war nichts mehr zu spüren.
»Er hat sich wie ein Mensch angefühlt. Ich wüsste auch nicht, wie es anders möglich sein sollte. Aber ...«

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23. Mai 2017

'Kreta: Erinnerungen an eine Reise' von Hermann Markau

Ich erlag dem einzigartigen Charme Kretas. Wenn man meinem Versuch, diese eine Reise zu beschreiben, eine Absicht unterstellen wollte, dann wäre es die, dem Leser diesen Charme nahezubringen, ihn teilhaben zu lassen an der ganz besonderen Atmosphäre, die ich dort erlebt habe, dieser außergewöhnlichen Mischung aus liebenswürdiger Direktheit und überbordender Gastfreundschaft seiner Bewohner.

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Leseprobe:
Außer mit dem Taxifahrer in Athen bzw. Piräus hatten wir bisher noch mit keinem Griechen Kontakt gehabt. Dass sollte sich innerhalb der nächsten Viertelstunde ändern: Als wir nämlich einen Fahrradladen passierten, blieb Karin stehen und zupfte mich am Ärmel:
»He! Ich hab´s«, rief sie. »Bleib stehen!«
Ich blieb also stehen und drehte mich zu meiner Frau um, die die paar Meter zu besagtem Laden bereits zurückgegangen war.
Als ich die Fahrräder sah, die da nicht nur zum Verkauf, sondern auch zum Verleih angeboten wurden – wie auf einer Werbetafel in englischer Sprache geschrieben stand – wollte ich zuerst nicht glauben, was Karin uns da zumutete.
»Du meinst doch nicht im Ernst …« fing ich an, als sie mich unterbrach;
»Nicht mit dem Rad! Wir müssen fragen, ob er auch Roller vermietet. Und dann mieten wir uns einen. Du fährst, und ich hinten drauf.«
»Roller – okay. Aber ich bin noch nie Roller gefahren«, warf ich ein.
»Ach was«, erwiderte Karin, »stell dich nicht an! Das ist ganz einfach.« Wir rein ins Geschäft. Da stand er also, der Grieche, mit dem wir den ersten engeren Kontakt hatten. Er konnte deutsch. Hatte einen Schnauzbart. Deutlich älter als wir. Und er war freundlich. Wir hatten sofort das Gefühl, willkommen zu sein. Er lächelte uns wie gute alte Bekannte an und beantwortete Karins Frage.
»Ja. Ich habe zwei Roller.«
Wir schauten uns an.
»Siehste!«, sagte sie.
Sie wandte sich wieder dem Griechen zu und meinte: »Wir wollen nur einen. Er fährt«, dabei zeigte sie mit dem Daumen auf mich, »und ich sitze hinten.«
»Okay«, kam die Antwort, »dann kommen sie mit vors Haus. Eine Probefahrt.«
Oh, Mann! Musste das sein. Ich war doch noch nie gefahren. Vielleicht hätte ich erst ein paar Übungsstunden haben sollen. Ich allein. Ohne Zeugen. Stumm ergab ich mich meinem Schicksal und folgte den beiden nach draußen.
Er hievte den Roller vor die Tür und bedeutete mir, das Steuer zu übernehmen. Er erklärte mir die Funktion der wenigen Schalter und Hebel.
Dann verlangte er: »Fahren sie einmal um diesen Block!«, wobei er eine weitausladende Halbkreisbewegung mit seinem Arm vollführte.
Nicht viel überlegen! Los also. Der Start war holperig. Genau genommen etwas mehr als das. Aber letzten Endes kam ich von der Stelle, und die Fahrt begann. Ich fand, dass ich das ganz gut machte. So schwer war das auch wirklich nicht. Karin hatte ganz recht.
Als ich die letzte Kurve gemeistert hatte, sah ich die Beiden in einiger Entfernung am Bordstein stehen. Ich war richtig zufrieden mit mir und meinen Fahrkünsten und zuversichtlich, dass wir unsere Reise mit dem Roller ganz easy schaffen würden.
Ich stoppte, stellte mein Bein ab und blickte unseren neuen Freund erwartungsvoll an. Als der seine Stirn in Falten legte und seine Handbewegungen ein klein wenig anzudeuten schienen, dass es ihm leid täte, und er dazu noch ganz entschieden seinen Kopf schüttelte, war mir alles klar.
»Kein Roller«, meinte er, zeigte gleichzeitig hinter sich und setzte seine Rede fort:
»Für jeden ein Mofa. Okay?«,

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22. Mai 2017

'Mord ohne Grenzen' von Elke Schwab

Tanja Gestier, Kriminalkommissarin und alleinerziehende Mutter einer vierjährigen Tochter, wird zu einem ungewöhnlichen Fall gerufen: Ihre Freundin Sabine Radek, ebenfalls alleinerziehende Mutter einer vierjährigen Tochter, hat in dem 200-Seelen-Dorf Potterchen im Krummen Elsass überraschend ein Haus geerbt. Als sie ihr Erbe antreten will, verschwindet ihre Tochter spurlos. Sie bittet Tanja um Hilfe.

Die Kommissarin reist ins Elsass und arbeitet als Verbindungsbeamtin vor Ort. Währenddessen stellen ihre Kollegen auf der deutschen Seite eigene Ermittlungen an, die sie in die saarländische Weinregion Perl und nach Luxemburg führen. Tanja findet heraus, dass in dem kleinen, elsässischen Dorf vor zwei Jahren schon einmal ein deutsches Mädchen verschwunden ist. Von dem Kind gibt es bis heute keine Spur.

Was geschieht mit den Mädchen?

Gleich lesen: Für Kindle: Mord ohne Grenzen: Elsass-Krimi
Für Tolino: Buch bei Thalia


Leseprobe:
Sie wartete. Reglos. Ob er ihre Nähe spürte?
Ihre Atmung beschleunigte sich. Sie schlug ihre Hand vor den Mund. Verzweifelt versuchte sie, leiser zu sein. Dabei überkam sie große Angst zu ersticken. Hastig zog sie ihre Hand wieder weg und atmete tief und gierig ein. Die Luft war kalt und schmerzte in ihren Lungen. Außerdem roch sie eklig. Sie drückte sich tiefer in die nasse, kalte Nische. Wieder verhielt sie sich ganz still und lauschte. Nichts. War er noch da? Sie stieß den angehaltenen Atem aus.
Sollte sie sich ein Stückchen nach vorn beugen, um zu sehen, ob er noch dort war? Was, wenn er nur darauf wartete? Sie zitterte.
Sie schaute sich um, sah nur Dunkelheit. Das einzige Licht kam von oben. Dort musste er sein. Todesmutig wagte sie sich einige Zentimeter vor. Da erblickte sie ihn. Er trug eine schwarze Kapuze, die Gestalt breit, die Hände bereit, zuzupacken.
Hastig zog sie sich zurück. Ein Schluchzen entfuhr ihr.
Ganz fest schloss sie ihre Augen. Wenn sie ihn nicht sah, konnte er sie auch nicht sehen. Das Gefühl gab ihr Trost.
Lange verharrte sie so, bis die Neugier sie antrieb, die Augen wieder zu öffnen. Zitternd beugte sie sich nach vorn, um zu sehen, ob er immer noch dort stand. Aber sie sah nur noch ein helles Rund hoch über ihrem Kopf. Der Kapuzenmann war verschwunden.


Sabine Radek wähnte sich am Ende der Welt. Ihre Tochter saß im Fond des Wagens und nörgelte, was Sabines Nervosität noch steigerte. Was erwartete sie? Ihre Aufregung wuchs mit jedem Kilometer. Sie hatte eine Erbschaft gemacht, mit der sie niemals gerechnet hätte. Ein Onkel im Elsass, das klang wie der Titel einer Komödie aus dem Ohnsorg-Theater. Nach Lachen war ihr seitdem tatsächlich zumute.
Sabine Radek, die Erbin.
Wollen Sie das Erbe annehmen?
Wie sollte sie diese Frage beantworten, ohne ihr Erbe jemals gesehen zu haben?
Also fuhr sie ins Elsass – zusammen mit ihrer Tochter Annabel, die unbedingt hatte dabei sein wollen.
Die Entfernung betrug von Saarbrücken aus vierzig Kilometer. Sie verließ Lothringen und überquerte die unsichtbare Grenze zum Krummen Elsass. Nur noch zwei Orte. Die würde sie auch noch schaffen.
Endlich das Ortsschild: Potterchen.
Sabine bestaunte die schmale Straße, eingerahmt von dicken Stämmen der Kastanien, deren Blätter sich wie ein bunter Baldachin über der Allee ausbreiteten.
Am Ende der Allee lag das Dorf, in dem ihr Onkel gelebt hatte, ohne jemals mit ihr in Kontakt getreten zu sein.
Wer wusste schon, warum es gut war, erst nach seinem Tod von ihm zu erfahren? Sabine grinste. So hatte sie wenigstens keine negativen Erinnerungen an ihn.
Bis jetzt. Es sei denn, das Haus war die reinste Bruchbude … Dieser Gedanke kam Sabine, als sie das erste Gebäude erblickte. Es war ein Trümmerhaufen, dessen endgültiger Zerfall jede Sekunde bevorstand. Das nächste, ein leer stehendes Bauernhaus, war von einer Größe, die sie umgeworfen hätte, säße sie nicht in ihrem Auto.
Ihre anfängliche Begeisterung bekam erste Dämpfer. Sie fuhr langsam weiter. Doch was sie dann zu sehen bekam, entschädigte sie für alles. Der Kern des Dorfes war traumhaft – als sei die Zeit stehengeblieben. Alte, gut gepflegte Bauernhäuser, teils aus Sandstein, teils aus Fachwerk. Manche waren in Pastellfarben gestrichen, andere prangten in Naturstein. Scheunen, Ställe und Blumenkübel in allen Formen und Größen zierten die schmale Straße.
„Welches davon wohl unser Haus ist?“, fragte sie nach hinten, in Richtung ihrer Tochter.
Annabels Antwort fiel allerdings anders aus als erwartet. Laut schrie sie: „Pferde.“
Sabine schaute in die Richtung, in die der kleine Kinderfinger zeigte. Pferde grasten auf einer Koppel nahe an Bahngleisen, die das Dorf abgrenzten. Auf der anderen Seite der Schienen lagen Felder, soweit das Auge reichte.
„Ich vermute, wir sind zu weit gefahren.“ Sabine ließ ihren Blick nach links wandern. Dort wies ein Schild darauf hin, dass die Rue de la Gare weiterging. „Oder doch nicht.“ Sie bog ab.
Weiter reihte sich ein Bauernhaus an das nächste.
Dann sah sie es - Hausnummer zwölf.
Sie wusste nicht, ob sie sich freuen sollte oder nicht. Der Anblick ihres Erbes entfachte keine Liebe auf den ersten Blick. Vor ihr befand sich ein Bauernhaus mit Wohnung und Stall unter einem gemeinsamen Dach mit durchlaufendem First.
Annabel drängelte: „Darf ich zu den Pferden gehen?“
„Nein. Wir wissen doch gar nicht, wo die sind.“
„Doch. Ich habe den Stall gesehen.“
„Du wirst zuerst mit mir ins Haus gehen.“
Schmollen war die Antwort.
Sabine stellte ihren Daihatsu Cuore ab und stieg zusammen mit ihrer Tochter aus. Aus ihrer Tasche kramte sie den Haustürschlüssel hervor, dessen Form sie immer wieder in Staunen versetzte. So ein antikes Teil hatte sie noch nie in ihren Händen gehalten – groß, lang, von plumper Form, aus rostigem Eisen.
Kaum hatte Sabine die Tür hinter ihnen geschlossen, schien es ihr, als betrete sie eine andere Welt. Alles war geräumig, die Bauweise rustikal, die Decke hoch und aus massivem Eichenholz, der Boden mit Steinplatten belegt. Annabel schien es zu gefallen, denn sie stürmte neugierig durch die Räume, um alles zu erkunden.
Zu ihrer Rechten lag ein großes Wohnzimmer.
Sie hörte Annabel im Nebenraum rumoren. Langsam folgte Sabine ihrer Tochter durch einen Rundbogen. Der Raum dahinter war lang und schmal, er beherbergte eine geräumige Küche und das Esszimmer und nahm die gesamte Rückfront des Hauses ein. Nicht nur eine gläserne Balkontür, sondern gleich zwei nebeneinander ließen viel Licht herein und gaben den Blick auf einen großen, ungepflegten Garten frei. Annabel war nicht zu sehen.
Eine der gläsernen Türen schlug gegen den Rahmen. Wieso stand sie offen? Sofort bekam Sabine eine Gänsehaut.

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20. Mai 2017

'LIEBE IHN und LEIDE' von Harald Schmidt

„Gib diese Frau auf, denn die Zeit auf dieser Erde ist endlich ... besonders für sie.“

Die Warnung ist eindeutig, die der erfolgreiche Schriftsteller Jan Hellman in dem Umschlag vorfindet. Niemals wieder hat er eine Verbindung eingehen wollen. Die Trennung von Claudia saß noch wie ein Stachel in seinem Herzen. Sein Single-Dasein war beschlossen. Doch das Schicksal hatte eigene Pläne gehabt. Sandra veränderte alles.

Jetzt aber hält er diesen Drohbrief in den Händen.

Bei Jan Hellmann und den eingeschalteten Ermittlern keimt der Verdacht, dass ihn der Gegner gut kennen muss. Lebt der Verursacher dieser Grausamkeiten in einem vertrauten Umfeld? Ekelige Tierkadaver und weitere Drohbriefe verstärken die Angst. Perfekt getarnt treibt der Täter sein perfides Spiel. Die Einschläge, die Opfer und Polizei weiter rätseln lassen, kommen immer näher, werden immer brutaler.

Eine Liebe, an deren Erfüllung sich mit jeder gelesenen Seite die Zweifel mehren. Eine Beziehung, die direkt auf den Vorhof der Hölle zusteuert.

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Leseprobe:
Der bohrende Schmerz, den der ungewohnte Konsum von Alkohol in seinem Kopf hervorrief, riss Jan Hellmann aus dem einer Ohnmacht ähnelnden Schlaf. Die Erinnerung an den gestrigen Abend traf ihn schonungslos. Er schloss die Augen. Verzweifelt versuchte er, zurück in die Traumwelt zu fliehen, von der er glaubte, dass sie ihn vor der Realität schützte. Die zitternden Hände spürten den Schweißfilm, der in Sekundenschnelle entstanden war. Dass er noch angekleidet auf dem Teppich lag, zeigte ihm deutlich das Ausmaß des gestrigen Kontrollverlustes. Jackett, Oberhemd - verteilt auf dem Boden. Eine Hand schützte die Augen, damit die Sonne, die ihre Strahlen durch einen Spalt der Bäume presste, ihn nicht blendete. Brutal erinnerte sie ihn daran, dass alles, was er gestern Abend mit Whiskey verdrängen wollte, doch geschah. Wo blieb das Schnurren von Hercules, das Anstupsen seiner Nase. Den Namen verpasste er dem Kater in Anlehnung an den Sohn des Göttervaters Zeus. Er besaß ebenfalls diesen kräftigen Körperbau. Jan stemmte den schmerzenden Körper auf, suchte die frische Luft des Gartens. Die Terrassentür glitt auf. Der Wahnsinn, der ihm ins Auge sprang, schaukelte, vom Wind bewegt, zwischen den Bäumen. Sein Magen reagierte prompt.
Die Gedanken wühlten durch das Geäst der Erinnerungen. Sie verharrten an der Stelle, an dem der Horror seinen Anfang fand ...

Das laue Lüftchen, das durch die goldfarbigen Blätter der umstehenden Bäume strich, versprach einen sonnigen Spätherbsttag. Der Laubsauger lärmte mittlerweile eine Stunde. Er verdarb allen Besuchern, die ihr Gesicht den letzten Strahlen der untergehenden Herbstsonne zuwandten, die ersehnte Erholung. Bei Gesprächen wurden Gäste an entfernt stehenden Nebentischen notgedrungen in intimste Geheimnisse eingeweiht. Jan Hellmann trommelte ungeduldig mit den Fingerspitzen auf die Kante der Kaffeetasse. Er wünschte dem Mann, der auftragsgemäß nur seine Arbeit ausführte, einen Riesenpickel an den Hintern. Aus reiner Boshaftigkeit aber zu kurze Arme, um daran kratzen zu können. Matteo steckte den Kopf durch das winzige Fenster der Eisküche.
»Du bisse eine Verbrecher. Du wirst bestimmt bezahlt von Konkurrenz, dass du vertreibst meine Gäste. Ich werde heute noch beten zur Madonna, dass sie dir über Nacht lässt die Zähne ausfallen. Deine Zehnägel sollen dir wachsen eine halbe Meter, damit dir kein Schuh mehr passt ... du ... du bist eine Caca Cazzo
Seine frommen Wünsche in Richtung des Arbeiters nahm der mit Gleichmut auf. Mit einer müden Handbewegung winkte er ab.
»Wenn ich nur ein Wort verstehe, Matteo, haue ich dir was aufs Maul.«
»Komm doch her, wenn du hast Mut. Ich habe dich nämlich genannt eine Arschgeige.«
Matteo schüttelte die Faust, warf mit Getöse das Fenster zu. Die Aufmerksamkeit galt wieder der Eismaschine. Seine Frau Alessia, die als Inhaberin den Café-Betrieb organisierte, stand mit verschränkten Armen in der Eingangstür. Sie amüsierte diese Frotzeleien. Ihre Stammgäste wussten, dass die meisten Äußerungen Matteos nur zur Erheiterung der Anwesenden beitragen sollten.
»Alessia, hast du deinem Göttergatten beim Aufstehen einen Kuss verweigert? Dann wundert mich nichts mehr.«
Klaus Recker, der hier täglich nach der Fahrradtour seinen Morgen-Tee trank, hielt Alessia mit der Frage auf, die Richtung Theke verschwinden wollte.
»Wenn es mal so einfach wäre, Klaus. Inter Mailand hat gestern gegen Neapel verloren ... da liegt der Hund begraben. Dann kannst du den Kerl nicht mehr genießen. Werde den bald gegen zwei jüngere Exemplare eintauschen.«
»Habe ich gehört, Weib«, schallte es aus der Eisküche. Der Applaus der Gäste begleitete den Dialog. Alle hier amüsierte es, dass diese Beiden einen ständigen Streit zur Erheiterung des Publikums lieferten. Nichts auf der Welt würde diese liebenswerten Menschen trennen können. Man erzählte, dass sie bereits im Sandkasten ewige Treue schworen. Ihre Hochzeit wurde mit dem Segen eines korrupten Dorfgeistlichen schon in der Kita besiegelt. Matteos Eltern, so sagte es zumindest ein sich hartnäckig haltendes Gerücht, mussten einst zwölf Euganeo Berico-Schinken sowie vier Milchkühe von Padua nach Asiago liefern. Erst danach durften sie für ihren Jungen um die Hand Alessias anhalten. Dafür nahmen die den Rotzlappen in ihrer Familie auf ... das sagte zumindest ein Gerücht.
Alessias Eltern überschrieben ihnen vor etwa vierzig Jahren das bestens eingeführte Eiscafé. Als das junge Paar nach Recklinghausen übersiedelte, musste Matteo die Verehrer scharenweise abwehren. Die umschwirrten den Laden - besser gesagt Alessia - wie Motten das Licht. Der Umsatz stieg, da die italienische Schönheit zumindest die männliche Kundschaft magisch anzog.
Die Ehefrauen prüften sofort den Grund der Schwärmerei. Die Friseurbetriebe der Umgebung freute das Geld in den Kassen, da einige Damen vorübergehend bei der Haarfarbe auf tiefschwarz wechselten. Alessia bedauerte es, zur Zielscheibe schlimmster Neidattacken geworden zu sein. Matteo streute Berichte über angebliche Gräueltaten unters Volk. Die wollte er an Nebenbuhlern in der italienischen Heimat begangen haben, die glaubten, ihm seine Angebetete ausspannen zu können. Er lebte fortan als Pate Matteo, aber es kehrte zumindest Ruhe ein. Zwischenmenschliche Beziehungen erreichten in den Schlafzimmern der Bewohner wieder normales Niveau.

Sie saß einfach da am Nebentisch, zeigte Jan Hellmann den Rücken, vertieft in ein Gespräch mit ihrer männlichen Begleitung. Jojo Moyes zog Jan mit ihrem Roman Ein ganzes halbes Jahr in ihre Erzählwelt, fesselte ihn. Die samtweiche Stimme dieser Frau riss ihn zurück in die Gegenwart. Dieser Klang. Jan lauschte fasziniert ... etwas berührte die Sinne. Es sorgte dafür, dass er Zeilen mehrfach las ... er verstand deren Bedeutung nicht mehr. Moyes schrieb ungewöhnlich lange Schachtelsätze, die Jan normalerweise liebte. Jetzt entstanden durch diese Ablenkung unverständliche Zusammenhänge. Er gab auf, legte das Lesezeichen zwischen die Buchseiten. Die Erkenntnis schockierte ihn, dass er wie ein schäbiger Voyeur dem Gespräch des Pärchens zu folgen versuchte. Jan drehte den Kopf in die Richtung, aus der ihn die Wortfetzen erreichten. Eifersucht auf die Bedienung wuchs. Sie durfte das Gesicht sehen, das für ihn noch hinter langen blonden Locken verborgen blieb, die weit über die Schultern fielen. Sein Gesichtsfeld beschränkte sich auf den Rücken, den der auberginefarbene Stoff eines Veloursmantels bedeckte. Leger lag ein langer, schiefergrauer Schal darüber, der farblich perfekt zum restlichen Outfit passte. Er konnte sich nicht erklären, warum er genau in diesem Augenblick über seine Kleidung nachdachte. Wie schäbig musste sie neben dieser eleganten Erscheinung wirken. Es gab bisher keinen Grund für ihn, seine Jeans mit Kapuzenpullover als unpassend für einen Besuch in seinem Stammcafé anzusehen. Jeder kannte und akzeptierte ihn so.
Seine Gedanken wirbelten durcheinander. Sie versuchten, dem Wesen neben ihm ein Gesicht zu geben. Immer mehr verwischten die Konturen. Nichts, was vor seinen Augen auftauchte, schien dem gleichzukommen, was zur Stimme passte. Sie musste doch spüren, wie er sie analysierte, wie er versuchte, ein Bild zu schaffen. Warum drehte sie sich nicht um? Seine Hände umfassten das Buch, damit sie sich nicht unerlaubt auf diese verlockenden Schultern legten. Eine lange vergessene Unruhe nahm von ihm Besitz.
Bitte, dreh dich doch ein einziges Mal um!
Erst der Zufall kam ihm zu Hilfe, als zwei Gäste ihren Tisch verließen. Das spiegelnde Café-Fenster offenbarte endlich dieses Gesicht. Ein Engel war herabgestiegen, hatte sich unter die Lebenden begeben. Nur dieser unverschämt gut aussehende Kerl daneben durfte ihm Gesellschaft leisten. Bitte, fuhr es Jan durch den Kopf, bitte lass es ein Verwandter sein.
Jeden Millimeter ihres Gesichtes scannte Jan für die Ewigkeit auf seine Festplatte ... minutenlang. Viel zu spät bemerkte er, dass sie den Blick längst in der Scheibe erwiderte. Er betete dafür, dass sein Spiegelbild die Verlegenheitsröte nicht zeigte. Sie flüsterte mit ihrem Begleiter. Es wäre für Jan eine Erlösung gewesen, hätte sich in diesem Augenblick ein Loch vor ihm aufgetan, in das er hätte kriechen, sich verstecken können. Aus purer Verzweiflung schlug er sein Buch auf. Er las irritiert in Texten, die er zuvor schon überflogen hatte. Alessia stand in der Eingangstür. Sie lächelte in ihrer unnachahmlichen Art.
Konnte sie in seinen Gedanken lesen?
Als der Engel den Tisch verließ, blieb ein Geruch von Sandelholz zurück. Das Zauberwesen hakte sich, glockenhell lachend, bei ihrem Begleiter ein. Ihr Kopf lag an seiner Schulter, während beide Richtung Parkplatz verschwanden. Das ist einfach nicht fair! Keine Bewegung ihres Körpers blieb Jans Augen verborgen, auch nicht das leichte Hinken. Neben einem schnittigen Sportwagen verharrten beide, bevor sie ihn mit einem Wangenkuss verabschiedete. Der Sportwagen verließ den Parkplatz. Sie schlenderte aufreizend langsam zu einem BMW, der sie dann endgültig Jans Blicken entzog. Die spiegelnde Frontscheibe ließ es nicht zu, ihr Gesicht zu erkennen. Lange nachdem der Sportwagen das Gelände verlassen hatte, parkte der BMW immer noch an der gleichen Stelle. Ein Gefühl, beobachtet zu werden, verunsicherte Jan. Dazu kam, dass Alessia ihn ebenfalls weiter ansah. Er suchte den Blickkontakt, rätselte, was sie ihm sagen wollte. Sie näherte sich seinem Tisch. Aus dem Augenwinkel bemerkte er, dass die Parkbox plötzlich verlassen war. Alessia kam geradewegs auf ihn zu. Sie ließ wie zufällig die Hand über seine Schulter gleiten, nahm aber am Nebentisch Platz. Dort begrüßte sie ein Pärchen, das ihr einen ausführlichen Bericht des letzten Arztbesuchs lieferte. Geduldig hörte sie zu. Ihre Augen brannten in Jans Rücken. Er fühlte es deutlich.

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19. Mai 2017

'Natürlich entgiften' von Health Experts

Detox ist heute schon fast zum Modewort geworden und dennoch wissen viele Leute nicht, um was es dabei eigentlich geht. Dieses Buch will seine Leser ermutigen, das Leben nicht als Schicksal zu sehen, sondern als Geschenk für ein glückliches und zufriedenes Leben. Weil man Gesundheit nicht kaufen kann, sollte jeder sehr achtsam mit seinem Körper umgehen - man hat nur diesen einen.

In unserer schnelllebigen Zeit ist unser Körper jeden Tag mit Stress konfrontiert. Nicht nur mentaler Stress setzt ihm zu, sondern auch äußere Umwelteinflüsse, von der Luft die wir atmen bis hin zu dem was wir essen. Toxine sind überall und es gibt viele Wege diese aufzunehmen. Daher sollten wir unseren Körper regelmäßig vor diesen Giften reinigen. In diesem Buch wird erläutert, wie man auf natürliche Weise seinen Körper reinigt. Es stellt einen Leitfaden vor, wie man zu mehr Vitalität kommt, ein besseres Körpergefühl sowie ein schönes Hautbild erreicht.

Gleich lesen: Natürlich entgiften: Einfache Methoden für eine schöne Haut und einen gesunden Körper

Leseprobe:
Was sind Schlacken und Gifte?
Als Schlacken bezeichnet man grundlegend Stoffe im Körper, die diesen belasten und negativ beeinflussen. Schlacken entstehen durch einen ungesunden Lebenswandel, durch zu viel Fett, zu hohes Cholesterin, zu wenig Vitamine, Mineralstoffe, Wasser und frische Luft. Mit Schlacken reagiert der Körper somit also, um sich für die mangelnde Obhut zu rächen.
Wer seiner Leber nie Zeit zum Regenerieren gibt, der darf sich nicht wundern, wenn diese nicht mehr im vollen Ausmaß arbeiten kann. Auch die Nieren geben mit der Zeit auf, wenn sie ständig durch zu wenig Flüssigkeit übermäßig stark arbeiten müssen. Dies zieht sich durch sämtliche Organe im Körper. Wer sich über einen langen Zeitraum schlecht ernährt und nicht auf sein eigenes Wohlbefinden achtet, der erzeugt praktisch diese kleinen oder größeren Müllhalden im Körper, die wir als Schlacken und Ablagerungen bezeichnen.
Doch nicht nur die Ernährung alleine trägt Schuld an diesen Schlacken im Organismus. Auch ein schlecht funktionierender Stoffwechsel, durch zu wenig Schlaf ausgelöst, Medikamente, die über einen langen Zeitraum genommen werden, falsche Kosmetikartikel, Zahnfüllungen, Umweltverschmutzung und natürlich Tabak und Alkohol lassen die Schlacken im Körper gedeihen.
Auch wenn man nicht raucht, nicht trinkt und sich halbwegs gesund ernährt, kommt man täglich in Kontakt mit Hunderten von Schadstoffen, die den Organismus belasten können. Putzmittel, Autoabgase, Bakterien, Schwermetalle und Hormone lauern tagtäglich, um sich in unseren Körpern breit zu machen.

Wie gelangen nun Schlacken in unseren Körper?
Die Umwelt füttert unseren Körper täglich mit Schadstoffen. Abgase und Pestizide, Hormone und Antibiotika gelangen in unseren Kreislauf, ohne dass wir uns dessen bewusst sind.
Auch wer sich vermeintlich gesund ernährt, nimmt häufig durch zu wenig Aufklärung Massen an Schadstoffe auf. Dies beginnt mit Fisch, der mit Quecksilber verseucht ist, setzt sich im Fleisch fort, welches von Tieren aus Massenhaltung stammt, die mit Hilfe von Antibiotika und anderen Medikamenten groß gezogen wurden und endet nicht bei Obst und Gemüse, welches mit Einsatz von Pestiziden so schön wachsen kann.
Auch unser Trinkwasser wird oft mit chemischen Zusätzen versehen. Auch umgeben wir uns täglich in der eigenen Wohnung mit toxischen Stoffen, wie Holzschutzmittel, Weichmachern in Kunststoffen und chemischen Mitteln mit welchen unsere Textilien behandelt wurden.
Auch Fertiggerichte, Softdrinks, Würzmittel mit ungesunden Geschmacksverstärkern, Fett in der Nahrung und vieles mehr animieren den Körper tagtäglich dazu, Schlacken aufzubauen.
Daher ist es wichtig, den Körper beim Abbau der Schlacken zu unterstützen. Dieser hat zwar eine eigene und angeborene Möglichkeit um Giftstoffe abzubauen, doch bei der Flut an negativen Einflüssen ist dieser oft überlastet und die Schlacken lagern sich ab. Mit einer konsequenten Entschlackungs,- und Entgiftungs-Kur unterstützt man somit den eigenen Organismus, kurbelt den Stoffwechsel an und wird durch eine Steigerung des Wohlbefindens belohnt.

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18. Mai 2017

'Wild Rose - Doppelt verliebt' von Lisa Torberg

Eine Frau und zwei Männer. Tiefe Gefühle. Verwirrend, beängstigend, unkonventionell. Liebe? Dieser Roman ist sexy, prickelnd, sinnlich, heiß – und eine (Lese-)Sünde wert!

Sabrina, 25, verdankt ihre Liebe zur Natur und ihren zweiten Namen Wild Rose ihrer Mutter Aponi, einer Cherokee-Indianerin. Von ihrem Vater Beau Gallagher, einem New Yorker Playboy und Modefotografen, hat sie die tiefblauen Augen geerbt – und von beiden ihre Schönheit und die Freude an der Lust. Ihre größte Leidenschaft ist der Sex.

Nach dem Debakel ihrer Lovestory mit ihrem Stiefbruder Jeremy, dem Sohn ihres zweiten Stiefvaters, verlässt sie Los Angeles und zieht nach Colorado. Drei Jahre später reist sie widerwillig in die Stadt der Engel zur fünften (!) Heirat ihrer Mutter. Um ihr Unbehagen loszuwerden, begibt sie sich am Abend vor der Trauung auf die Suche nach einem One-Night-Stand. In einem Nachtklub trifft sie auf Zac, der ihr schon nach wenigen Stunden ihr Höschen, den Verstand und ein kleines Stück ihres Herzens raubt – und damit ein verwirrendes Gefühl beschert. Sie wäre nicht Wild Rose, würde sie nicht davonlaufen. Schon morgen wird sie L. A. verlassen und ihn nie wiedersehen. Denkt sie, denn das Schicksal hat andere Pläne mit ihr …

Jeremy, Zac und Sabrina. Drei erwachsene Menschen. Miteinander verwandt, weil das Schicksal ihre Eltern zusammengeführt hat. Voneinander angezogen wie Magnete. Und so sehr sich Sabrina auch gegen ihre starken Gefühle wehrt, sie kommt nicht dagegen an …

Gleich lesen: Wild Rose - Doppelt verliebt: A Millionaire Dream Story

Leseprobe:
Der Eingang ist unscheinbar, doch sobald sich meine Augen an das wenige Licht im Inneren gewöhnt haben, ist mein Eindruck ein anderer. Die Hintergrundmusik ist leise genug, sodass man nicht schreien muss, um sich zu verständigen. Langsam gehe ich auf die Bar zu und lasse meinen Blick umherschweifen. Das Ambiente ist in gedeckten Brauntönen gehalten. Am Tresen und um einen schmalen hohen Tisch herum, der sich durch die Mitte des Raumes zieht, stehen Barhocker mit lederbezogener Sitzfläche. An den Seiten gibt es voneinander abgetrennte kleine Sitzecken, um die herum dunkle Vorhänge angebracht sind, die man zuziehen kann. Weiter vorn sehe ich einen Nebenraum. An drei Seiten läuft ein einziges Sofa entlang, auf dem eine Gruppe von Frauen und Männern sitzt. Sie halten Gläser in der Hand und prosten sich zu. Eine Frau steht auf, sieht mir lächelnd tief in die Augen und schließt von innen den schweren Vorhang.
»Der Blick war eindeutig«, sagt eine dunkle Stimme seitlich von mir. Ich stehe immer noch mitten im Raum. »Es steht Ihnen frei, hineinzugehen. Oder haben Sie Angst?« Ich wende den Kopf und halte erst einmal die Luft an. Er lehnt lässig mit dem Rücken an der Bar, die Ellenbogen auf dem polierten Holz des Tresens abgestützt. In dem diffusen gelblichen Licht kann ich weder seine Haarfarbe klar erkennen noch die seiner Iriden. Aber das Weiße seiner Augen blitzt auf, und der Ton seiner Stimme ist süffisant, lässt das unterschwellige Grinsen erahnen. Ich mache einen Schritt auf ihn zu, bleibe stehen.
»Furcht hat nur, wer etwas zu verbergen hat.« Ich erwarte keine Antwort, trete ein Stück von ihm entfernt an die Bar und lege die Clutch vor mir auf den breiten Tresen. Dann greife ich nach der in Leder gebundenen Karte, schlage sie auf. Doch schaffe ich es nicht, auch nur ein Wort zu lesen, da die Buchstaben vor meinen Augen verschwimmen. Mein Herz schlägt bis zum Hals, als sich der Fremde neben mich stellt. Obwohl er mich nicht berührt, spüre ich die Hitze seines Körpers. Ich hebe den Blick und starre geradeaus vor mich hin auf die verspiegelte Rückwand hinter den, mit Flaschen vollgestellten, gläsernen Regalen.
Dunkel, denke ich. Seine Haare. Die Augen. Das Spiegelbild wirkt verzerrt, verschwommen, auch meines. Visuell kann ich ihn nicht klar erkennen, doch sein Geruch umnebelt mich. Er riecht rauchig, nach angebranntem Holz, süßlichem Tabak, Whiskey und nach Moschus.
»Sind Sie sicher?«, fragt er leise.
Und diese Stimme! Dunkel. Dieser Mann ist pure Lust, Leidenschaft, personifizierter Sex. Ein Schauer erfasst mich. Das Kribbeln in meinem Bauch nimmt zu. Meine Hände umklammern die kleine Handtasche. Er beugt sich noch ein wenig näher, sein Atem streift meine Schläfe.
»Sie verbergen nichts und sind furchtlos? Sind sie auch zu allem bereit?«

Mein Herz schlägt einmal zu viel. Bin ich im falschen Film? Ich bin doch die Jägerin, er der Gejagte, oder nicht? Meine Kehle ist trocken, ich schlucke verzweifelt, um sie zu benetzen, bevor ich eine Antwort krächze. Doch auch meine Mundhöhle ähnelt einer Wüste. Kein Wort kommt über meine Lippen. Er lacht leise. »Hat es Ihnen die Sprache verschlagen?«
Noch bevor ich etwas hauchen oder flüstern kann, denn zu anderem bin ich nicht fähig, baut sich einer der Barkeeper vor mir auf und stellt kommentarlos ein Glas Wasser vor mich hin. Ich greife danach und trinke es aus. Dankbar nicke ich dem muskelbepackten Riesen mit der weißen Matrosenmütze zu. »Was darf ich dir bringen?«, fragt er mit vor der Brust verschränkten Armen.
»Ich ... weiß nicht«, stottere ich und setze erklärend »... bin zum ersten Mal hier«, hinzu.
»Das sicher. An dich könnte ich mich erinnern!«, erwidert er prompt und beugt sich vor. Sein Lachen erinnert mich an das Grunzen eines Schweins. Ich kann die Mandeln in seinem Rachen sehen, so nah ist er, zucke zusammen, bewege mich von ihm weg und stoße gegen eine flache Hand, die meinen Rücken knapp oberhalb der Taille berührt.
»Mach mal halblang, Popeye«, sagt der Mann neben mir und streicht über den hauchzarten Stoff meines Kleides. »Einen Paloma für die Dame und einen Balvenie DoubleWood für mich.« Während er spricht, bewegt er seine Finger sanft auf und ab. Es fühlt sich an, als würde er meine Haut berühren, nicht die Seide. Um nicht zu schnurren wie eine rollige Katze, konzentriere ich mich auf den überdimensionierten Matrosen, dem tatsächlich nur die Spinatdose fehlt, um authentisch zu sein. Jetzt hält er auch noch die ausgestreckten Finger an die Schläfe und bellt »Aye, aye, Sir«, bevor er sich zackig den Flaschen an der Rückwand zuwendet.
»Ich bestelle meine Drinks normalerweise selbst«, sage ich laut, ohne den Kopf zu wenden. Ich will den Körperkontakt zu dieser Hand nicht verlieren.
»Davon gehe ich aus«, sagte er, »aber Sie dürfen die Rolle der Domina auch einmal ablegen.« Mit der freien Hand greift er in meine Haare, hebt sie hoch und streift mein Ohr mit seinen Lippen. »Glauben Sie mir, es lohnt sich!«

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17. Mai 2017

'KEMET: Der Fluch (Teil 1)' von Hanna Julian

Als David einen Horrorladen eröffnet, erfüllt er sich damit einen großen Traum. Endlich kann er sich, neben den üblichen Horrorartikeln, ausgiebig mit seinem Hang zum Mystischen beschäftigen.

Seiner ohnehin schon angeschlagenen Beziehung mit Linus bekommt seine neue Betätigung allerdings weniger gut. Nachdem David von einem Kontaktmann einige okkulte Gegenstände erworben hat, geschehen seltsame Dinge. Was anfangs noch wie eigenartige Zufälle aussieht, wird schließlich zur lebensbedrohlichen Gefahr – denn ein uralter ägyptischer Fluch hat die Zeiten überdauert, um grausame Rache zu üben.

Erster Teil der Gay-Mystery-Reihe "KEMET Der Fluch".

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Leseprobe:
Prolog
Kemet – Das alte Ägypten Wael stand am Ufer des Nils und blickte über seinen Besitz. Das Land, die Früchte auf den Feldern, das Vieh – alles gehörte ihm. Er war ein reicher und mächtiger Mann. Doch er war nicht mächtig genug gewesen, den, den er liebte, an sich zu binden. Die vielen Geschenke, die er ihm gemacht hatte, nachdem sie ihr Lager teilten, hatten den ärmlichen Bauern Fenuku nicht davon abgehalten, sich mit einem Reisenden zu vergnügen. Wie weh es getan hatte, die beiden Männer dabei zu ertappen, wie sich ihre Leiber gemeinsam wälzten ... Wael hatte sich im Zorn auf sie stürzen und mit bloßen Händen erwürgen wollen, doch zu zweit waren sie stärker als er gewesen, und so hatten sie entkommen können.
Waels einst grenzenlose Liebe war blindem Hass gewichen. Fenuku hatte ihn so schrecklich gedemütigt, dass es nur noch ein Ziel gab: grausame Rache.
Wael ließ Fenuku und den Fremden suchen, doch niemand wusste, wohin sie verschwunden waren. Wael selbst suchte tagelang das fruchtbare Niltal und darüber hinaus die angrenzende Wüste ab. Doch Fenuku und dessen Liebhaber waren nicht mehr auffindbar gewesen. Waels Demütigung wuchs damit sogar noch. Jeder, der seinen Weg kreuzte, schien ihn insgeheim zu verspotten, weil er die Betrüger nicht hatte bestrafen können. Aus Waels tief in Liebe entflammtem Herzen wurde ein Ort der Finsternis. Kein Sonnenstrahl vermochte es zu wärmen, kein Wort konnte die Verbitterung schmälern. Rache war alles, was er nun noch ersehnte, und so traf Wael eine grausame Entscheidung. Er ließ den Magier Ombus rufen und beschwor ihn, seine schwarzmagischen Fähigkeiten gegen Fenuku und den Reisenden einzusetzen. Ombus willigte ein und nannte seine Bedingungen für die übersinnlichen Dienste. Er wies Wael an, zwei handliche Statuen fertigen zu lassen, die beide identisch aussahen. Als Wael sie ihm bei einem neuerlichen Treffen überließ, versah Ombus jede von ihnen mit Sigillen, die Dämonen auf den Plan riefen, Schmerz, Verderben und schließlich einen grausigen Tod über die Betrüger bringen sollten. Dann ließ er sich aus Waels Herde zwei weiße Pferde bringen und ihnen die Augen verbinden. Nachdem er die Statuen an den Hälsen der Pferde befestigt hatte, versetzte er ihnen mit einem Stock einen festen Schlag aufs Hinterteil, sodass die Tiere in Panik davonliefen.
»Ohne sehendes Auge werden die Boten ihren Weg rasch finden. Sie bringen den Fluch zu denen, die er treffen soll. Der Rache wird Genüge getan, denn die Dämonen sind gierig danach, Fenuku und den Unbekannten zu bestrafen. Du hast deine kostbarsten Pferde gewählt, das ist gut, denn sie dienen nicht nur als Boten, sondern auch als Dankesopfer.«
Der Magier ließ sich die zuvor verlangten Waren, Tiere und wertvollen Schmuck von Wael aushändigen, dann ging er seiner Wege.
Wael wartete drei Tage und drei Nächte. Er wusste nicht worauf, doch ihn gelüstete nach einem Beweis, dass Fenuku litt, so wie er selbst gelitten hatten – ja, wie er selbst immer noch litt. Wieder und wieder blickte er über das Land, bis am vierten Tage ein weißes Pferd am Horizont auftauchte.
Als es näher kam, erkannte Wael Fenuku auf dessen Rücken. Er war wohlbehalten. Fenuku sprang vom Pferderücken und warf sich zu Waels Füßen in den Staub. Er flehte ihn um Verzeihung an und versprach, von nun an nur noch zu ihm gehören zu wollen. Von dem Fluch, den Wael über ihn ausgeschickt hatte, wusste er nichts. Er hatte nur das ihm bekannte Pferd erblickt, ihm die Augenbinde gelöst und die seltsame Statue in seiner Tasche verstaut, um sie Wael zurückzubringen. Fenuku schwor, den Reisenden, dessen Namen auch er nicht kennengelernt hatte, niemals wiedersehen zu wollen. Zudem erklärte er Wael, er sei wie von einem Fluch besessen gewesen, kaum, dass er den Fremden erblickt hatte. Erst das ausgesandte Pferd, von dem Fenuku dachte, Wael hätte es ihm geschickt, damit er heimkäme, hatte ihn wieder zur Vernunft gebracht.
Wael glaubte Fenukus Worten und verzieh ihm. Sein Herz entbrannte augenblicklich erneut in Liebe zu ihm. Sie gaben sich einander stürmisch auf seinem Lager hin und liebten sich ein ums andere Mal. Als Fenuku schließlich, von der anstrengenden Reise und dem ausgiebigen Liebesspiel erschöpft, fest eingeschlafen war, nahm Wael die Statue und schlich sich aus dem Gemach. Er warf die unheilvolle Skulptur im hohen Bogen in den Nil, auf dass sie auf ewig versinken möge.
Als Fenuku am nächsten Morgen erwachte und sein Augenlicht verloren hatte, versprach Wael, ihm immer zur Seite zu sein. Er hielt dieses Versprechen auch als Fenukus Haut ein paar Tage später aufplatzte und Eiter aus den Wunden hervorquoll. Fenuku fieberte so heftig, dass er den Verstand verlor. Er schrie lange am Stück, bevor er schließlich das Bewusstsein verlor. Wael hielt ihn, obwohl sein Geliebter erbärmlich stank und kaum noch wie ein menschliches Wesen aussah.
Natürlich hatte er gewusst, dass es der von ihm erbetene Fluch war, der Fenuku dahinraffte. Wael schickte nach Ombus aus, doch der war nicht aufzufinden. Daraufhin sandte er Boten, die andere Magier auftreiben sollten. Jeder, der Fenukus Schicksal abwenden könnte, wäre ihm recht gewesen. Doch die Ausgesandten fanden niemanden rechtzeitig, der ihnen helfen konnte, und so starb Fenuku in Waels Armen. Als er am nächsten Morgen den Leichnam seines Geliebten zum Nil brachte, ging Wael mit ihm ins Wasser – und er kehrte nie wieder zurück.

1. Kapitel
Der Raum war staubig, die Regale standen leer. An der Decke kämpfte eine inzwischen im Handel verbotene Glühbirne um ihr Überleben. Wo der Vorbesitzer die wohl noch ausgegraben hatte?
Immerhin brachte sie ausreichend Helligkeit in das Ladenlokal, denn der Frühling wollte nicht so richtig in Fahrt kommen, und so blieb der Tag in tristes Grau gehüllt.
»Ist mein zukünftiges Geschäft nicht wundervoll?«, fragte David und drehte sich mit ausgestreckten Armen langsam im Kreis, um den ganzen Raum mit dieser Geste zu umfassen. Sein Herz schlug ihm bis zum Hals – vor Freude, aber auch vor Nervosität, was sein Lebensgefährte Linus zu all dem sagen würde.
»Es ist äh ...« Linus versuchte offensichtlich eine diplomatische Antwort zu finden. »Es ist eine Katastrophe«, stieß er dann hervor. Diplomatie war noch nie seine Stärke gewesen.
»Es ist ein Juwel«, wies David ihn mit einem milden Lächeln zurecht. Linus seufzte und sah seinem Freund in die strahlenden, grünen Augen.
»Sei doch bitte nur einmal ehrlich zu dir selbst. Vor allem, wenn es um so etwas Wichtiges geht. Du kommst mir vor, als würdest du planen, den Buckingham Palast zu mieten. Aber das hier ist nur ein ziemlich fürchterliches Ladenlokal, das seit Jahren leersteht, weil niemand in dieser Gegend ein Geschäft eröffnen will.«
»Doch. Ich. Ich will ein Geschäft eröffnen!«
Linus ließ sich auf einen Hocker mit zerfetztem Sitzpolster sinken, den der Vorbesitzer offenbar nicht entsorgt hatte. »Ich kann einfach nicht fassen, dass du den Mietvertrag schon unterschrieben hast, ohne vorher mit mir darüber zu sprechen.«
David verschränkte die Arme vor der Brust, seine halblangen, blonden Haare fielen ihm vor die Augen. Er spürte Groll in sich aufsteigen. Linus hatte treffsicher den wunden Punkt angesprochen – den, den er hätte meiden sollen. Ein Grund mehr, ihm jegliche Fähigkeit zur Diplomatie abzusprechen. David tat es nicht gerne, aber es wurde Zeit, seinem Freund mal ein paar klare Worte um die Ohren zu hauen.
»Das Geld, das ich in die Einrichtung und die Miete des Ladens stecke, ist ja schließlich mein Erbe, nicht deines. Wenn deine Eltern mal sterben, werde ich dir auch nicht reinreden, was du mit dem Geld machst. Aber wie du weißt, ist mein Vater schon lange tot, und das Erbe meiner Mutter kann ich so anlegen, wie ich es möchte. Und ich möchte nun mal diesen Laden eröffnen.«
»Einen Laden eröffnen … Ob du es hören willst oder nicht, ich denke nicht, dass das eine gute Idee ist. Für eine Kleinstadt gibt es hier wirklich schon genug Boutiquen.«
»Boutiquen?« David war sprachlos. Er atmete tief durch, um sich zu beruhigen. Dennoch wurde seine Stimme ein wenig schrill, als er schließlich hervorstieß: »Du denkst, ich will eine Boutique eröffnen? Wie kommst du denn auf so was?«
Linus hob in einer hilflosen Geste die Hände. »Na, weil du doch so auf Klamotten stehst. Und du hast auch wirklich einen guten Geschmack, das muss ich dir lassen. Aber deshalb gleich eine Boutique zu eröffnen, wo hier doch im Grunde jeder nur in Jeans und T-Shirt oder Pullover herumrennt ...«
»Verdammt nochmal, ich will keine Boutique eröffnen! Danke für das Kompliment, was meinen Kleidungsstil angeht, aber du solltest dir manchmal vielleicht doch etwas mehr Gedanken machen, bevor du sprichst. Aber Schwamm drüber. Ich gebe dir einen Tipp: Denk mal nach, was mein größtes Hobby ist! Dann kommst du bestimmt drauf, welches Geschäft ich eröffnen will.«
»Dein größtes Hobby? Ich dachte, das bin ich.« Linus lächelte verführerisch, musste jedoch husten als er den in der Luft herumwirbelnden Staub einatmete, was den sexy Effekt zunichtemachte.
David wartete geduldig.
»Dein größtes Hobby … Moment mal«, sagte Linus und kratzte sich an der Stirn. »Du meinst doch nicht etwa … Oh, nein, David, sag mir, dass du hier keinen Horrorfilm-Verleih aufmachen willst!«
Er sah seinen Freund flehentlich an. David zuckte mit den Schultern.
»Nein, will ich nicht. Also, keinen DVD-Verleih oder so. Aber einen Horrorladen, der außerdem noch mystische Sachen zu bieten hat, werde ich hier eröffnen.«
Linus fasste sich an den Kopf. Sein braunes, kurzes Haar lag so perfekt wie immer, aber seine Stirn wies nun tiefe Falten auf.
»Du machst Scherze. Das hoffe ich zumindest!«

Im Kindle-Shop: KEMET: Der Fluch (Teil 1)

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16. Mai 2017

'Foy und der Ring des Mauren' von Katharina Münz

Düster, magisch, das Leben bejahend

Foy bedeutet ›Vertrauen‹, doch genau daran mangelt es der dunkelhäutigen Magd. Wer wird sich als ihr ›rettender Freund‹ erweisen?

Auf der Suche nach Ablenkung von den nächtlichen Nachstellungen ihres Herrn stolpert Foy auf dem Wormser Ostermarkt über einen ebenso gutaussehenden wie liebenswürdigen Fremden. In Erwartung einer heißen Liebesnacht schmuggelt sie den Dänen in die Kaiserpfalz – ohne zu ahnen, wen sie mit ihm ins Herz der Nibelungenstadt eingelassen hat. Wird es am Ende einer langen Reise ausgerechnet der widersprüchliche Wikinger sein, der Foy aus dem Strudel ihrer Gefühle befreit?

Ein modern erzählter historischer Fantasyroman über körperliche Anziehungskraft und das Wunder zart keimender Liebe in einer von Gewalt geprägten Welt.
Für kurze Zeit zum günstigen Einführungspreis erhältlich.

»Um ehrlich zu sein, meine liebe Frau …« Der Fremde streicht sich eine schulterlange Strähne seines rotbraunen Haares aus der Stirn. »Als ich heute aufgestanden bin, habe ich nicht zu hoffen gewagt, der edlen Herrin der Kaiserpfalz meinen Arm zum Geleit reichen zu dürfen.« Er nickt, schaut mich weiter an, ohne auch nur einmal mit dem Lid zu zucken.
Was redet der Kerl für wirres Zeug, und für wen, um Himmels Willen, hält er mich? Ich lege den Kopf in den Nacken und lache lauthals heraus.
»Aber …?« Sein ratloser Blick tastet mich ab – blinzelt er denn nie? - und abermals streicht der Fremde über seinen Bart, wobei mir seine fremdartige Bekleidung ins Auge fällt.
»Ja leck!«, rutscht mir heraus, und ich ziehe die Nase kraus. »So, wie Ihr mich anschaut, könnte man meinen, der edle Siegfried hätte mir und nicht Gundahar die Tarnkappe geborgt. Seht Ihr denn nicht, was ich trage?«


Gleich lesen: Foy und der Ring des Mauren

Leseprobe:
Mit geschlossenen Lippen verzieht er sein Antlitz zu einem Lächeln. Sein Widerhall haucht den feinen Fältchen um seine Augen Leben ein, aus denen mich ein grünlicher Schimmer trifft.
Ich starre auf seine Hand und dann so lange in sein Gesicht, bis er endlich loslässt. »Sucht Ihr etwas bestimmtes, mein lieber Herr?« Was für ein Glück, trotz des klopfenden Herzens lässt mein Mundwerk mich nicht im Stich!
»Um ehrlich zu sein, meine liebe Frau …« Der Fremde streicht sich eine schulterlange Strähne seines rotbraunen Haares aus der Stirn. »Als ich heute in der Frühe aufgestanden bin, habe ich nicht zu hoffen gewagt, der edlen Herrin der Kaiserpfalz meinen Arm zum Geleit reichen zu dürfen.« Er nickt, schaut mich weiter an, ohne auch nur einmal mit dem Lid zu zucken, und bietet mir mit der Andeutung einer Verbeugung seine Rechte.
Was redet der Kerl für wirres Zeug, und für wen, um Himmels Willen, hält er mich? Etwa für Frau Waldrada? Ich lege den Kopf in den Nacken und lache lauthals heraus.
»Aber …?« Sein ratloser Blick tastet mich ab – blinzelt er denn nie? – und abermals streicht der Fremde über seinen Bart, wobei mir seine fremdartige Bekleidung ins Auge fällt.
»Ja leck!«, rutscht mir heraus, und ich ziehe die Nase kraus. »So, wie Ihr mich anschaut, könnte man meinen, der edle Siegfried hätte mir und nicht Gundahar die Tarnkappe geborgt. Seht Ihr denn nicht, was ich trage?« Mit dem Handrücken wische ich mir die Lachtränen weg und deute auf meine nussschalengefärbte Tracht aus grober Wolle. »Entschuldigt, mein lieber Herr, aber Ihr müsst von sehr weit herkommen, wenn Ihr Euch so wenig mit fränkischen Gepflogenheiten auskennt. Denn hier gilt die Regel: Je edler die Geburt, umso feiner das Tuch.«
»Verzeih mir erneut, du musst mich für überaus dumm halten, denn dieser Sitte folgen wir auch in meiner dänischen Heimat. Aber deine Anmut blendete mich derart, dass ich keinen Blick für deine Kleidung erübrigen konnte.« Blitzt da Spott in den Augen des Dänen auf?
»Gebt Acht, mein lieber Herr«, versetze ich und recke das Kinn. »Oder kennt Ihr nicht die alten Sagen? Ein Mann sollte sich nicht vom Äußeren blenden lassen, ein jeder weiß doch, welches Geheimnis sich hinter Brunichildis holdem Antlitz verbarg.«
»Oha, die fränkischen Sagen! Bei den Göttern, der Ruhm und Reichtum eurer Kaiserpfalzen wird in ihnen zu recht besungen. Wenn du wirklich nur eine Magd sein sollst, wage ich kaum, mir die Schönheit deiner Herrin vorzustellen im Vergleich zu deiner Anmut.« Der Kerl neckt mich, sein Grinsen lässt keinen Zweifel daran, und doch schlägt mich die Art, wie seine Augen auf mir ruhen, in seinen Bann. Sie lassen mich an Moos denken auf einer von der Sonne geküssten Waldlichtung und gleichzeitig an feine, milchweiße Nebelschwaden, die einen Zauber weben, mich umhüllen wollen und einlullen.
Ich zwinkere. Sein loses Mundwerk sollte mich wütend machen, doch ich erröte aus einem anderen Grund. Denn mein Herz schlägt mit einem Mal doppelt so schnell wie sonst angesichts der unerwarteten Möglichkeit, die sich mir eröffnet.
Dieser Mann kommt von weit her. Von sehr weit her, da er die einfachsten fränkischen Regeln nicht kennt. Und als er mich gerade gehalten hat, nachdem ich gestrauchelt war …
Selten habe ich Stärke mit derart viel Rücksichtnahme vereint gespürt. Ich danke den Mächten, die mich mit dunkler Haut gesegnet haben. Denn so fühle ich zwar das Aufsteigen der Hitze in meine Wangen, doch ich kann sicher sein, der Fremde sieht nicht, was sein Blick in mir anrichtet. »Nun …« Ich versuche, mir meine Aufregung nicht anmerken zu lassen. »Wenn Ihr standesgemäße Begleitung wünscht, mein lieber Herr, dann solltet Ihr Euch beeilen.« Ich hebe die Hand und weise hinter mich. »Denn gerade jetzt versammeln sich alle edlen Damen des Wonnegaus drüben im Dom.«
»Jetzt spottest du mir. Was sollte ich in eurem Tempel?« Seine Augenlider zucken um keine Haaresbreite, während er mir erneut den Arm anbietet. »Euer Kult um den gekreuzigten Gott ist mir fremd.«
»Dann fürchtet Ihr das Unbekannte, mein lieber Herr?« Vorsichtig lege ich meine Linke auf seinen Arm, der sich fest und seltsam vertrauenserweckend unter meinen Fingern anfasst. Ach du liebes bisschen, fühlt sich so eine Edelfrau, die neben ihrem Ehemann einherschreitet? »Dann müsst Ihr es sein, der Siegfrieds Tarnkappe trägt, denn sie verbirgt Eure Ängstlichkeit aufs Beste.«

Im Kindle-Shop: Foy und der Ring des Mauren

Mehr über und von Katharina Münz auf ihrer Website.



15. Mai 2017

'Zeit voller Zorn' von Janette John

»Es gibt zwei Möglichkeiten, wie das Leid einen prägen kann. Entweder es festigt den Charakter oder es zerstört das Wesen.« Janette John

Angenommen der Kummer zerfrisst DICH,
wie würdest DU damit umgehen?
Ihn zulassen oder sich IHM zur Wehr setzen?

Kurz vor Weihnachten wird im Konstanzer Stadtgarten die Leiche einer jungen Frau gefunden. In ihrem weißen Nachthemd, den weit von sich gestreckten Armen und Beinen gleicht sie einem Schneeengel. Zudem ist sie voller Blut. Die Darstellung des Engels wirft Fragen auf. Warum wurde sie hier abgelegt und vor allem, wer hat sie derart bestialisch sterben lassen? Schnell scheint der Fall gelöst. Nur handelt es sich bei dem mutmaßlichen Täter auch um den richtigen?

Etwa zwei Wochen danach wird im Beichtstuhl einer Kirche der Leichnam einer Rentnerin gefunden. Genau wie die Tote im Stadtgarten ist auch sie nur mit weißer Nachtwäsche bekleidet. Wenig später schlägt der Täter ein drittes Mal zu. Erneut trifft es eine Frau und wieder trägt sie dasselbe Gewand.

Welches Schicksal verbindet die drei Opfer und warum findet man sie derart angezogen vor? Hat man es möglicherweise mit einem Ritualmord mit religiös angehauchtem Hintergrund zu tun? Die Konstanzer Kripobeamten um Daniel Selzer jagen ein Phantom. Wer ist es, der die Frauen auf diese Weise ermordet und aus welchem Grund?

Der fünfte Krimi der Reihe 'Kripo Bodensee' - für kurze Zeit zum Einführungspreis.

Gleich lesen: Zeit voller Zorn (Kripo Bodensee 5)

Leseprobe:
»NEIN!«, schrie Katharina Tal und sah einen spitzen Gegenstand auf sich gerichtet. Es brauchte nicht viel, um zu wissen, dass es ein Messer war. Die Angst fühlte sich an wie eine Krankheit, von der man wusste, aber nicht, wie sie wieder verschwand.
Schwer atmend kam jemand auf sie zu. Die Dunkelheit gab den Unbekannten nicht preis.
Katharina Tal hatte nur einen Gedanken im Kopf. JETZT würde er es tun. War es Mitternacht oder Nachmittag oder irgendwann in den frühen Morgenstunden? Längst hatte sie jegliches Zeitgefühl verloren. Eine Minute wurde für sie zu einer Ewigkeit.
»Stehen Sie auf!«, vernahm sie eine Stimme rufen. War sie männlich oder weiblich? Nach der Tiefe zu urteilen, männlich. Zumindest hatte sie die hier noch nie vernommen. Die ihres Peinigers kannte sie. Haftete sie doch in ihrem Unterbewusstsein. Aus Hunderten hätte Frau Tal sie wiedererkannt.
»Iiich ... ich kann nicht«, stotterte Frau Tal.
Jemand riss sie hoch. »Doch Sie können!«, kam es wütend zurück. »Sie wollen doch sicher erfahren, was wir mit der anderen gemacht haben, oder?« Es war der Unbekannte, der zu ihr sprach.
Frau Tal nahm allen Mut zusammen und fragte: »Andere? Ich verstehe Sie nicht. Welche andere?« Gleichzeitig spürte sie ihre Knochen vom unbequemen Lager schmerzen.
Eine noch nicht vertraute Stimme antwortete: »Er meint die Frau, die das Gleiche durchgemacht hat wie Sie. In wenigen Minuten werden Sie es verstehen. Diese Frau sollte am eigenen Leib spüren, was man dabei fühlt. Einst erging es unserem ...« Der Fremde unterbrach den Redner, in dem er ein Weitersprechen verbot. »Sie wird es erst in der Stunde ihres Todes erfahren. Vergiss das nicht!«
So sehr sich Katharina Tal anstrengte, außer zwei Umrisse konnte sie nichts erkennen. Der Unbekannte zeichnete sich deutlich durch seine Statur von der anderen Person ab. Der Schatten an der Wand verriet es ihr.
Katharina Tal bemühte sich um Fassung, doch in der vermeintlichen Stunde ihres Todes sprudelte die Angst nur so aus ihr heraus. Tränen benetzten ihre Wangen. Zumindest jetzt hoffte sie auf Mitleid.
»Hören Sie auf mit Ihrem Kleinmädchengetue, das zieht bei uns nicht«, schrie der Fremde. »Unrecht tun gedeihet nicht.«
»Lass sie!«, mischte sich die andere Person ein. »Sie soll endlich kapieren, warum sie sterben muss. Wie diese Studentin. Dann wird sie bereuen.«
»Bitte!«, schluchzte Frau Tal. »Ich weiß nicht, was Sie meinen. Was habe ich getan? Was nur?«
»Glauben Sie tatsächlich, Sie wären unschuldig? Andere zu quälen, gehörte gewissermaßen zu Ihrer Lieblingsbeschäftigung.«

Im Kindle-Shop: Zeit voller Zorn (Kripo Bodensee 5)

Mehr über und von Janette John auf ihrer Website.



13. Mai 2017

'Affentanz: Thriller' von Andre Neumann

Sechs junge Deutsche.
Eine thailändische Insel.
Ein einsames Paradies.
Ein Kampf ums Überleben …

Sechs deutsche Urlauber stranden nach einem Schiffsunglück auf einer einsamen thailändischen Insel. Was zunächst als tropisches Paradies erscheint, entpuppt sich schnell als Alptraum fernab der Zivilisation.

Doch Hunger und Durst sind schon bald ihre kleineren Sorgen – denn auf der Insel gibt es jemanden, der ein Geheimnis mit allen Mitteln verteidigen wird …

Gleich lesen:
Für Kindle: Affentanz: Thriller
Für Tolino: Buch bei Thalia

Leseprobe:
Das Sonnenlicht spiegelte sich in den harmlosen Wellen, die das kleine Boot gemächlich von der einen auf die andere Seite schaukelten. Lucas musste die Augen zusammenkneifen, konnte seinen Blick aber nicht von dem funkelnden Glitzern auf der Wasseroberfläche abwenden. Die Welt um ihn herum war friedlich und entspannt.
Er drehte seine beiden Arme, so dass die Sonne auf die Unterseiten schien. Die Oberseiten waren bereits genauso verbrannt wie sein Nacken und sein Gesicht. Der schwache Windhauch reichte nicht aus, um ihm das Gefühl einer Erfrischung zu vermitteln. Lucas hatte bereits versucht, seine Haut mit Salzwasser zu kühlen, aber er wusste, dass er damit eher das Gegenteil erreichte. Zudem zog sich die Haut nach dem Verdunsten des Wassers durch das verbleibende Salz unangenehm zusammen und erinnerte ihn noch stärker daran, wie ausgetrocknet und durstig er war.
Er schickte ein weiteres Gebet hinauf in den strahlend blauen Himmel. Er hatte nicht mitgezählt, aber seit gestern Nachmittag mussten es bereits weit mehr als einhundert gewesen sein. Bisher war keines erhört worden. Oder der liebe Gott ignorierte seine Bitten. Beides war für Lucas genauso unvorstellbar wie beängstigend. Glaubte er noch daran, dass Gott oder jemand anderes ihm zu Hilfe kam? Über diese Frage grübelte er nach, während seine Augen das Funkeln der Sonnenstrahlen auf dem Wasser verfolgten.
Hoffnungslosigkeit ist der Beginn des Endes von allem. Lucas wusste nicht, woher er diesen Spruch kannte, wer ihn gesagt hatte. Vielleicht hatte sein Vater ihn in einer seiner Predigten verwendet. Es steckte viel Wahrheit darin. Ohne Hoffnung konnte es keine Zukunft geben. Nur woher sollte die Hoffnung kommen?
Ein Husten hinter ihm und eine krächzende Stimme riefen Lucas zurück aus seiner tristen Gedankenwelt.
„Wir sollten die Leiche über Bord werfen.“
Er drehte sich um. Ja, das sollten sie wohl. Aber sein Magen verkrampfte sich bei der Vorstellung.

Im Kindle-Shop: Affentanz: Thriller
Für Tolino: Buch bei Thalia

Mehr über und von Andre Neumann auf seiner Website zum Buch.



12. Mai 2017

Janette John

Janette John, ein Kind der Endsechziger, ist in Berlin aufgewachsen, hat dort studiert und ging danach beruflich ins Ausland. Nach ihrer Rückkehr war sie für ein paar Jahre in der Werbebranche tätig und etablierte sich schließlich im Vertriebswesen. Heute lebt Janette John mit ihrer Familie in Süddeutschland und verschwindet von Zeit zu Zeit in den Großstadttrubel ihrer Kindheit.

Fasziniert von spektakulären Kunstrauben, verzwickten Morden und interessant inszenierten Filmen ging sie ihrer kriminellen Fantasie nach und präsentierte mit "Mit mörderischem Kalkül" ihren ersten Thriller, dem weitere Bücher mit Fällen für die "Kripo Bodensee" folgten.

Bisher erschienen:
"Mit mörderischem Kalkül (Kripo Bodensee 1)«
"Per Deadline Mord (Kripo Bodensee 2)"
"Sein anderes Ich (Kripo Bodensee 3)"
"Kaum 24 Stunden (Kripo Bodensee 4)"
"Zeit voller Zorn (Kripo Bodensee 5)"


Weblink: www.janettejohn.de


Bücher im eBook-Sonar:




'Mordskuss. Ostfrieslandkrimi' von Ulrike Busch

Das beschauliche friesische Dorf Pilsum wird von einem brutalen Mord erschüttert. Neben dem Leuchtturm wird eine attraktive junge Frau gefunden, mit einem Gürtel bestialisch erdrosselt. Auf der Stirn der Toten prangt ein dunkelroter, sinnlich wirkender Kussmund. Was hat dieses Zeichen zu bedeuten?

Tammo Anders und Fenna Stern von der Kripo Greetsiel nehmen die Ermittlungen auf. Das Mordopfer Silvia Lüders war Gast des Hotels Friesenliebe. In dem Haus treffen sich Partnersuchende aus Ostfriesland, doch anstatt Flirts und Liebe finden die Kommissare Eifersucht und Hass vor. – Ist einer der Gäste der Friesenliebe der Täter? Treibt ein Serienmörder sein Unwesen in Ostfriesland? Die Kommissare ermitteln in alle Richtungen, als der Täter erneut zuschlägt …

'Mordskuss' ist der zweite Ostfrieslandkrimi der Reihe ‚Kripo Greetsiel ermittelt‘.

Gleich lesen: Für Kindle: Mordskuss. Ostfrieslandkrimi (Kripo Greetsiel ermittelt 2)
Für Tolino: Buch bei Thalia

Leseprobe:
»Sieht aus wie ’n selbst gestrickter Pullover.« Mürrisch wies Manfred Ostermann mit dem Kopf auf den Leuchtturm von Pilsum. Das Bauwerk mit seinen roten und gelben Querstreifen strahlte dem Urlauberpaar aus Duisburg-Ruhrort, das den Weg hinter dem Deich entlangmarschierte, an diesem sonnigen Junimorgen entgegen wie ein Mahnmal maritimer Lebensfreude.
Birgit schnaubte verächtlich. »Immer hast du was zu meckern. Dabei warst du derjenige, der nach Ostfriesland wollte, nicht ich.«
»Meckern? Ich? Wer hat denn heute Morgen schon wieder an allem was auszusetzen gehabt? Der Kaffee war zu dünn, das Ei zu hart, und der Wind war natürlich mal wieder zu frisch, um auf der Hotelterrasse zu frühstücken. Und das bei der Luft, die wir hier haben! Endlich könnte ich mal den Büromief aus den Lungen kriegen, aber nein ...«
Birgit schwieg verdrossen.
Manfred beschleunigte das Tempo. Bereits um sechs Uhr früh hatte seine Frau ihm die Laune verdorben. Es gab Gründe genug, im Bett zu stöhnen. Das Klingeln des Weckers gehörte doch wohl nicht dazu. Bei ihrem Teilzeitjob konnte Birgit das ganze Jahr über ausschlafen. Warum musste das auch noch im Urlaub sein? Er hasste halb abgegessene Frühstücksbüfetts, das wusste seine Frau genau.
Birgit versuchte, mit ihrem Mann Schritt zu halten. »Letztes Jahr auf Gran Canaria ...«
»Muss es denn immer Gran Canaria sein?«, herrschte er sie an. »Nur weil die Kastenbergs jedes Jahr dahin fliegen, müssen wir das noch lange nicht tun.«
Birgit blieb stehen. »Egal. Ich muss jetzt jedenfalls mal für kleine Mädchen.« Sie drehte sich hektisch um. »Wo kann ich denn mal? Hier hat man ja auf hundert Kilometer freien Blick.«
Die Panik im Gesicht seiner Frau verriet Manfred, dass die Angelegenheit keinen Aufschub mehr duldete. »Hab ich dir nicht gesagt: Trink nicht so viel Kaffee, das Land ist flach, und es gibt keine Bäume, hinter denen du verschwinden kannst?«
Sie erreichten die Treppe, die den Deich hinauf zum Sockel des Pilsumer Wahrzeichens führte. Birgit zeigte nach oben. »Dann versteck ich mich eben hinter dem selbst gestrickten Pullover. Geh du schon mal voraus.«
»Wenn du meinst, dass du mich einholen kannst«, sagte Manfred ungerührt und setzte seinen Weg fort. Er verstand Birgits Quengelei nicht. Noch waren weit und breit weder Spaziergänger noch Radfahrer zu entdecken, und die Möwen waren bestimmt Schlimmeres gewohnt als den nackten Hintern seiner Frau. Seinetwegen hätte Birgit mitten auf dem Weg die Hose runterlassen können. Aber sie musste ja immer aus allem ein Problem machen. Fehlte nur noch ...
Ein lang gezogener, gellender Schrei fuhr Manfred durch Mark und Bein. Ruckartig blieb er stehen und horchte. Dann ging er weiter. Es war nur die Stimme seiner Frau.
Sicher war Birgit am Örtchen ihrer Wahl von einer Spinne mit dicken, behaarten Beinen begrüßt worden. Manfred kannte die Signale: Ein Schrei dieser Art bedeutete eine Spinne an der Wand. Zwei Schreie hintereinander, von einer kurzen Pause unterbrochen, die sie zum erneuten Luftholen brauchte, wiesen auf eine tote Maus hin.
Er hatte es geahnt: Auf den ersten folgte ein zweiter Schrei. Also eine tote Maus.
»Manniiiii!«
Manfred rollte mit den Augen. Wie oft hatte er Birgit schon gesagt, sie solle ihn nicht ›Manni‹ rufen! Er blieb stehen und wandte sich um. »Was ’n los?«
Birgit stand kreischend am Fuß des Leuchtturms.
Er war einiges von ihr gewohnt, aber das hier ging nun doch zu weit. »Verdammt noch mal, was hast du denn?«
Hektisch winkte sie ihn zu sich heran.
Er seufzte. Also gut. Wenn er Birgits Fund gebührend gewürdigt haben würde, sollte es aber endlich weitergehen nach Greetsiel. Er wollte nicht erst am Abend dort ankommen. Sie hatten geplant, am Hafen zu Mittag zu essen.
Manfred kraxelte die Treppe zum Sockel des Turms hinauf und folgte seiner Frau halb um das Gemäuer herum.
Da lag sie, die tote Maus.
Sie war ungefähr so groß wie Birgit und schlank. Attraktiv wirkte sie mit diesen durchtrainierten Beinen in den schwarzen Leggings und den Joggingschuhen. Sie lag auf dem Rücken, den Kopf zur Seite gedreht. Manfred fiel die lange blonde Mähne auf. Eine zerbrochene rot-goldene Haarspange lag ein Stückchen weiter auf dem Boden.
Manfred schluckte.
Das Mittagessen in Greetsiel konnte er vergessen.

***

Fenna Stern blinzelte angestrengt auf ihren Monitor.
»Blendet das Licht?«, fragte Tammo Anders.
»’N büschen.« Die Kommissarin schickte sich an, aufzustehen.
»Bleib sitzen, ich mach das schon.« Tammo sprang auf und ließ die Jalousien herunter.
Seit Fenna und er kürzlich aus den beiden Einzelbüros weiter unten am Gang in diesen gemeinsamen Raum gezogen waren, spielte er gelegentlich den Kavalier. Eine Rolle, zu der Onkel Frido ihn antrieb, die er aber vor den Kollegen am liebsten verbarg. Noch immer ärgerte er sich über die Frotzeleien der Leute aus seinem Team am Tag des Umzugs. ›Wenn aus unserem frischgebackenen Ermittlerpaar nicht innerhalb eines Jahres ein trautes Ehepaar wird, fress ich ’nen Besen‹, hatte ein Wachtmeister in der Teeküche getönt, ohne zu ahnen, dass Tammo hinter ihm stand. ›Kannst dich ja schon mal um den Posten des Trauzeugen bewerben‹, hatte der Kommissar ihm mit jovialem Schulterklopfen vorgeschlagen und sich ein Lächeln abgerungen.
Tammo drehte an der Stange, die zum Justieren der Lamellen diente. »So in Ordnung?«
Fennas Augenpartie entspannte sich. »Ja, danke.«
Kaum hatte der Kommissar sich wieder hingesetzt, schrillte das Telefon. Er nahm das Gespräch entgegen, lauschte eine Weile gebannt und fasste sich an die Kehle. »Verstanden, wir kommen sofort«, presste er hervor und warf den Hörer auf die Gabel.
»Männlich oder weiblich?«, fragte Fenna besorgt. An Tammos Stimme und seinem Gesicht hatte sie wohl erraten, worum es bei dem Anruf ging.
»Platinblond«, erwiderte er geistesabwesend, schob den Stuhl zurück und lief zur Tür. Er hielt sich mit einer Hand an der Zarge fest und beugte den Oberkörper vor. »Leichenfund am Pilsumer Leuchtturm!«, rief er über den Gang der Wache. Dann wandte er sich wieder seiner Kollegin zu. »Äh, weiblich, wollte ich sagen.«
Fenna zog eine Augenbraue hoch.
Tammo klaubte Notizblock und Stift zusammen.
»Wie ist die Frau zu Tode gekommen?«, fragte die Kommissarin. »Hast du darüber schon was erfahren?«
»Nein, nichts. Auf den ersten Blick sind wohl keine Spuren einer Gewaltanwendung zu erkennen. Zumindest nicht für einen Laien«, schob er hinterher, während er den Zugang zu seinem Computer sperrte. »Vermutlich handelt es sich um eine Joggerin. Sie liegt neben dem Leuchtturm und atmet offensichtlich nicht mehr.«
Fenna zog die Stirn in Falten. »Wie kommt eine tote Joggerin zum Leuchtturm? Die Frau wird kaum vorgehabt haben, drum herum zu sprinten.«
»Lass uns hinfahren, dann sind wir schlauer.«

Im Kindle-Shop: Mordskuss. Ostfrieslandkrimi (Kripo Greetsiel ermittelt 2)
Für Tolino: Buch bei Thalia

Mehr über und von Ulrike Busch auf ihrer Website.