21. Dezember 2014

Das eBook-Sonar wünscht ein frohes Fest

Das Sonar pausiert über die Feiertage.
Natürlich kein Blog sondern ich wünsche euch fröhliche Weihnachtstage und einen gelungenen Start ins neue Jahr. Ich bedanke mich dafür, dass ihr dieses Projekt mit eurer Aufmerksamkeit bedacht habt und freue mich auf die vielen Besuche, die hoffentlich noch folgen werden.

Tipps für neuen Lesestoff an den Feiertagen findet ihr hier zwar in Hülle und Fülle, doch als kleinen Gruß außer der Reihe möchte ich euch eine weihnachtliche Geschichte von mir mit auf den Weg geben. Sie ist in den letzten Tagen in Fortsetzungen erschienen. Alle sieben Teile findet ihr auf meiner Website. Lest sie im Stück oder portionsweise über die Feiertage verteilt. Ich würde mich freuen und wünsche viel Spaß dabei.

Herzliche Grüße und erholsame Feiertage
Lutz Schafstädt

Zur Geschichte: Julian und der ausgefallene Wunsch"

19. Dezember 2014

"Geh nicht dorthin" von Marc Pain

Geh nicht dorthin, so nennen die alten Mansen das Gebiet um den Kholat Syakhl, dem Berg der Toten. Eine Expeditionsgruppe kommt 1959 unter mysteriösen Umständen bei einer Wanderung ums Leben. Was ist den sieben Männern und zwei Frauen zugestoßen? Bis heute gibt das Unglück am Djatlow-Pass einige Rätsel auf und konnte bislang nicht lückenlos rekonstruiert werden.

Dies ist eine fiktive Geschichte, die eine mögliche Theorie beleuchtet.

Gleich lesen: > > > Auf dem Kindle






Leseprobe:
Es gab kein Entkommen. Geräuschlos und rasend schnell verfolgte sie die Gefahr. Zitternd vor Angst und zitternd vor lauter Kälte, standen die neun Wanderer vor dem kleinen Feuer, das jeden Moment auszugehen drohte. Etwas Schemenhaftes huschte am Waldrand vorbei, etwas das auf der Suche nach ihnen war. Zinaida unterdrückte einen Panikschrei und umklammerte Igors Arm.
„Lass uns von hier verschwinden! Wir sollten zurück ins Lager“, hauchte Zinaida, mit vor Entsetzen aufgerissenen Augen und weinerlicher, heiserer Stimme.
„Zina hat recht“, stimmte Igor der jungen Studentin zu und wandte sich dabei an die anderen Gruppenmitglieder, „Wir müssen zurück ins Lager, ansonsten erfrieren wir hier draußen. Nicht mehr langte und das Feuer erlischt und dann sind wir der Kälte schutzlos ausgeliefert.“
„Man wird uns umbringen, wenn wir den Wald wieder verlassen! Wir sind tot, noch bevor wir das Lager erreichen. Hier im Wald sind wir immerhin vor dem Wind geschützt“, stieß Alexander hervor und sprang währenddessen auf der Stelle auf und ab.
„Alex hat recht, wir sollten hier bleiben und versuchen das Feuer am Leben zu halten, um uns warmzuhalten“, flüsterte Lyudmila.
„Ja, wir sollten hier bleiben. Da draußen wartet der Tod!“, sagte Nicolas.
„Ebenso wie hier! Ich bin dafür zum Lager zurückzukehren“, hielt Rustem dagegen.
„Ich werde hier sicherlich nicht erfrieren! Wir müssen zurück ins Lager, um unsere Kleidung und Ausrüstung zu holen. Ich spüre meine Füße bereits nicht mehr“, sagte Igor und rieb sich die eigenen Schultern, „Zina, Rustem und ich werden zum Lager gehen und mit Kleidung zurückkehren. Ihr werdet hier warten und darauf achten, dass das Feuer nicht ausgeht.“
Alle nickten zustimmend.
„In Ordnung lasst uns gehen“, sagte Igor und marschierte los. Bereits nach kurzer Zeit verschwanden sie aus dem Blickfeld der anderen. Ihre Schritte, das Knirschen des Schnees, war noch eine Weile länger zu hören, bis von ihren Freunden weder etwas zu sehen noch zu hören war.
Die Flammen strahlten kaum noch Hitze aus und die sechs Wanderer rückten dichter an das kleine Feuer heran. Sie versuchten sich mit allen verfügbaren Mitteln warmzuhalten, um der Eiseskälte trotzen zu können.
Um die Durchblutung anzuregen, rubbelten sie sich gegenseitig die Körper und Beine ab. Ununterbrochen rieben sie die eigenen Hände aneinander, hielten sie sich vors Gesicht und hauchten hinein, traten und sprangen auf der Stelle oder machten gar Kniebeugen. Einfach alles wurde versucht, um die Körpertemperatur vor einem tödlichen Sturz zu bewahren.
Plötzlich war es da. Die lautlose Gefahr, ein wahrgewordener Albtraum, der blanke Horror – das manifestierte Böse. Wie aus dem Nichts tauchte es vor der kleinen Gruppe auf.
„LAUFT!“, schrie Alexander und rannte blindlings in den dunklen Wald hinein.
Die restlichen Gruppenmitglieder folgten ihm. Alle bis auf Georgy und Doroshenko. Wie gefesselt, vollkommen erstarrt vor lauter Entsetzen, blickten sie ihrem sicheren Tod entgegen.
Erst als es längst zu spät war, kehrte der natürliche Fluchtinstinkt zurück. Unentschlossen sahen die jungen Männer sich um.
„Los auf den Baum“, rief Doroshenko und deutete auf die Kiefer, unter der sie Schutz gesucht und das Feuer entzündet hatten. Von der Furcht gepackt versuchten sie sich an den Ästen des Baumes hinaufzuziehen. Die meist sehr dünnen Äste brachen unter dem Gewicht der Männer und beim Hinabstürzen rissen sie sich die Haut ihrer unbekleideten Körper, an der rauen Rinde des Nadelbaumes, auf. Nur Georgy gelang es schließlich den Baum zu erklimmen, während sein Freund nach dem letzten Sturz erschöpft und regungslos liegen geblieben war.
„Doroshenko! Steh wieder auf, komm schon! Yuri?“
Doch Yuri Doroshenko zeigte keine Regung mehr und blieb auf dem kalten Waldboden liegen. Georgy klammerte sich an den Stamm der Kiefer und schluchzte verängstigt. Seine Hände schmerzten fürchterlich und allmählich verließen ihn die Kräfte.
Abwechselnd führte er seine Hände zum Mund und hauchte sie an. Er versuchte seine Finger zu bewegen, seine Hand zu einer Faust zu formen, doch das Gefühl wollte nicht zurückkehren.
Verzweifelt biss sich Georgy in die Hände, in der Hoffnung die Durchblutung damit zu verstärken. Dabei riss er sich das eigene Fleisch aus den Handrücken, die so taub und blutleer waren, dass er davon nicht einmal etwas mitbekam. Aufgelöst schaute Georgy auf den Waldboden hinab. Nur mit Unterwäsche bekleidet, lag Doroshenko leblos vor dem Stamm der Kiefer, unweit der Feuerstelle, die inzwischen erloschen war. Georgy trug ebenfalls nichts außer seiner Unterwäsche. Fluchtartig hatte die Gruppe ihre Zelte verlassen müssen, anderenfalls hätte man sie umgebracht, daran hatte es keinen Zweifel gegeben.
„Doroshenko komm schon, jetzt steh endlich auf“, schluchzte Georgy verzweifelt. Vom Baum wieder hinabzuklettern traute Georgy sich nicht. Er spürte, dass die Gefahr noch nicht gebannt war, sie lauerte im Dunkeln und wartete auf ihn. Kurz vor seinem Ende erinnerte er sich an die Worte von Alexander, daran welchen Namen das alte Mansenvolk diesem Ort gegeben hatte.
„Wir hätte hier niemals hergehen dürften“, bereute Georgy und wünschte sich an einen anderen Ort.
Ein brennender Schmerz zog plötzlich durch sein linkes Bein. Es fühlte sich an, als würde jemand ein Messer in seinen Oberschenkel rammen oder ein glühendes Eisen auf seine Haut pressen. Mit einem schmerzerfüllten Schrei lockerte Georgy ungewollt den Griff und stürzte die gut fünf Meter, die er erklommen hatte, wieder hinab. Dabei zog er sich weitere Verletzungen zu und brach einige Äste ab. Zuletzt schlug er mit dem Kopf auf das Ende eines zuvor abgebrochenen Astes. Durch die Kraft des Sturzes bohrte sich das abgebrochene Astende tief in sein Gesicht und riss einen Teil seiner Nase ab. Danach schlug Georgy auf den Waldboden auf.
Nicht weit von seinem Freund entfernt, fand auch das Leben von Georgy ein grausames Ende. Ein Ende in lähmender Kälte und in der absoluten Ungewissheit darüber, warum er sterben musste.

Im Kindle-Shop: Geh nicht dorthin

Mehr über und von Marc Pain auf seiner Website.

18. Dezember 2014

"Mama zwischen Sorge und Recht" von Carola Fuchs

Die aberwitzigen Erfahrungen einer Mutter in Sachen Umgang. Carola steht vor Gericht. Ihr smarter Ex-Freund Thomas will sein Recht auf Umgang mit der gemeinsamen Tochter durchsetzen, obwohl diese die Papa-Übernachtungen bestreikt. Carolas Hoffnung auf eine sachliche Klärung ist groß, doch dann erlebt sie ihr blaues Wunder. Die Dame vom Jugendamt und der Richter ignorieren ihre Berichte vom Verhalten des Vaters – und urteilen dennoch. Währenddessen ringt die kleine Katja mit Albträumen und Verlustängsten; Erschöpfung prägt den Alltag von Mutter und Kind. Das ist weder gerecht noch gesund, denkt Carola, und beginnt zu kämpfen …

Der bewegende Bericht einer pragmatischen Mutter bringt zum Staunen, Lachen und Kopfschütteln. Wem "Nicht ohne meine Tocher" von Betty Mahmoody gefallen hat, der wird dieses Buch nicht mehr aus der Hand legen können.

„Ein nahezu unglaubliches Beispiel für die vielen Fälle, in denen Väter ihren Kindern den Umgang verleiden, dies aber der Mutter in die Schuhe geschoben wird.“ S. Krüger, Fachanwältin für Familienrecht

„Katjas Fall zeigt, wie wenig das Kindeswohl im Fokus der Instanzen steht.“ C. Ludwig, Kinder- und Jugendpsychologin

Gleich lesen: Mama zwischen Sorge und Recht: Die aberwitzigen Erfahrungen einer Mutter in Sachen Umgang

Leseprobe:
„Schschsch, ist ja gut, alles ist gut“, wiederhole ich gebetsmühlenartig. Dabei schlägt mir das Herz vor Panik selbst bis zum Hals und mein Rücken ist schweißnass. Reflexartig habe ich das schreiende Baby gepackt und bin geflüchtet. Nur weg von ihm. Die Treppe hoch, ins Bad. Dort sitze ich zusammengekauert auf dem Rand der Badewanne und kann vor Angst kaum atmen. Das gerade eben ist nicht wirklich passiert, oder? Das kann gar nicht sein. Was soll ich jetzt nur tun? Aus dem Augenwinkel sehe ich, wie die Türklinke nach unten gedrückt wird. Thomas kommt schnaubend auf mich zu. Ich springe auf, die Kleine brüllt noch lauter, ihr Gesicht ist schon dunkelrot angelaufen. Will er sie mir wieder wegnehmen? Schwer atmend baut er sich neben dem Waschbecken auf, wirkt aber ruhiger als vorhin. Kann es sein, dass er sich für seinen ... naja, nennen wir es Fehltritt, entschuldigen will? „Ach, Carola“, seufzt er theatralisch, lehnt sich ein Stück nach vorne, bis sein Brustkorb meine Schulter berührt, und starrt mich an. Lange, endlos lange, und ganz still. Schweißperlen stehen auf seiner Oberlippe, feuchte Haarsträhnen kleben an der Stirn, als er mir ins Ohr raunt: „Treib es nicht zu weit, Carola. Sonst bring ich dich um!“ Dann macht er kehrt, schließt sachte die Tür hinter sich und geht wieder nach unten. Meine Knie geben nach, in meinen Ohren rauscht es, zitternd setzte ich mich wieder hin, Katja fest an mich gedrückt.
Was ist bloß mit uns passiert? Wir waren doch so glücklich.

Elf Monate vorher. März 2005.

„Was kann ich für Sie tun, Frau Fuchs?“, fragt die Urlaubsvertretung meiner Gynäkologin freundlich und nimmt mir gegenüber Platz.
„Ich habe das Gefühl, dass irgendetwas nicht stimmt. Ich habe so ein komisches Bauchziehen.“
„Wann war denn Ihre letzte Regel?“
„Ach, mein Zyklus ist so unregelmäßig. Sie wissen schon, niedriger Östrogenspiegel. Mitte Januar, nehme ich an.“
„Kann es sein, dass Sie schwanger sind?“
Auf diese Idee ist Steffi auch schon gekommen, als ich ihr erzählt habe, dass ich neuerdings immer so schlapp bin. Meine beste Freundin aus Studienzeiten hat schon zwei Kinder, ist also Expertin auf dem Gebiet. Aber in diesem Fall hat sie die Flöhe husten gehört. Der Teststreifen aus der Apotheke war negativ. Hätte mich auch arg gewundert.
„Nein, das kann auch gar nicht sein. Frau Dr. Lechner meinte, dass ich eine Hormonbehandlung bräuchte, wenn ich mal ein Kind möchte.“
„Gut, dann schauen wir uns das mal an. Machen Sie sich bitte frei.“
Angespannt klettere ich auf den Untersuchungsstuhl und hoffe inständig, dass es kein Geschwür ist. Ich bin doch erst sechsunddreißig. Die Ärztin fährt mit ihrem Ultraschalldildo ein bisschen hin und her und fixiert dann das Bild auf dem Monitor. „Sehen Sie, das ist Ihr rechter Eierstock. Hier ist alles in Ordnung.“ Dann wieder Schneesturm in schwarz-weiß. „Hier ist Ihre Gebärmutter, und … was haben wir denn da?“ Sie zeigt auf einen schwarzen Fleck mit hellem Knubbel. Sieht ja gruselig aus. „Ich darf Ihnen gratulieren“, fährt sie strahlend fort, „Sie sind schwanger. Ich hoffe, das ist eine schöne Überraschung für Sie.“
Eine Überraschung, das kann man wohl sagen. Ob schön, weiß ich auf die Schnelle gar nicht.

Im Kindle-Shop: Mama zwischen Sorge und Recht: Die aberwitzigen Erfahrungen einer Mutter in Sachen Umgang

Mehr über und von Carola Fuchs auf ihrer Website.

17. Dezember 2014

"Mord am Genfer See" von Jochen Wiesigel

Voller Todesangst flieht Sascha, ein russischer Junge, aus einer Villa in der Schweiz. Wurde er Zeuge eines Verbrechens? Besteht ein Zusammenhang zum Fund der arg zugerichteten Leiche am Ufer des Genfer Sees, die dem Kommissar Philippe Piatti Kopfzerbrechen bereitet? Und warum werden die Angehörigen des 83-jährigen Kunsthändlers Montiniere auf einmal erpresst? Schließlich wollten sie doch nur das Beste für ihr krankes Familienoberhaupt, koste es, was es wolle ...

Viele Puzzleteile müssen die Ermittler zusammensetzen, bis sie einer internationalen Bande auf die Spur kommen, die mit Organhandel das große Geld macht.

Gleich lesen: Mord am Genfer See



Leseprobe:
„Jetzt lauf“, flüstert Kolja. „Lauf!“ Und Sascha rennt durch den Garten zum Ufer, er zwängt sich zwischen den Sträuchern hindurch und schützt sein Gesicht vor den peitschenden Zweigen. Er watet durch's Wasser, an Mauern und Zäunen entlang.
Der Mond schwimmt im See. Die Lichter des Jachthafens zittern in den schwarzen Wellen. Unter dem Sternenhimmel stehen die knorrigen Weiden wie Gespenster.

Endlich hat er den Uferweg erreicht, doch er ist noch lange nicht in Sicherheit. Aus dem Dunkel der Hecken und Sträucher funkeln Augen. Ein Knurren erst, dann ein heiseres Kläffen. Ein Hund steckt seine Nachbarn an, und gemeinsam zerbellen sie die Stille dieser Sommernacht.
Sascha springt über Stock und Stein, über Stämme, Wurzelstöcke und anderes Treibgut. Er hört das Brummen eines Motorbootes, das sich allmählich entfernt. Seine Füße wirbeln durch den Sand und über rollende Steine. Er rennt um sein Leben. Ihm bleibt nicht viel Zeit. Wenn sie ihn finden, das weiß er, bringen sie ihn um.
Ohne einem Menschen zu begegnen, kommt er von einem Dorf in das andere. Als die Alpengipfel am Horizont rot aufscheinen, sind seine Beine schwer geworden, doch er lässt nicht nach. Eine Krähe flügelt vor ihm auf und schwingt sich über die Platanen. Am liebsten würde er ihr hinterher fliegen, oder ganz klein werden, so klein, dass er in einem Mauseloch verschwinden und an einem anderen Ort der Erde wieder herauskommen könnte.
Aus einem Dorfbrunnen trinkt er Wasser und wäscht sich das Gesicht, bevor er sich wieder auf den Weg macht.
Von den terrassierten Weinbergen steigen Nebelwolken auf und zerfasern im Morgenhimmel. Autos gleiten vorüber, Radfahrer und Jogger begegnen ihm, doch er senkt den Kopf. Wie jemand, der etwas zu verbergen hat, sucht er einsame Wege.
Am Rand einer Gartenanlage legt er sich auf eine Bank. Kurz darauf wird er weggejagt. Er versteckt sich auf dem Spielplatz in einem Kletterturm und wieder scheucht man ihn fort. Er kriecht unter eine Bogenbrücke am Stadtpark. Eine Ratte schwimmt durch das trübe Wasser auf ihn zu, da dreht er sich um und läuft davon.
Beim Überqueren einer Dorfstraße sieht er ein Polizeiauto. Es kommt näher und immer näher. Er nimmt einen abzweigenden Weg, doch das Auto biegt ebenfalls ein.
Sascha schleicht an den Hauswänden entlang. Er drückt die Klinke an jeder Tür. Die ersten vier sind verschlossen, die fünfte ist angelehnt. Er steigt die Stufen hinauf. In der dritten Etage steht eine Wohnungstür offen. Er schlüpft hinein und versteckt sich hinter dem Kleiderständer. Vom Luftzug schlägt die Tür hinter ihm zu.

Im Kindle-Shop: Mord am Genfer See

16. Dezember 2014

"Der Augenblick des Todes" von Detlef Krischak

Ein Emsland-Krimi. Zur Zeit des Abifestivals 2014 wird in Lingen ein stadtbekannter Trinker und Schläger vom Regional-Express überrollt. Schnell wird klar, dass es sich nicht um einen Selbstmord handelt. Die Kripo in Meppen steht vor einem Rätsel, als sie feststellen, dass das Opfer von seinem Täter mit drei Buchstaben auf der Stirn gekennzeichnet und dann auf das Gleis gesetzt wurde. Was bedeuten die Zeichen?

Es beginnt eine Jagd, die Dennis Winkler und sein Team fast zur Verzweiflung bringen. Treibt jemand ein perfides Spiel mit ihnen? Das Team steht vor einer echten Bewährungsprobe.

Gleich lesen: Der Augenblick des Todes (Emsland-Krimi 3)




Leseprobe:
Erst nach dem dritten Klingeln vernahm Petra Vogt Geräusche hinter der Haustür. Sie und Erik Eckelhoff waren gerade im Begriff zu gehen, als die Tür einen Spalt geöffnet wurde. Petra kannte das, letztens, als sie mit Dennis hier war, hatte es auch lange gedauert, bis sich etwas regte. Sie steckte aber nicht den Fuß in den Spalt.
Lena Bartels musste dem äußeren Erscheinungsbild nach erst gerade das Bett verlassen haben, vermutete die Polizistin, denn die junge Frau trat mit zerzaustem Haar und reichlich Schlaffalten im Gesicht an die Tür. Außerdem trug sie ein zerknittertes Shirt, darunter keinen BH und eine kurze Hose, wie man sie gerne zum Schlafen anzieht.
Zwischen dem etwas zu kurz geratenen Shirt und der heruntergerutschten Hose blinkte ein Brilli anstatt des Bauchnabels.
Petra zog eine Augenbraue hoch und nickte anerkennend. Auch sie war ein Freund des Piercings und trug so ein Teil seit mehreren Jahren.
Sie sah der Frau wieder in die Augen, dann schaute sie, bereit dazu, eine Entschuldigung auszusprechen, auf ihre Uhr; da es bereits kurz nach zehn war, verwarf sie den Gedanken. Um diese Zeit konnte man auf sein!
"Guten Morgen, Frau Bartels. Das ist mein Kollege Eckelhoff. Ist Peter Ferber zu sprechen?"
Lena Bartels gähnte hinter vorgehaltener Hand und zog mit der anderen Hand die Schlafhose hoch.
Anscheinend ordnete sie gerade ihr Gedächtnis, dachte Petra, denn es dauerte ein paar Sekunden, bis sie von ihr erkannt wurde.
"Ach, wir hatten uns letztens noch gesprochen. Geht es um Markus?", erinnerte sie sich und unterdrückte krampfhaft ein weiteres Gähnen.
Petra wippte ungeduldig auf den Füßen und Eckelhoff warf, außer auf den blinkenden Diamanten, einen Blick durch die offenstehende Haustür in den Flur.
"Ist ihr Freund hier? Wir müssen dringend mit ihm sprechen. Ja, es geht um Herrn Ferber."
"Wir sind verlobt!", schnaubte sie., "Peter schläft noch, geht das nicht ein anderes Mal?", versuchte sie die Polizisten wie lästige Fliegen abzuschütteln und gähnte nun demonstrativ mit offenem Mund.
Eckelhoff begann ebenfalls mit leichtem Fußwippen. "Nein, das geht nicht, Frau Bartels. Entweder Sie gehen jetzt ins Haus und wecken Ihren Verlobten, dass wir uns mit ihm unterhalten können, oder ich rufe eine Streife, die ihn aufweckt und nach Meppen bringt", konterte er den Versuch, sie abzuwimmeln.
Er zog sein Handy aus der Tasche und begann mit dem Finger darauf zu tippen. Das machte Eindruck auf die Frau mit dem Bauchnabelpiercing. Sie trat einen Schritt auf die Polizisten zu und blickte links und rechts an ihnen vorbei auf die belebte Straße.
"Gut, kommen Sie rein. Es muss ja nicht jeder mitbekommen, dass die Polizei zu Besuch kommt." Zu Besuch? Hallo? Seit wann besuchen wir unsere Verdächtigen?, dachte Eckelhoff, während er die Frauen vorgehen ließ und hinter sich die Tür schloss.
Lena Bartels schritt barfuß voran und führte die beiden in die Küche, die Petra bei ihrem letzten Besuch ordentlich aufgeräumt vorgefunden hatte.
Das, was sie nun sah, erinnerte sie mehr an einen Fetenraum, der nachts von den Feiernden fluchtartig verlassen worden war.
Lena zog hastig einige Kleidungsstücke von den Stuhllehnen und sammelte weitere Teile vom Boden auf, die nach Eckelhoffs Einschätzung mindestens zwei Personen zugeordnet werden konnten.
Die haben sich in der Küche die Klamotten vom Leib gerissen und es auf dem Tisch getrieben, war sein erster Gedanke. Nach einem Blick auf den mit Flaschen und Gläsern vollgestellten Tisch änderte er seine Meinung.
"Ist spät geworden", entschuldigte sie sich für das Chaos in der Küche und fuhr mit der Hand durch ihr zerzaustes Haar. Der Versuch, ihre Frisur zu ordnen, misslang kläglich.
Mit flinken Händen befreite sie innerhalb weniger Sekunden den Tisch von der Hälfte der Flaschen, die sie geräuschvoll in einer leeren Kiste unterbrachte.
Petra und Erik nahmen derweil ohne Aufforderung Platz.
Er griff sich einige Flaschen und half ihr beim Aufräumen. Beim Bücken zur Kiste gab Lena Bartels, nach Petras Einschätzung nicht ganz unfreiwillig, freien Ausblick auf ihre festen Brüste.
Petra schüttelte verärgert den Kopf, als sie mitbekam, wie ihr Kollege einen gierigen Blick in das Dekolleté der jungen Frau warf. Eckelhoff bemerkte Petras Reaktion und räusperte sich verlegen.
"Wollten Sie nicht Ihren Freund … äh … Verlobten wecken?", zwang er sie sich aufzurichten. Den Blick ließ er weiterhin ganz ungeniert auf ihren Brüsten ruhen.

Im Kindle-Shop: Der Augenblick des Todes (Emsland-Krimi 3)

Mehr über und von Detlef Krischak auf seiner Website.

15. Dezember 2014

"Elementarteilchen küssen besser" von Regina Wall

Erotisch prickelnd, witzig und warmherzig - eine wunderbare Liebeskomödie.
Was tun, wenn man auf einer Kreuzfahrt durch die Karibik permanent einem fremden, aber höllisch attraktiven Mann - wortwörtlich - über die Füße stolpert, weil einem die peinlichsten Missgeschicke passieren? Die leidgeprüfte Quantenphysikerin Linda Martin hat aufgrund schlechter Erfahrungen schon lange den Männern abgeschworen. Doch dieses Prachtexemplar kann sie einfach nicht ignorieren, da sie durch einen versehentlich vertauschten Koffer einen kurzen Blick in dessen Gepäck voll pikantem Chippendale-Zubehör werfen konnte.

Seither quält sie die Frage, ob Philipp Graf wirklich nur ein seriöser Rechtsanwalt auf Gratifikationsfahrt ist oder doch eine verruchte, dunkle Charakterseite vor seinen Kollegen verheimlicht. Umso mehr irritiert sie, dass er in ihr anscheinend mehr als nur eine graue Maus mit Figurproblemen sieht. Das zeigen ihr seine geduldigen, wenn auch äußerst charmanten Annäherungsversuche. Soll sie darauf eingehen oder doch lieber das Feld für seine attraktive, aber sehr ehrgeizige Kollegin Desirée räumen? Die macht nämlich hartnäckig ihre Ansprüche aus einer früheren Affäre auf ihn geltend und versucht, mit intriganten Mitteln seine damalige Leidenschaft zu ihr wieder anzuheizen ...

Gleich lesen: Elementarteilchen küssen besser

Leseprobe:
Der Deckel ihres Trolleys klappte auf – und mit ihm ihre Kinnlade nach unten.
Was war das?!! Wie kam dieses ganze Zeug in ihren Urlaubskoffer?
Schockiert und doch seltsam fasziniert betrachtete sie, was sich ihrem Auge darbot. Dinge, die sie noch nie gekauft oder sich hatte schenken lassen, die sie in ihrem ganzen Leben noch nie benutzt, geschweige denn zwischen die Finger bekommen hatte.
Dinge, die sie nicht mal in natura gesehen hatte.
Faszinierende Dinge, die definitiv ein leichtes Kribbeln in ihrem Bauch verursachten …
Erstaunt und leicht schockiert blickte Linda auf den Inhalt des schwarzen Trolleys, von dem sie mittlerweile wusste, dass er definitiv nicht ihr gehörte.
Gedankenverloren, mit einem ungewohnten Kribbeln im Bauch, strich sie mit ihren Fingersitzen über das kühle Metall und den matt glänzenden Stoff und fragte sich, was das wohl für ein Mensch war, der solche Dinge mit in seinen Urlaub nahm: ein Paar Handschellen, eine amerikanische Polizistenmütze wie sie die Chippendales trugen (nicht, dass sie schon einmal das Vergnügen gehabt hätte, sie live zu erleben), einen schwarzen Männerstring und eine extragroße Packung Kondome der Größe L.
Von Neugierde überwältigt ließ sie das harte Metall der Handschellen durch ihre Finger gleiten und überprüfte den Verschluss. Auch wenn man ein Schlüsselloch erkennen konnte, war es dennoch möglich, die Handschellen selbst zu öffnen – auch wenn man gefesselt war.
Ein leichter Schauder rieselte über Lindas Rücken, da sie noch nie mit solchen Accessoires zu tun gehabt hatte und in dieser Beziehung unerfahren wie ein Baby war. Anschließend hielt sie vorsichtig den Herrenstring hoch und faltete ihn wieder mit hochrotem Kopf zusammen, um ihn da zu verstauen, wo er gelegen hatte. Nachdem sie nochmals zitternd Atem geholt hatte, schloss sie den Deckel sorgfältig.
Als sie das Äußere des Koffers betrachtete, merkte sie, dass er ihrem eigenen zum Verwechseln ähnlich sah. Nur eine der Außentaschen war etwas kleiner. Ratlos blickte sie auf die Banderole, auf der sie allerdings ihren eigenen Namen mit ihrer Zimmernummer entdeckte.
Das konnte doch nicht sein!
Nach weiterem Suchen fand sie einen kleinen Adressanhänger, auf dem ein anderer Name stand: Philipp Graf.
Aha.
Wie aber kam ihre Banderole an Philipp Grafs Trolley? Vermutlich hatte Betty sie an das falsche Gepäckstück geklebt, nachdem sie überstürzt zu der Sammelstelle vor der Halle gehastet war.
Aber welcher normale Mensch würde solches Sexspielzeug mit in den Urlaub nehmen? Entweder ein Ehepaar, das Ablenkung vom Alltag brauchte und hier auf dem Schiff die zweiten Flitterwochen verlebte. Oder – und das fand sie weitaus wahrscheinlicher – das Zubehör gehörte einem Macho-Single, der mit seinem großspurigen Verhalten und schmierigen Lächeln viele Frauen ins Bett locken wollte, um zwei Wochen hemmungslos herumzuvögeln.
Oh, wie hasste sie diese Typen mit ihrem gönnerhaften Auftreten, die jede Frau nur auf die Funktion eines Betthäschens reduzierten.
Obwohl … manchmal hatte sich Linda auch schon sehnlichst gewünscht, einfach nur als solches wahrgenommen zu werden, um als Objekt der Begierde in beidseitigem Einvernehmen nach Lust und Laune missbraucht zu werden. Wieder merkte sie, wie ihre Wangen warm wurden.
Vor ihrem geistigen Auge stellte sie sich Philipp Graf als testosteronstrotzenden Deckhengst mit durchtrainiertem Körper, strahlend blauen Augen und regelmäßigem Blendax-Lächeln vor, der jede Frau vernaschte, die ihm über den Weg lief.
[…]
Nun, dieser Trolley warf immer noch die Frage auf, wo ihr eigener geblieben war. Es gab nur eine Möglichkeit, es herauszufinden. Nachdem sie in der Bordzeitung die Durchwahl für die Rezeption gefunden hatte, meldete sie dort den Verlust ihres Koffers und nannte der Angestellten den Namen des Trolleybesitzers.
„Wenn Herr Graf bei mir in der Nähe wohnt, kann ich ihm den Trolley auch gerne persönlich vorbeibringen. Dann kann ich meinen gleich mitnehmen, falls er bei ihm gelandet sein sollte“, meinte Linda am Telefon.
„Das geht leider nicht. Ich darf Ihnen die Kabinennummer nicht geben. Aber ich werde gleich jemanden zu Ihnen schicken, um das Gepäckstück abzuholen“, klärte sie eine freundliche Stimme mit leichtem Akzent auf.
[...]
Keine zehn Minuten später klopfte es schon an die Tür. Vor ihr stand ein kleiner stämmiger Mann in Uniform, der ein dezentes Namensschild mit dem Aufdruck ‘Manuel’ trug und ihr in gebrochenem Deutsch erklärte, dass er nun den falschen Trolley mitnehmen würde.
Kurzerhand entschied sich Linda, ihrer Neugierde nachzugeben. „Ich komme mit, vielleicht hat Herr Graf zufällig meinen Koffer, dann kann ich ihn gleich mitnehmen.“
Nachdem der Angestellte nur zustimmend mit den Schultern gezuckt hatte, folgte sie ihm den endlosen Gang entlang, der – sehr maritim – in Weiß- und Blautönen gehalten war. Doch schon nach knapp zwanzig Metern blieb er stehen und klopfte. Überrascht, dass Philipp Graf auf demselben Deck wohnte, bereitete sich Linda auf seinen Anblick vor.
Als niemand reagierte, klopfte Manuel erneut. Bevor er allerdings nach kurzem Warten seinen Generalschlüssel zücken konnte, wurde die Tür geöffnet. Linda blinzelte verwundert mit den Augen.
Vor ihnen stand ein großer Mann mit braunen Haaren und konservativem Haarschnitt. Sein weißes Hemd war leicht zerknittert und die Krawatte in einem lockeren Knoten um seinen Hals gebunden. Die kantige Hornbrille mit abgerundeten Ecken saß leicht schief auf der Nase, was er mit einer routinierten Handbewegung korrigierte. Aufgrund seiner verschlafenen Augen und den dunklen Schatten darunter nahm sie an, dass sie ihn gerade bei einem dringend benötigten Nickerchen gestört hatten. Jedoch wirkte er durch seine müde Blässe und der Art, wie er leicht geblendet gegen das Flurlicht blinzelte, so ganz anders, als sie es sich vorgestellt hatte.
Normal. Harmlos. Fast schon verletzlich.
„Kann ich Ihnen helfen?“ Seine tiefe Stimme war vom Schlafen noch leicht belegt und etwas kratzig. Er räusperte sich kurz.
Das Bild, das sie sich von diesem scheinbaren Draufgänger gemacht hatte, passte so gar nicht zu der Wirklichkeit, die jetzt direkt vor ihr stand. Ihn hätte sie zuletzt in Verdacht gehabt, verruchte Utensilien für ein leidenschaftliches Schäferstündchen in die Karibik zu schmuggeln. Nun gut, dachte sie, jeder so, wie er es mag. Sie wollte diese Angelegenheit jedenfalls hinter sich bringen, damit sie so schnell wie möglich ihr Gepäck bekam und sich endlich duschen konnte.
Bevor Manuel mit einer Erklärung loslegen konnte, meinte Linda nur: „Ihr Koffer ist auf meinem Zimmer gelandet. Also, ich meine natürlich in meiner Kabine. Meine Freundin hat wohl vor dem Einchecken meine Banderole aus Versehen an Ihrem Trolley befestigt. Und Ihre eigene muss wohl in dem Getümmel abgerissen worden sein.“
„Oh …“ Er blinzelte überrascht und beugte sich zu dem Trolley hinunter. „Ja, das ist tatsächlich meiner. Der Adressanhänger stimmt und die Schnur am Verschluss auch. Ich hatte in der Eile des Packens das Schloss nämlich nicht gefunden.“
„Dann ist ja alles in Ordnung“, begann Linda. „Sie haben wohl nicht zufällig meinen Koffer bei sich stehen?“
„Nein, leider nicht. Es wurde noch gar kein Koffer geliefert. Und da ich eingeschlafen bin, habe ich auch nicht bemerkt, wie die Zeit vergangen ist.“ Er blickte kurz auf seine Armbanduhr. „Wie sieht ihr Koffer denn aus?“
„Fast genauso wie Ihrer. Deshalb habe ich es auch anfänglich nicht bemerkt. Erst als ich ihn öffnen wollte, fiel mir die unterschiedliche Größe der Vordertasche auf und die Schnur am Reißverschluss.“
Manuel, der die ganze Zeit still und höflich lächelnd dagestanden hatte, verstand, dass ihr Koffer noch vermisst wurde, und versprach ihr, sich darum zu kümmern.
Nach einer kurzen Verabschiedung, bei der sich Philipp nochmals bei Linda bedankte, schloss er seine Tür und lehnte sich erschöpft dagegen. Gedankenverloren rieb er sich erst seinen Nacken, dann seine Augen hinter der Brille. Er fühlte sich immer noch wie gerädert.
Immerhin hatte er schon sein Gepäck, wohingegen diese Blondine mit der leicht rauchigen Stimme wohl noch eine Weile darauf warten musste.
Er dachte an ihre Augen, mit denen sie ihn anfänglich gemustert hatte. Ein so intensives Grün hatte er vorher noch nie bei einem Menschen gesehen. Oder hatte er sich durch das Flurlicht täuschen lassen?
Die Art, wie sie ihn angesehen hatte, fand er etwas irritierend. Er war sich vorgekommen, als ob sie ihn in Bezug auf etwas einschätzen wollte, von dem er nichts wusste – wie eine Promenadenmischung, die zufällig bei einem Hunde-Schönheitswettbewerb voller kunstvoll frisierter Pudel gelandet war. Am Schluss hatte diese Frau dann aber doch etwas enttäuscht gewirkt, was seiner Meinung nach nicht nur auf den fehlenden Koffer zurückzuführen war.
Ihre ansonsten sachlich-unterkühlte Ausstrahlung wurde nicht nur von ihrer korrekten Freizeitbekleidung und ihrem streng nach hinten gekämmten Dutt hervorgerufen, der die feinen Linien ihres Gesichts hervortreten ließ. Nein. Es lag auch daran, dass sie ihn während dieser Begegnung kein einziges Mal angelächelt hatte – obwohl sie einen schön geschwungenen Mund hatte, der auch ohne Lippenstift überaus sinnlich wirkte. Sie hatte – wie sie da vor seiner Tür gestanden hatte – so kühl auf ihn gewirkt, dass es ihn bei diesen karibischen Temperaturen beinahe gefröstelt hätte.
Und doch … irgendetwas an ihrem kühlen, geschäftsmäßigen Tonfall hatte ihn aufhorchen lassen. Etwas für ihn nicht Fassbares hatte unterschwellig mitgeschwungen …

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12. Dezember 2014

"Die "What the Bleep..." Geschichte: Eine Geschichte über Quantenphysik" von Barbara Singer

Die „What the Bleep“ Geschichte gibt in leichter Anlehnung an die Inhalte des Films „What the Bleep do we (k)now!?“ eine Einführung in das Thema der Quantenphysik. Leser jeder Altersgruppe können mit den Figuren in der Geschichte lernen.

Unser Unterbewusstsein reagiert am stärksten auf innere Bilder und die damit verbundenen Gefühle. Das vorliegende Buch erklärt auf einfache Art, wie Träume, Wünsche und Ziele schneller erreicht werden. Die „What the Bleep“ Geschichte ist kein gewöhnliches Anwenderbuch, sondern beschreibt die Quantenphysik als Geschichte.

Sie handelt von zwei Jungen aus Wales, Oliver und Samuel. Ihre Charaktere könnten unterschiedlicher nicht sein. Oliver, ein sachlich aufgeklärter Junge, Samuel, der an die Kraft des Unterbewusstseins glaubt. Oliver lernt die Großmutter seines Freundes Samuel kennen, die ihm aus der fantastischen Welt der Quantenphysik erzählt. Langsam bemerkt er, dass wir unsere Realität selbst schaffen können.

Für Kinder und Erwachsene.

Gleich lesen: Die "What the Bleep..." Geschichte: Eine Geschichte über Quantenphysik

Leseprobe:
Einleitung
Meine Absicht war ein verständliches Buch für Kinder und Erwachsene über Quantenphysik zu schreiben. Denn meiner Meinung nach, ist es auch besonders wichtig, dass bereits Kinder über diese Dinge erfahren, wenn auch in anderer Form. Es stimmt mich immer traurig, wenn ich von Untersuchungen höre, die zeigen, dass heute bereits Kinder weit vor dem 15. Lebensjahr, Zukunftsängste haben und sich nicht trauen in die berufliche Richtung zu gehen, die sie wirklich wollen. Es wird ihnen schon in jungen Jahren eingeredet, dass man einen Beruf nach vernünftigen Kriterien aussuchen muss, weil es so schwierig ist überhaupt einen Job zu bekommen. Auf diese Weise entfernt man Menschen von ihrer Berufung. So gründen wir eine Gesellschaft in der die meisten nur wegen des Geldes einen Beruf wählen, den sie in Wahrheit hassen und keine Freude daran haben und so sorgt man dafür, dass die Krankenstände ins Uferlose gehen und die Krankenkassen ins Minus stürzen. Angst macht krank, vor allem existentielle Ängste. Die Quantenphysik lehrt uns wie wir wieder mit unserem Potenzial in Verbindung treten können, wie wir das anziehen was wir wirklich möchten – und das geht sicher nicht mit Angst, Verunsicherung und Zweifel!
Wir alle wollen glücklich sein. Doch wir gehen oft den Weg, der uns am sichersten von diesem Glück entfernt. Die Quantenphysik ist hochinteressant – doch was nützt das, wenn man sie nicht versteht oder wenn man sie nicht anwendet. Darum habe ich beschlossen eine Geschichte zu diesem Thema zu schreiben mit sämtlichen wichtigen Hinweisen, die als Einführung von Bedeutung sind. Eine Geschichte, bei der wir uns mit den Figuren identifizieren können, weil auch unsere eigenen Erfahrungen darin enthalten sind. Rückschläge, Unsicherheit, ob das neu Gelernte wirklich so funktionieren kann, ob es nicht zu einfach ist, um wirksam zu sein etc. Wir haben speziell in unserer westlichen Kultur den Glauben, dass nur funktionieren kann, was schwierig und kompliziert ist. Möglicherweise weil wir zumindest unbewusst der Auffassung sind, dass wir uns alles nur durch harte Arbeit verdienen müssen. Was aber wenn dem nicht so ist? Wenn wir bisher einfach auf der falschen Fährte waren? Es lohnt sich auf jeden Fall es auszuprobieren. Das einzige was wir falsch machen können, ist wenn wir nichts verändern und passiv bleiben!

Vorwort für Kinder
Dieses Buch erzählt eine Geschichte über Quantenphysik. Warum erzähle ich Euch eine Geschichte über ein Thema, das Ihr gar nicht kennt. Weil es uns alle angeht und weil ich der Meinung bin, dass schon Kinder dieses Wissen brauchen. Bisher war mir kein Buch bekannt, das diese Informationen, die unser ganzes Leben zum Positiven verändern können, auch für Kinder verständlich beschrieben hat. Auch Ihr wollt sicher wissen, wie Ihr Eure Schulnoten verbessern, Eure Probleme lösen könnt, und vieles mehr. Warum warten bis man erwachsen ist, bis sich all die falschen Überzeugungen, die Euch übermittelt wurden, festgesetzt haben und es viel schwerer ist sie wieder los zu werden? Taucht ein in die Welt von Oliver und begleitet ihn durch seine Erfahrungen und Erlebnisse. Lernt durch ihn und lernt mit ihm. Die unangenehmen Erfahrungen, die Oliver in dieser Geschichte macht, sollen Euch helfen nicht aufzugeben, wenn Ihr selbst ähnliche Erfahrungen erlebt. Gebt nicht auf in Eurem Lernprozess, der so wichtig für Eure Zukunft ist! Betrachtet diese Geschichte nicht einfach nur als eine Phantasiegeschichte. Die Figuren und Handlungen sind frei erfunden, aber die Botschaften darin sind wahr und Ihr könnt daraus lernen. Ihr könnt sie anwenden, so wie Oliver sie anwendet, ohne dieselben Umwege gehen zu müssen wie er. Lasst Euch nicht davon abbringen, auch wenn andere nicht an das glauben was Ihr in diesem Buch lesen werdet. Probiert es einfach aus! Wenn Ihr nicht so glücklich seid, wie Ihr es sein wollt, braucht Ihr Euch nicht damit abzufinden – diese Geschichte zeigt Euch wie es geht. Beginnt schon jetzt das Bestmögliche aus Euch herauszuholen. Dann erhöht sich die Chance, dass Ihr später einmal einen Beruf haben werdet, der Euch Freude macht. Ihr werdet nicht bei Eurer Arbeit auf die Uhr sehen, so wie jetzt vielleicht in der Schule und darauf hoffen, dass es bald vorbei ist. Ihr werdet Menschen in Euer Leben ziehen, mit denen Ihr Eure Freude ungehindert teilen könnt. Gebt den unliebsamen Dingen im Leben keine Chance! Vernichtet jeden Neid, Missgunst und Hass aus Euren Gedanken, denn so könnt Ihr nicht glücklich werden. Diese Geschichte zeigt Euch was Ihr machen müsst, um das Eine zu erreichen, wonach sich alle Menschen, groß und klein, jung und alt sehnen – GLÜCK!!!

1. Vorwort für Erwachsene
Diese Geschichte ist keineswegs nur für Kinder. Ich habe sie sowohl für Kinder geschrieben, um die Gesetze der Quantenphysik auch für sehr junge Leser verständlich zu machen, als auch für Erwachsene. In diesem Fall soll es eine Metapher sein. Für Erwachsene ist es besonders schwierig eine neue Denkweise anzunehmen und vor allem diese auch in die Praxis umzusetzen. Das Verstehen einer theoretischen Erklärung oder eines Ratgebers ist eine Sache, die Umsetzung eine andere, was wahrscheinlich viele wissen, die es schon einmal versucht haben. Wir haben alle verschiedene Teile in uns, einerseits das innere Kind, das auch verspielt ist, nach neuen Erfahrungen strebt und gerne etwas Neues ausprobiert. Dann haben wir den Teil, der sagt, wir müssten alles mit unserem rationalen Verstand beurteilen – hier sitzt meistens der Zweifler. Und wir haben eine gefühlsmäßige oder auch intuitive Seite, die uns dazu bringt offen neue Dinge anzuhören, selbst wenn sie noch so unglaublich erscheinen. Wenn wir uns mit unserer intuitiven Seite verbinden, können wir meistens spüren was wahr ist und was nicht, aber es ist nicht immer so leicht uns ausschließlich mit dieser Seite zu verbinden, weil viele andere einfach dazwischenfunken. Natürlich gibt es noch viel mehr Teile in uns, als jene, die ich jetzt beschrieben habe, aber es geht mir hier nur um das Verständnis dafür. So passiert es oft, dass wir nicht wissen was wir glauben sollen. Wir probieren dann vielleicht manches aus, aber die innere Unsicherheit und die Zweifel verhindern meist den Erfolg. Ich bin sicher Sie werden schnell herausfinden, für welche Teile in Ihnen die Personen in dieser Geschichte stehen und Sie können aus der Tatsache mit wem sie sich am meisten identifizieren, Ihre Schlüsse und Konsequenzen ziehen. Die Geschichte enthält viele Anleitungen wie man z. B. mit den inneren Zweifeln umgehen kann. Aber vor allem soll sie die Quantenphysik, die sehr komplex ist, vereinfacht, verständlich und anschaulich erklären.

Im Kindle-Shop: Die "What the Bleep..." Geschichte: Eine Geschichte über Quantenphysik

Mehr über und von Barbara Singer auf ihrer Website.

10. Dezember 2014

"Bruno Bommes - Tatort Ruine" von Berit Wuttke

Ein Mann verschwindet spurlos, Ehemann, Vater von zwei Kindern, von Beruf Lehrer. Nach einem halben Jahr wird er tot aufgefunden. Verwirrende Kontakte machen die Aufklärung für Kommissar Bommes nicht einfacher. Was hat er sich zu Schulden kommen lassen?

Theresa, Mutter von zwei Kindern, wird über Nacht von ihrem Mann verlassen. Er hinterlässt ihr nur einen Brief auf seinem Kopfkissen. Inhalt: Er muss ausziehen, um seine Familie zu schützen ihm droht Gefahr. Theresa versteht es nicht, ihr Mann ist Lehrer. Wo ist er nur hineingeraten? Ein halbes Jahr später wird er tot aufgefunden. Was ist ihm passiert? Kommissar Bommes ermittelt ...

Gleich lesen: Bruno Bommes - Tatort Ruine



Leseprobe:
Theresa steigt in ihren kleinen Suzuki. Sie atmet noch einmal tief durch. Ute steht neben ihr.
„Bist du dir sicher, Theresa? Willst du dir das wirklich antun?“ Theresa nickt.
„Ja, ich muss.“
Dann fährt sie los.
Am Waldrand findet sie den Weg, der zum Parkplatz führt. Den restlichen Weg muss sie zu Fuß gehen. Sie schaut auf die Uhr, ein Geschenk von Markus zu ihrem 30. Geburtstag. Damals kannten sie sich gerade ein Jahr und spürten, dass es was Ernstes wurde. Ein Jahr später haben sie geheiratet und Tim kam auf die Welt. Sie waren die glücklichsten Menschen der Welt. Sie lächelt.
Rechts von ihr knackt es im Unterholz, sie erschrickt. Und ist wieder in der Realität. Noch die Abzweigung da vorn nach rechts und schon müsste sie die Ruine sehen. Früher waren sie öfter hier, hatten sich Rotwein und eine Decke mitgenommen. Ob Tim hier entstanden ist? Dort ist die Ruine, Theresa kann sie jetzt sehen. Endlich da. Sie schnauft und bleibt stehen. Von Markus keine Spur. Vielleicht sitzt er auf den Stufen oder in einem der leeren Fenster.
Langsam umrundet sie die verlassene Ruine. Es ist 20.10 Uhr, er wollte doch ab acht warten. Vielleicht ist ihm noch was dazwischengekommen um pünktlich zu sein. Ob sie nach oben steigt? Im Inneren ist es schon ziemlich dämmrig, sie sieht die kaputten Stufen kaum. Sie steigt hinauf. Aber auch hier nichts von Markus zu sehen. Sie setzt sich auf die Mauer, welche vor langer Zeit mal so eine Art Umfriedung gewesen sein muss. Ein bisschen unheimlich ist ihr schon. Es ist so ruhig hier, nur hin und wieder krächzt ein Vogel. Langsam setzt nun auch draußen die Dämmerung ein. Sie nimmt ihr Handy, ruft die Kontaktliste auf. Markus ist noch unter den Favoriten gespeichert. Soll sie? Sie zögert, schaut sich nochmals um. Vielleicht traut er sich doch nicht, denkt sie. Vielleicht beobachtet er sie nur, wollte sie nur mal kurz sehen. Aber warum dann hier, mitten im Wald, um diese Zeit? Nein, sie muss ihn anrufen, muss ihn fragen. Vorher steigt sie vorsichtig die Stufen wieder hinab. Hat sich indessen was geändert? Ist er da? Theresa schaut sich wieder um. Nichts. Sie tippt auf den Kontakt. Es klingelt am anderen Ende. Nichts, nur die Mailbox. Verdammt. Wo ist er? Was will er mit diesem Spielchen? Oder ist ihm etwas zugestoßen?
Mittlerweile ist es fast neun. Angst kriecht ihr den Rücken hoch. Sie nimmt nochmal das Handy und wählt Utes Nummer.
„Hallo Theresa, ist was passiert?“, meldet sich Ute.
„Er ist nicht gekommen. Er geht auch nicht an sein Handy.“ Theresa flüstert fast. Ihr ist es unheimlich.
“Ich bin immer noch hier oben an der Ruine.“
„Theresa, komm heim. Es wird gleich finster. Komm raus aus dem Wald. Beeil dich und dann erzählst du mir alles.“
Sie beenden das Gespräch.
Theresa schaut sich nochmal um. Kein Markus. Keine Menschenseele, aber Geräusche. Warum gibt es im Halbdunkel nur so verängstigende Geräusche? Dann geht sie den Weg zurück zum Auto, mit jedem Schritt etwas schneller. Das letzte Stück rennt sie. Endlich sieht sie den Parkplatz. Noch im Laufen zieht sie den Autoschlüssel aus ihrer Hosentasche. Sie flucht, was verfitzt sich denn das verdammte Ding jetzt in ihrer Jeanstasche?! Nach ihr endlos vorkommenden Sekunden hat sie den Autoschlüssel endlich befreit, drückt auf die Fernbedienung, reißt die Tür auf und lässt sich auf den Fahrersitz fallen. Sie drückt sofort auf den Sperrknopf. Erst jetzt traut sie sich, sich nochmal umzusehen. Sie zittert. Markus, verdammt, was soll das! Will er ihr Angst machen? Ihr seine Macht demonstrieren? Sie in den Wahnsinn treiben?
Kurz schließt sie die Augen, atmet tief durch. Dann startet sie den Motor und das Licht erhellt den Parkplatz. Und erschrickt wieder. Dort drüben auf der anderen Seite steht ein Auto. Stand das vorhin schon da? Nein, als sie ankam, war der Parkplatz leer. Da ist sie sich ziemlich sicher. Markus hat einen Opel, dort steht aber ein Toyota. Hat Markus ein neues Auto und er ist doch hier? Wieso ist ihr vorhin nicht der leere Parkplatz aufgefallen? Sie hätte doch auch hier auf Markus warten können. Oder ist jemand anderes hier, ein Fremder, der sie beobachtet hat? Dann waren es doch keine eingebildeten Geräusche.
Nein, nichts wie weg hier. Sie gibt Gas und donnert über den kleinen Waldweg, ohne Rücksicht auf ihren kleinen Suzuki.

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9. Dezember 2014

"Duplicity - Doppelspiel" von Peter Brentwood

Josh Hoyle, Geschäftsführer eines Pharmaunternehmens, ist spurlos verschwunden. Der alternde Privatdetektiv Carl Leman wird beauftragt, den Vermissten zu suchen. Als die junge Reporterin Jessica seine Wege kreuzt, erfährt er, dass Hoyles Unternehmen in Afrika illegale Tests mit einem neuartigen Medikament gegen Ebola durchführt.

Gewaltexzesse und ein Sumpf aus Lügen und Korruption erschweren die Ermittlungen und Carl muss erkennen, dass die aufdringliche Jessica selbst in den Fall verstrickt ist und mehr über seine dunkle Vergangenheit weiß als ihm lieb ist.

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Leseprobe:
»Wir fühlen und handeln ganz in der Tradition von Albert Schweitzer«, säuselte der kurzatmige und übergewichtige Dunham, während er seine Besucher durch die angenehm klimatisierten Behandlungsräume der Klinik führte. »Lambaréné ist etwa fünfhundert Kilometer von hier entfernt. Leider ist das vor hundert Jahren von Schweitzer gegründete Krankenhaus veraltet und vom Verfall bedroht. Hier dagegenstehen alle Apparate der modernen medizinischen Diagnostik zur Verfügung, um Krankheiten bei Müttern und Kindern schnell zu erkennen und die richtigen Behandlungsmaßnahmen einzuleiten. In einem Umkreis von zweitausend Kilometern werden Sie keine vergleichbare Einrichtung finden! Das einheimische Personal wurde in den Vereinigten Staaten geschult – auf unsere Kosten selbstverständlich.«
»Haben Sie auch AIDS-Patienten in dieser Klinik?«, fragte ein Reporter der Washington Post.
»Ja, haben wir«, antwortete Dunham selbstsicher. »Wie Sie sicher wissen, ist der Grad der Durchseuchung mit HIV in der afrikanischen Bevölkerung recht hoch – es gibt keine genauen Zahlen – aber in Gabun liegt sie bei etwa acht Prozent – optimistisch geschätzt! Aber hier bei uns haben die Patienten Zugang zu modernen AIDS-Medikamenten, die sonst nur den Bewohnern reicher Industriestaaten vorbehalten ist.« Dunham lächelte zufrieden. Der Reporter der Washington Post war sichtlich beeindruckt.
»Mr. Dunham, Ihre Firma entwickelt zur Zeit ein Medikament, das gegen Ebola eingesetzt werden soll. Führen Sie an dieser Klinik Tests damit durch?«
»Oh, vielen Dank, dass Sie diese Frage stellen, Ms ...«, Dunham schielte auf das Namensschild einer jungen blonden Frau mit dunkler Sonnenbrille, die diese Frage gestellt hatte, »... Holmgren! Sie haben natürlich Recht! Restonal, das neuste Produkt der Pittsburgh Biotech Incorporated steht kurz vor der Markteinführung. Aber die klinischen Tests werden in den USA unter strenger Kontrolle der Food and Drug Administration in Washington in einem Hochsicherheitslabor durchgeführt. Wir haben es hier schließlich nicht mit Schnupfenviren zu tun!« Dunhams Tonfall wurde belehrend.
»Und worauf sind die gehäuften Todesfälle in dieser Klinik zurückzuführen?«, hakte Ms. Holmgren nach.
»Ms. Holmgren!«, konterte Dunham leicht gereizt, »Sie wollen der PBI doch nicht ernsthaft unterstellen, dass hier illegale klinische Tests an Menschen durchgeführt werden!«
»Doch, Mr. Dunham, genau das will ich!«

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8. Dezember 2014

"Das Handy in der Hummersuppe: Ein harter Job für die Liebe" von Emma Wagner

Ein Chic-Lit-Roman mit viel Herz und mindestens ebenso viel Humor.

Was tut man, wenn der Freund auch nach sechs gemeinsamen Jahren nicht mit dem heiß ersehnten Heiratsantrag rausrückt? Man ertränkt sein iPhone in Hummercremesuppe – das ist zumindest die Vorgehensweise von Amelie. Aber da ihr Freund auch ihr Chef ist, hat das leider zur Folge, dass sie dringend nicht nur ein neues Heim sondern auch einen neuen Job benötigt. Und der hat es in sich! Die Marotten der Kollegen erscheinen alles andere als liebenswert, die beiden Chefs sind sich nie einig und das Firmenmaskottchen, Dogge Tristan, kotzt auch schon mal wichtigen Kunden vor die Füße.

Doch auch in der Wohnung ihrer besten Freundin, bei der Amelie vorübergehend unterkommt, findet sie keine Ruhe, sondern muss sich nicht nur mit mehr als sonderbaren Nachbarn sondern auch einem Kampf-Kater herumschlagen. Wenigstens arbeitet in der neuen Firma auch Noah, ein echter Lichtblick, denn er ist hilfsbereit, humorvoll und gutaussehend. Nur sein zunehmend merkwürdigeres Verhalten gibt Amelie zu denken. Verbirgt er etwas?

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Leseprobe:
„Der erfolgreiche Karrierist trifft keine voreiligen Entscheidungen. Jede seiner Handlungen ist wohldurchdacht!“
aus: „Der kleine Karriereratgeber“ von Lisa Bauer

Ich drehe mich auf die andere Seite und lausche schlaftrunken. Was ist das für ein Geräusch, das mich geweckt hat? Da – schon wieder! Ein Art Brummen. Bären? Nee, nicht in Heidelberg und – wenn ich so darüber nachdenke – erst recht nicht in meinem Schlafzimmer.
Mühsam öffne ich die Augen, doch kaum habe ich es geschafft, schießt mir wie der Sandstrahl beim Zahnarzt der Schmerz mitten ins Gehirn. Mit einem Aufstöhnen kneife ich die Augen wieder zusammen. Zumindest weiß ich jetzt, dass das Brummen, oder besser gesagt Schnurren, von der auf meinen Füßen liegenden Katze stammt.
Seit wann habe ich denn eine Katze?
Da taucht dunkel ein anderer Gedanke aus meinem Unterbewusstsein auf: Irgendetwas stimmt nicht mit dem Zimmer, das ich gerade eben im Zwielicht kurz gesehen habe.
Erneut öffne ich die Augen, allerdings diesmal sehr langsam, und taste verstört im Halbdunkel um mich. Eine koordinative Aufgabe, die mich in meinem momentanen Zustand etwas überfordert, zumal jemand über Nacht die Möbel umgestellt zu haben scheint, denn mein Nachtschränkchen samt Lampe ist verschwunden. Die Rollläden vor dem Fenster sind bis auf einen Spalt heruntergelassen und im diffusen Licht, das durch die zugezogenen dunklen Übergardinen ins Zimmer dringt, mache ich einen alten, dunklen Kleiderschrank aus. Und ich liege in einem Bett.
Moment mal! Das ist zwar ein Schlafzimmer – aber nicht mein Schlafzimmer!
Plötzlich bewegt sich neben mir jemand, ich schrecke zusammen und rutsche einen halben Meter zur Seite.
Habe ich mich gestern Abend etwa abschleppen lassen? Oh mein Gott! Was wird Tobias dazu sagen?
Vage erinnere ich mich an diverse bunte Getränke, die zum Großteil aus Alkohol bestanden. Das würde zumindest meine Kopfschmerzen erklären.
Ich fasse mit beiden Händen nach dieser dröhnenden Trommel auf meinen Schultern und stelle erstaunt fest, dass ich noch meine Bluse trage. Ein hastiger Blick unter die Bettdecke offenbart, dass das gleiche für meine Jeans gilt.
Gott sei Dank! Also hatte ich zumindest keinen Sex – mit wem auch immer.
Misstrauisch schiele ich nach dem Deckenberg auf der anderen Bettseite, der sich nun zu rühren scheint. Ein Gesicht taucht auf, umrahmt von dunklen Locken.
Lisa! Ich bin bei meiner besten Freundin!
Erleichterung durchströmt mich, dann stutze ich. Warum bin ich bei meiner besten Freundin?
Plötzlich habe ich das Gefühl, gegen eine Wand zu laufen. Nein! Das muss die Erinnerung von jemand anderem sein. So etwas würde ich niemals tun! Ich bin doch nicht verrückt. Oder doch? Das ist es! Es war nur ein Traum oder vielmehr: ein Albtraum!
Lisa neben mir streckt sich und gähnt: „Guten Morgen, Amelie. Na? Wie fühlst du dich als frisch gebackener Single? Ich jedenfalls komme mir vor wie neugeboren.“
Mit einem Aufschrei springe ich aus dem Bett und sehe mich hektisch um.
„Was ist? Was suchst du?“
„Mein Handy. Wo ist mein Handy? Wo ist meine Tasche? Ich brauche mein Handy!“
„Wieso, was ist los?“ Alarmiert richtet sich Lisa im Bett auf.
„Ich muss Tobias anrufen. Mich entschuldigen. Ihm erklären, dass ich nur betrunken war.“
Lisa sieht schlagartig hellwach aus und hebt warnend den Finger: „Oh nein! Das wirst du schön bleiben lassen!“
Ich ignoriere sie und renne panisch im Halbdunkel herum, ohne jedoch meine Tasche zu finden. Schließlich stoße ich mir den Zeh am Stuhlbein, stolpere über einen herumliegenden Schuh und knalle gegen den Kleiderschrank.
Verdammt!
Die Kopfschmerzen kehren mit doppelter Wucht zurück, sodass mein schmerzender Zeh plötzlich sehr nebensächlich wird. Stöhnend rutsche ich am Kleiderschrank entlang zu Boden, umschlinge mit den Armen meine Knie und hoffe sehnlichst, dass sich das Zimmer bald zu drehen aufhört.
„Na? Bist du jetzt zufrieden?“
Ich würdige sie keiner Antwort.
„Was ist denn nur plötzlich in dich gefahren?“
„Nur für den Fall, dass ich unter erinnerungstechnischen Halluzinationen leide: Habe ich gestern einen Zettel geschrieben?“
„Ja“, bestätigt Lisa fröhlich.
„Auf dem so etwas stand wie: Es reicht! Es ist Schluss! Ich verlasse dich!?“
„Ganz genau! Die Wortwahl fand ich klasse!“
„Und habe ich diesen Zettel tatsächlich auf den Couchtisch in Tobiasʼ Wohnung gelegt?“
„Nicht zu vergessen, dass du noch seinen Lieblingsferrari aus seiner Modellauto-Sammlung mit weißer Tünche übergossen und neben den Zettel gelegt hast.“
Nicht gut.
„Und den ganzen Wein aus seinem Weinkeller in die Toilette geschüttet hast.“
Gar nicht gut.
„Und sein neues iPhone in die Schüssel mit der Hummercremesuppe geworfen hast.“
Ich schieße hoch. Scheiß auf mein Handy! Ich brauche meine Autoschlüssel! Wenn ich Glück habe, hat er es vielleicht noch gar nicht bemerkt, und wenn ich schnell bin, kann ich vielleicht das Schlimmste abzuwenden. Für die Sache mit dem Wein und dem kaputten Ferrari wird sich schon eine Erklärung finden!
Doch Lisa scheint meine Absichten zu ahnen, springt nun ebenfalls auf, hechtet zur Tür und stellt sich mit ausgebreiteten Armen in deren Rahmen.
„Wage es bloß nicht!“
„Lass mich sofort durch!“ „Ich denke nicht daran! Du bist nicht bei Sinnen!“
„Und ob ich das bin! Ganz im Gegensatz zu gestern Abend! Warum um alles in der Welt hast du mich nicht aufgehalten? Du bist meine beste Freundin!“ Anklagend zeige ich mit dem Finger auf sie.
„Eben. Genau deshalb!“
„Ich fasse es nicht! Ich habe mit dem Mann Schluss gemacht, mit dem ich seit sechs Jahren zusammen bin und den ich heiraten will. Und du hast mich nicht aufgehalten?“
„Schön, dass du ihn heiraten willst. Du vergisst dabei nur, dass er das offensichtlich nicht will!“
Das sitzt. Ich beiße mir auf die Lippe, entgegne dann aber doch beleidigt: „Er ist einfach noch nicht soweit. Er hätte seine Meinung noch geändert!“
Verächtlich schnaubt Lisa. „Wie der Verlauf des gestrigen Abends deutlich gezeigt hat!“
Langsam trete ich ein paar Schritte zurück und lasse mich mutlos aufs Bett fallen.
Wie hat das alles nur dermaßen aus dem Ruder laufen können …?

Im Kindle-Shop: Das Handy in der Hummersuppe: Ein harter Job für die Liebe

Mehr über und von Emma Wagner auf ihrer Website.

4. Dezember 2014

"Schattensprünge sind nicht die Leichtesten" von Simone Gütte

Die 29jährige Jane wird im wahrsten Sinne des Wortes ausgebremst. Nach einer Fahrt durch die Nacht findet sie sich samt Fahrrad und gebrochenem Schienbein im Unterholz von Hannovers Stadtwald wieder. Im Krankenhaus wird ihr Bein gerichtet und sie bekommt Zeit, neu laufen zu lernen. Und das im doppelten Sinne. Ihr Bein muss heilen, sie selbst in ihr Leben zurückfinden. Das verändert sich gerade grundlegend: in ihrer Firma, dem Rundblick, geschehen merkwürdige Dinge, die sie ins Grübeln bringen.

Während sie diese aufzuklären versucht, gewinnt sie auch Klarheit über ihre Wünsche und Ziele. Fehlt nur noch ein gezielter Sprung über den eigenen Schatten, um sie in Angriff zu nehmen. Und nicht nur sie steht vor solch einem Schattensprung, stellt Jane fest.

Gleich lesen: Schattensprünge sind nicht die Leichtesten

Leseprobe:
Peter Marks erhob sich und schaute in die Runde. Er griff zu seinem Glas und wandte sich seiner Tochter zu. Der Abend war fortgeschritten, die kleine Feierrunde hatte ausgiebig gegessen und noch etwas mehr getrunken. Ihr Vater fand es an der Zeit, sein Kind hochleben zu lassen.
„Meine liebe Tochter, liebe Familie und Freunde! Keine Angst, das soll keine große Rede werden, aber eines muss ich an diesem Abend unbedingt sagen: Ich bin stolz auf Dich, meine Tochter, dass Du hier und heute Deinen Abschluss feierst, den Du so gut bestanden hast! Master of Arts im Medienmanagement ... Du bist auf dem besten Wege, Deine Zukunft und Dein Leben zu gestalten. Das Ende des Wintersemesters bedeutet den Anfang einer neuen Karriere, Deines beruflichen Neustarts. Wir werden noch viel von Dir hören.“
Peter Marks legte eine kurze Pause ein, er schien gerührt von seinen eigenen Worten, den Blicken, die alle auf ihm ruhten, vielleicht auch von dem vollmundigem Burgunder.
„Deine Mutter und ich sind so glücklich, so erfreut, so … Unsere Große wird bald Geschäftsführerin eines bedeutenden Zeitungsverlages sein! Alles Gute für Dich mein Kind, Prosit, erhebt die Gläser.“
Es klirrte und klingelte am ganzen Tisch.
Tom stieß mit seiner Schwester an. „Glückwunsch, Jane, Du alte Streberin! Und Leiterin eines bedeutenden Zeitungsverlages!“ Er grinste frech und steckte Jane damit an.
„Bedeutender Zeitungsverlag ist wirklich gut! Papa hatte wohl ein bisschen viel Burgunder.“, kicherte Jane. „Kleiner Wochenzeitungsverlag wäre wohl angebrachter. Und ich werde ihn bald leiten.“, flüsterte sie fröhlich ihrem Bruder zu.
„Klar wirst Du das, ich bin wirklich stolz auf Dich!“ Er drückte ihr übermütig einen Kuss auf die Wange. „Lieblingsschwester von allen!“
„Du hast ja auch nur mich!“
Ihr kleiner Bruder, mit seinen 19 Jahren zehn Jahre jünger als sie, war gleichzeitig ihr bester Freund.
„Entschuldigung, dass ich störe, aber ich möchte Ihnen ebenfalls gratulieren. Herzlichen Glückwunsch zur bestandenen Prüfung.“
Jane drehte sich erstaunt um. Hinter ihr war ein junger Mann an den Tisch getreten. Ein sympathi-sches, fast schüchternes Lächeln umspielte seine Mundwinkel. Er prostete ihr zu. „Alles Gute!“, ergänzte er.
Jane schaute ihn an und bemühte sich um eine Antwort, doch ihr fiel keine ein.
„Danke!“, erwiderte Tom stattdessen. „Das ist meine Schwester Jane Marks, angehende Journalistin und Kommunikationsexpertin und ich bin Tom, der kleine Bruder. Und Sie sind …?“
„Oh, sorry, tut mir leid, ich bin Leon. Leon von Hohenstein, ich habe zufällig die Rede Eures Vaters mitgehört.“
Tom nickte. „Wollen Sie mit uns anstoßen? Jane würde sich freuen, nicht wahr, Jane? Jane!“
Jane nickte automatisch und drehte sich zu ihrem Tisch um, nur um in das strenge Gesicht ihres Vaters zu blicken. Leon hatte ihr Nicken als Aufforderung verstanden, sich dazu zu setzen und strahlte Familie Marks an. Jutta, Janes Mutter, rang sich ein Lächeln ab und suchte den zustimmenden Blick ihres Mannes. Da dieser ausblieb, bestellte sie ein weiteres Sektglas. Jane betrachtete angestrengt den kleinen Schluck Weißwein in ihrem Glas. Was war das für ein gut aussehender Kerl neben ihr? Interessierte er sich wirklich für ihr Studium? Oder für sie mit ihren langen blonden Haaren? Die vor Stunden mühevoll gedrehten Locken fielen ihr um diese Stunde schon etwas wirrer über den Rücken. Als das Sektglas gebracht wurde, wandte sie sich Leon zu und straffte die Schultern. Ein Lächeln grub sich in ihr Gesicht und wollte nicht wieder verschwinden.
Er strahlte zurück. „Alles Gute für Sie und Ihre Zukunft, Jane!“, wiederholte er.
„Vielen Dank!“, schaffte sie immerhin zu sagen.
Tom grinste und betrachtete seine Eltern. Sie versuchten die Szene zu ignorieren und unterhielten sich mit den Großeltern, mit Janes Studienkolleginnen Maike und Roswitha sowie mit Larissa, Janes bester Freundin, die ebenfalls von Leons hingebungsvollem Lächeln abgelenkt war.
Tom beugte sich nach vorn und erzählte: „Jane hat gerade ihre Prüfung mit einer Supernote bestanden. Master of Arts. Heißt das so, Jane?“
Diese nickte.
„Also, sie ist damit in der Lage, eine Firma zu führen, cool, nicht wahr? Zurzeit ist sie nur einfache Sekretärin.“ Tom wusste, wie er die Aufmerksamkeit seiner Schwester zurückbekommen konnte.
Sie drehte sich zu ihm um. „Was heißt hier einfache ? Das ist ein wichtiger Beruf!“
„Aber Du willst lieber Leiterin sein! Ist ja okay, wem’s Spaß macht!“ Tom war ruhig und locker, so richtig hatte er die Karriereabsichten seiner Schwester nie verstanden. Er schielte zu seinem Vater hinüber. Der Meister. Er hatte die Ambitionen seiner Tochter unterstützt, begleitete und trieb sie voran auf ihrem Weg. Außerdem hatte er sie ermutigt, sich um die freigewordene Position der Geschäftsführung beim Rundblick zu bewerben. Der frühere Geschäftsführer war im wohlverdienten Ruhestand und nun wurde ein neuer Partner für den verbliebenen gesucht. Jane fand den Zeitpunkt genau richtig, sie wollte es wagen!
,Du möchtest doch schließlich nicht Dein ganzes Leben lang Sekretärin bleiben‘, hatten ihre Eltern angemerkt, zumal sie das Studium finanziert hatten.
,Nein, natürlich nicht‘, hatte Jane sich beeilt zu sagen, ‚das sollte nicht umsonst gewesen sein.‘
„Was machen Sie beruflich?“, fiel ihr endlich ein Thema für ihren neu aufgetauchten Tischnachbarn ein.
„Ich habe Sportwissenschaften studiert und …“
„Oh, wie toll!“, ließ sich Larissa vernehmen, die endgültig das Hinüberstarren aufgegeben hatte und sich dichter zu Jane und Leon setzte. „Sie sehen ja auch so sportlich aus! Ist sicher total interessant!“
„Aber so was von total!“, lachte Tom.
Larissa sah ihn ärgerlich an. Tom nervte. Und es nervte auch, dass Leon darüber grinsen musste.

Im Kindle-Shop: Schattensprünge sind nicht die Leichtesten

Mehr über und von Simone Gütte auf ihrer Profilseite bei Autorenwelt.

3. Dezember 2014

"Ab heute ist es MEIN Leben" von Lena Paul

Als Sarah, Mara-Erin und Karla in New York ankommen, haben sie nicht mehr viel zu verlieren. Sie sind nicht nur unglücklich mit ihrem Leben. Nein, sie haben, jede für sich, mit einem dramatischen Schicksal zu kämpfen, das sie lähmt und dunkle Schatten auf ihr Dasein wirft. Vor diesen Schatten flüchten sie in den Big Apple. Zufällig begegnen sich die drei Frauen auf den Straßen Manhattans und merken schnell, dass sie mehr verbindet, als ein gemeinsames Reiseziel.

Aus Fremden werden Freundinnen und die Stadt, die niemals schläft, bringt jeder von ihnen auf eine andere Weise Glück. Denn ihre Reise in die Metropole entwickelt sich für Sarah, Mara-Erin und Karla zu einer Reise zu sich selbst und zu einem Wendepunkt. Gemeinsam beginnen sie ihr Leben auf den Kopf zu stellen.

Gleich lesen: Ab heute ist es MEIN Leben

Leseprobe:
Auf den Straßen New Yorks lernt man für das Leben.
Wenn drei Menschen auf dieser Welt genau das begriffen hatten, dann waren es Sarah, Mara-Erin und Karla.
Als sie sich das erste Mal in dieser für sie schicksalshaften Stadt trafen, hatten sie noch keine Ahnung, dass New York sie nicht nur zu Verbündeten, sondern auch zu besten Freundinnen machen würde.
Eines besaßen sie jedenfalls gemeinsam, noch bevor sie sich überhaupt kannten: Sie alle hatten nicht nur einen Koffer voll Gepäck mitgebracht, sondern jede einzelne hatte eine Geschichte zu erzählen, die sie hierhergebracht hatte.
Die Gründe ihrer Reise in diese Stadt, die niemals schläft, waren unterschiedlich und doch so gleich: Sie alle drei wollten weg, weit, sehr weit weg, und so führte sie ihr Weg im Sommer 2007 in den Big Apple.

Drei Jahre nach ihrer ersten Begegnung saßen sie hoch oben über der Stadt in einer Bar bei einem Drink und redeten über ihren aktuellen Lebensstatus.
Wie aus dem Nichts sprach Karla eben diesen einen, bedeutungsvollen Satz aus, und mit einem Mal herrschte Stille. Sie sahen sich an. Jede von ihnen wusste, dass nichts mehr auf sie zutraf, als diese zehn Worte, und dass kein Autor dieser Welt ihr Leben hätte besser in Worte fassen können. Sarah schluckte und machte große Augen, um zu verhindern, dass ihr die Tränen, die sich darin sammelten, über die Wangen liefen. Mara-Erin räusperte sich, brachte jedoch kein Wort heraus.
„Was?“, fragte Karla irritiert. Doch sie wusste genau, dass sie allen dreien aus der Seele gesprochen hatte, auch wenn sie das erst begriff, nachdem sie den Satz bereits gesagt hatte.
„Auf New York!“, hob Sarah nach langen Momenten des Schweigens zögernd ihr Glas und nahm einen ordentlichen Zug von ihrem Cosmopolitan.
„Auf New York und unser neues Leben!“, stimmte nun auch Mara-Erin ein, der ebenfalls die Tränen in den Augen standen, und sie stießen an.
„Wir sollten diesen weisen und wahren Satz aufschreiben, damit wir ihn nie vergessen und er uns immer daran erinnert, was wir erlebt und geschafft haben...“, schlug Sarah vor.
„Als würden wir das je vergessen!“, warf Karla ein. „Aber wenn schon einmal so viel Weisheit aus mir spricht, muss das festgehalten werden!“, stimmte sie dann doch zu. Plötzlich hatte auch sie das beklemmende Gefühl, dass gerade etwas Magisches passiert war. Sie wusste, dass sie ausgesprochen hatte, was sie alle drei seit Jahren dachten.
Sarah wühlte währenddessen in ihrer Handtasche und beförderte einen kleinen Notizblock ans Tageslicht. Nacheinander verewigten die drei Freundinnen jenen Satz auf je einem der kleinen Papierstücke und nahmen diese dann wie einen Schatz an sich.
Mittlerweile hing Mara-Erins Zettel an ihrem Kühlschrank, Karla hatte ihn an den Spiegel ihres Frisiertischchens geklebt und Sarah trug ihn in ihrem Kalender immer bei sich.
Sie waren drei Frauen, wie sie unterschiedlicher nicht hätten sein können, und doch hatten sie mehr gemeinsam, als sie je geglaubt hätten, als sie zum ersten Mal auf den lauten, viel befahrenen Straßen der Mega-City aufeinandertrafen.
Es gab unzählige Parallelen in ihrem Leben. Parallelen, die sie verbanden und die ihr Leben irgendwie einfacher machten, seitdem sie sich kannten, da sie wussten, dass sie mit ihren Erfahrungen nicht allein waren. (...)
(...)
Am Nachbartisch klappte die junge Frau entschlossen ihren Laptop zu und steckte ihn in ihre Tasche. Sie strich ihr Kleid glatt, fasste ihre langen, blonden Haare zu einem Zopf zusammen, trank den letzten Schluck ihrer Cola aus und rückte ihren Stuhl zurecht. Langsam kam sie dann auf den Tisch der drei Freundinnen zu.
„Entschuldigung...“, sagte sie zaghaft. „Ich wollte nicht lauschen, aber ich habe eben Ihr Gespräch mit angehört.“
„Bitte!?“, wollte Karla sich schon entrüsten, doch Sarah legte ihr die Hand auf den Arm und bedeutete ihr, an sich zu halten.
„Es gibt sie...“, sagte die Fremde.
„Wen?“, fragte Sarah irritiert.
„Die Frau, die alles, wirklich alles allein erlebt und überlebt hat, das Sie drei zusammen Ihre Geschichte nennen.“
„Was? Wirklich?“, fragte Mara-Erin schockiert.
„Ja!“, antwortete die Blondine.
„Aber wie, um Himmels willen, kommt man da raus?“, wollte Sarah wissen.
„Egal, wie oft man fällt, man muss immer wieder aufstehen und sich den Schmutz von den Kleidern und die Tränen aus dem Gesicht wischen. Kopf hoch, Brust raus, und nie, Ladys...“, die Fremde hob mahnend den Zeigefinger, „… man darf niemals zurücksehen.“
Sie strich Sarah über die Schulter und zwinkerte ihr zu. Dann lief sie auf die Tür zu. Kurz bevor sie diese öffnete, dreht sie sich noch einmal um, lächelte den drei Frauen zu und sagte:
„That‘s it!“

Damit entschwand die mysteriöse Frau auf die Straße, stellte sich an den Straßenrand, hielt eine Hand in die Luft und rief nach einem Taxi. Sarah, Mara-Erin und Karla sahen ihr nach, bis das Taxi im dichten Verkehr Manhattans abgetaucht war und blieben staunend zurück.
Schweigend sahen sie sich an. Wer war diese Frau, die gerade einmal so alt war wie sie? Hatte sie ihre Schicksale geteilt? War sie vielleicht diejenige, die all das allein erlebt hatte...?
Die Antwort auf diese Frage war mit einem Yellow Cab davongefahren. So wie viele Geschichten in New York in einem gelben Taxi beginnen und auch enden ...

Im Kindle-Shop: Ab heute ist es MEIN Leben

Mehr über und von Lena Paul auf ihrer Website.

2. Dezember 2014

"Kreuzweg" von Martin Vogl

Ein Schädel, ein Geheimnis, Freundschaft, Nazis und Untergang. Ein Student in den letzten Zügen seines Lotterlebens gerät in den Strudel der Zeit.
Es begann als Kriminalfall in der Gegenwart und wird zu einer Bedrohung für die freie Welt in der Zukunft. Die Wurzeln liegen in unserer Vergangenheit, als noch kriegerische Horden über den europäischen Kontinent zogen. In den letzten Kriegswirren im Frühjahr 1945 wurde das Geheimnis der fremden Krieger zur letzten Hoffnung des 3. Reiches. Von Tauberstein, Standartenführer-SS und Gehilfe des Reichsführers-SS, Heinrich Himmler, führt seitdem seine Schergen im Verborgenen unter uns.

Er hatte aber nicht mit dem Widerstand durch die Jahrzehnte gerechnet. Im Frühjahr 1945 ging die Hoffnung der Nazis für lange Zeit verloren. Also wartete er. Aber da war er nicht allein...

Das Buch beginnt als turbulentes Abenteuer, das in einen Technothriller übergeht. Die Geschichte spielt dabei in drei Zeitebenen, in denen die Schicksale über Gegenwart, Kriegsende 1945 und ein früheres Jahrtausend, verknüpft sind. Als alle Parteien in der Gegenwart den Einsatz stetig erhöhen, öffnet sich die Büchse der Pandora. Das Ende des zweiten Weltkrieges ist damit zu Ende.

Das Buch zeigt eine düstere Welt, bei deren Erschaffung die Enthüllungen des Edward Snowden, die Taten des NSU, noch nicht bekannt waren und die Fiktion eingeholt haben.
Ausgelegt ist der Thriller ab 16+.

Gleich lesen: Kreuzweg: Techno - Abenteuer - Thriller

Leseprobe:
* In der Nacht * April 1945

Es war kalt.
Der Wind blies eisig durch die Gassen zwischen den Häusern. Er hatte es satt.
So satt.
Seine Frau war schon lange geholt worden, die beiden Kinder und er hatten es noch geschafft sich zu verstecken. Offiziell war seit dem Jahr 1938, dem Pogrom, kein Nichtarier mehr hier. Die Selbstzweifel und Schuldkomplexe fraßen ihn auf und sorgten für ständige Schlaflosigkeit und Magenschmerzen.
Allerdings war ein leichter Schlaf in diesen Zeiten ein weiterer Sicherheitsgarant.
Wenigstens musste er nicht wie viele der anderen in den Städten, in der Kanalisation ausharren. Er hatte gehört, das sie sogar vom Geschrei ihrer Babys verraten wurden.
Er hatte da mehr Glück gehabt.
Trotzdem, ohne die gütige Hilfe einiger Bewohner und den Leuten aus dem Untergrund, wären sie wohl auch schon lange verschleppt worden.
Zehn Kilometer bis zum nächsten Konzentrationslager.
***
* Im Wald * Das Ende des Festes
Leicht angesäuselt kramte er lange in seinem Beinkleid bis sein bestes Stück die kühle Abendluft zu schnuppern bekam. Mit einem lauten Ahhhh beugte er den Rücken durch, um noch den einen oder anderen Millimeter herauszuholen. Ein stattlicher Strahl ergoss sich in hohem Bogen, dampfte vor sich hin.
Der Wind stand günstig.
Aber, irgendwie kam ihm das Geräusch seltsam vor.
Udu öffnete langsam ein Auge. Er hatte normalerweise beide zu, um den Genuss des Ablasses voll auszukosten. Irgendwie klang es nicht nach Geäst oder einem Stein. Der Strahl prasselte blechern hohl irgendwo dagegen.
Welcher Depp deponiert hier seine Suppentöpfe?
Sichtlich irritiert zog er eine Augenbraue hoch, beugte sich nach vorne, um besser sehen zu können. Dabei schüttelte er die letzten Tropfen ab und hantierte an seinem Beinkleid.
Als seine Augen sich fokussiert hatten, sah er sich auf kürzester Distanz einer Gestalt gegenüber, deren metallener Gesichtsschutz von seinem Urin glänzte und die nasse Visage nicht nur vor Wut rot dampfte.
Erschrocken wollte er zurückweichen und erblickte nur noch ein Keulenende, dass auf ihn zu kam.
Ab dann konnte er sich an nichts mehr erinnern.
***
* Berlin * Das Carlton
Dank seiner ständigen Rückenschmerzen war er nun noch am Leben.
Zwar am seidenen Faden, aber immerhin.
Jahrelang war er von einem Orthopäden zum anderen gerannt und hatte am Schluss für sich selbst festgelegt, das es an seiner Nackenmuskulatur lag. Also hatte er sich in seiner Villa neben einem Spa Bereich auch einen Fitnessraum eingerichtet. Das tägliche Training hielt ihn fit.
Er brauchte diesen Ausgleich. Sonst saß er nur den ganzen Tag vor dem PC oder in irgendwelchen Meetings.
Allerdings hatten sich in der Nacht, während der Fahrt, diese Schmerzen wieder bemerkbar gemacht. Er machte in dem kleinen Fahrstuhl gerade Dehnübungen, an den Geländerstangen, als unter ihm der Boden in zwei Teilen weg klappte.
Mit einem Schrei krallte er sich fest.
Jetzt hatte er die Bestätigung für die Darwin´schen Theorien, da seine Hände mit einem prähistorischen Reflex zupackten und ihn am Absturz in den dunklen Schlund hinderten.
Wahrscheinlich hatte er erschrocken geschrien, aber daran konnte er sich nun nicht mehr erinnern. Die Nebennieren schütteten jetzt Unmengen Adrenalin in sein Blut.
Vorsichtig blickte er in den schwarzen Abgrund unter ihm.
Sein Hirn versuchte zu begreifen was geschehen war.
Das trübe Licht der Kabine reichte nur ein paar Meter nach unten. Über ihm dudelte die Fahrstuhlmusik weiter, wie um ihn zu verhöhnen.
Der Aufzug war zuerst nach oben gefahren, das kam vor, jetzt wusste er auch warum. Das gelbe Licht am Taster zeigte noch das sechste Stockwerk an. Die beiden Klappen, die einst der Boden waren, pendelten bei jeder seiner Bewegungen leicht hin und her. Das war kein Material- oder Konstruktionsfehler, das war Absicht.
Eine tödliche Falle.
***
* Frankfurt * Rattengift
Zwei Stunden später.
„Und?
Alles klar, Junge?“
„Nein, verdammt! Gar nichts ist klar.
Wieso muss ich diese Scheiße hier machen?
Ich bin dafür nicht ausgebildet!“
„Der Direktor meinte du hast es vorgeschlagen, du bist der Beste und du bist vor Ort.
Das macht dich automatisch zum A.v.D.“
Die beiden Männer lagen hinter der Steinmauer am Grundstücksrand und robbten hinter der Deckung, in Richtung toter Winkel der MG- Nester. Ohne die Kunststoffkappen an den Knien und Ellenbogen wäre das Vorwärtskommen auf dem asphaltierten Gehsteig eine Tortur gewesen.
Bei dem Jungen, der zu dem Einsatz freiwillig gemeldet worden war, wackelte der viel zu große, schwarze Stahlhelm, obwohl der Riemen bereits auf Anschlag gespannt war.
„Wie fühlt sich das an, wenn man getroffen wird?“, fragte er den SEK Mann vor sich leise.
Dieser überlegte und drehte den Kopf nach hinten.
„Zuerst spürst du einen heftigen Schlag, dann brennt es und dann spürst du nichts mehr.“
Der Junge hob den Kopf.
„Das Adrenalin?“
„Nein, dann bist du tot.
***
Beide hechteten hinter das Chassis und holten kurz Luft. Künstlicher Nebel zog dicht an ihnen vorbei und alles lag weiter ruhig vor ihnen.
Der Junge schnaufte tief durch und sein Kamerad zog vorsichtig am Türgriff des Fahrzeugs. Erst langsam, dann stärker, zuletzt riss er daran.
Er lugte über die Kante.
„Abgesperrt. Welches verdammte Arschloch sperrt sein Karre im Kugelhagel noch ab?“
Er lehnte sich nun zurück und zog seine Pistole aus dem Holster. Die Waffe am Lauf fassend, schlug er hinter sich, mit dem Griff die Scheibe ein. Kleine Splitter des Sicherheitsglases regneten auf die beiden herab, als es die Scheibe zerriss.
Vorsichtig, mit seinem Lederhandschuh, fingerte er oben am inneren Rand der Tür herum und versuchte den Türpin zu greifen.
Der Junge tippte ihn an und kroch etwas näher.
„Das ist ein Streifenwagen, der ist nicht dafür gedacht, dass die hinteren Türen von Innen aufgehen...“

Im Kindle-Shop: Kreuzweg: Techno - Abenteuer - Thriller

1. Dezember 2014

"Das Geheimnis der blauen Tränen" von Ralf Hillmann

Spirituelles Märchen – Berührende Kurzgeschichte: Obwohl das kleine Geistwesen weder Flügel hat, noch irgendeine besondere Gabe zu haben scheint, glaubt es fest daran, ein bedeutender Engel zu sein. Über viele Jahre hinweg wünscht es sich nichts mehr, als Hoffnung, Liebe, Schönheit, Freude, Leichtigkeit und Glück in die Welt zu bringen. Doch stattdessen fristet es ein Dasein, an einem trostlosen Ort, mit einigen Tieren, wo es jedem nur schwer gelingt, das eigene Überleben zu sichern.

Scham- und Schuldgefühle plagen das kleine Geistwesen und halten es im Karussell der Selbstzweifel gefangen. Eines Tages bricht es unter der Last seiner traurigen Existenz zusammen und das Schicksal nimmt eine unglaubliche Wende. Lassen Sie sich berühren und überraschen, welche Wandlung das kleine Geistwesen durchlebt und welche Erkenntnis Sie für Ihr eigenes Leben aus der Geschichte gewinnen.

Gleich lesen: Das Geheimnis der blauen Tränen: Die berührende Geschichte über ein kleines Geistwesen, das daran glaubte, ein Engel zu sein

Leseprobe:
Es war einmal ein kleines Geistwesen, das daran glaubte, ein Engel zu sein. Obwohl es weder Flügel hatte, noch irgendwelche besonderen Fähigkeiten zu haben schien, konnte es den Glauben daran nie aufgeben.
Dieses kleine Geistwesen hegte seit unendlich langer Zeit den Traum, irgendwann einmal zu einem wunderbaren, heilbringenden Engel ernannt zu werden, der Hoffnung, Liebe, Schönheit, Freude, Leichtigkeit und Glück in die Welt bringen würde.
Es lebte an einem tristen und farblosen Ort, irgendwo auf dieser Welt. Die dortigen Lebensbedingungen waren äußerst widrig. Der Boden in jenem kargen Gebiet war so trocken, dass außer ein paar dürren Grashalmen kaum etwas darin wachsen konnte …
WEITERER AUSSCHNITT:
… es fühlte sich ausgezehrt und müde, denn etwas, dass seine Seele nährte, fand es an diesem „vergessen“ Ort nur selten.
Aber was sollte das kleine Geistwesen machen? Aufsteigen in den Himmel? Ja gewiss, das war sein größter Traum, jedoch fehlten ihm dazu die Flügel. Weggehen, um einen besseren Ort zu finden? Nein, dazu fehlten ihm der Mut und die Kraft. Außerdem wusste es nicht, ob es überhaupt irgendwo einen Ort gab, der besser war. Und wenn ja, in welcher Richtung dieser zu finden wäre …
WEITERER AUSSCHNITT:
… zum Glück lebte das kleine Geistwesen nicht ganz alleine an jenem Ort. Es gab ein paar wenige Tiere, die zwar alle nicht viel miteinander zu tun hatten, aber zumindest gaben sie sich gegenseitig das Gefühl, nicht völlig einsam und verlassen zu sein. Die Tiere lagen tagsüber meist hungrig und fast ausgetrocknet vor Durst irgendwo im Schatten eines Felsens oder eines Baumstammes. Nur so war es ihnen möglich, in der sengenden Hitze zu überleben. Letztlich wünschten sie sich nichts mehr, als dass es endlich wieder einmal ausgiebig regnen würde …
WEITERER AUSSCHNITT:
…. doch seit Jahren konnten sie weit und breit keine einzige Wolke am Himmel erblicken …
WEITERER AUSSCHNITT:
… die Sonne brannte heiß und das Elend an diesem Ort schien immer größer zu werden. Das Einzige, das die Tiere am Leben hielt, war die kühle Nacht …
WEITERER AUSSCHNITT:
… tagsüber lag das kleine Geistwesen häufig auf seinem notdürftig errichteten Quartier in seiner Höhle und versuchte die Zeit bis zur Abenddämmerung zu verschlafen. Doch leider gelang ihm das fast nie. Oft wälzte es sich Stunde um Stunde auf dem steinharten Untergrund hin und her. Die Tiere ringsumher schliefen oder dösten meistens schon längst, nur das kleine Geistwesen kam einfach nicht zur Ruhe. In seinem Kopf kreisten immer wieder Tausende Gedanken und oft war es mit der Frage beschäftigt, wer oder was es überhaupt sei? Ja, tief in seinem Inneren glaubte es daran, ein Engel zu sein, doch fragte es sich, was eigentlich wirklich dafür sprach? Immer wieder musste es darüber nachdenken, aber es war wie verhext, nie kam es dabei auch nur einen einzigen Schritt weiter …
WEITERER AUSSCHNITT:
…. das kleine Geistwesen war sich sicher, es musste einfach ein Engel sein, denn eine andere Erklärung für sein Anderssein fiel ihm einfach nicht ein. Nur, warum konnte es der Welt dann nichts geben? Warum konnte es diesen schrecklichen Ort nicht schöner machen? Diese Fragen quälten das kleine Geistwesen am meisten. Ja, sie beschämten es sogar sehr, denn wieso sollte es ein Engel sein, wenn es scheinbar niemandem dienen konnte? …
WEITERER AUSSCHNITT:
… das kleine Geistwesen spürte, dass es sich mit all seinen Überlegungen im Kreis drehte und merkte, dass es eigentlich nur eines wirklich wusste: es war anders als die Tiere …
WEITERER AUSSCHNITT:
… das kleine Geistwesen war tatsächlich anders. Nicht nur dass es eher menschlich aussah und sein Körper nicht aus fester Materie bestand, nein da war noch etwas, wodurch es sich von den Tieren unterschied …
WEITERER AUSSCHNITT:
… das kleine Geistwesen benutzte den gesammelten Tau ausschließlich zum Befeuchten der geliebten, grasbüschelähnlichen Pflanze. Durch irgendeine Kraft fühlte es sich immer wieder dazu angehalten, sich in den Nächten auf die Suche nach den – für die Pflanze so wichtigen – Tautropfen zu begeben. Zwar reichte das Wasser nicht aus um die Pflanze vollständig ergrünen oder gar erblühen zu lassen, jedoch war es genug, um sie am Leben erhalten zu können …
WEITERER AUSSCHNITT:
… dann, eines Tages, wurde das kleine Geistwesen so krank, dass es nur in seiner Höhle liegen und nicht mehr aufstehen konnte. Das geschah ausgerechnet zu jener Zeit, in der die Nächte reichlich Tautropfen mit sich führten. Auf seinem Krankenlager liegend musste das kleine Geistwesen hilflos mitansehen, wie seine geliebte Pflanze immer mehr die geschwächten Halme zu Boden sinken ließ …
WEITERER AUSSCHNITT:
… liebevoll streichelte das kleine Geistwesen das strohige, zusammengefallene Laub seiner Pflanze, die nur noch einen klitzekleinen Rest ihres Grüns aufwies. Noch war die Pflanze am Leben …
WEITERER AUSSCHNITT:
… eine ganze Weile saß es noch so da. Und dann passierte es: …

Im Kindle-Shop: Das Geheimnis der blauen Tränen: Die berührende Geschichte über ein kleines Geistwesen, das daran glaubte, ein Engel zu sein

Mehr über und von Ralf Hillmann auf seiner Website.